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Heidelberg: „Massiver Platzmangel“ – StuRa fordert „Faulen Pelz“ als Uni-Campus

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Im Streit um den Faulen Pelz positioniert sich jetzt auch der Studierendenrat. Die Forderung: Der Ex-Knast soll zu einem Uni-Campus für Geisteswissenschaften umgewandelt werden. 

Im Streit um die Nutzung des Faulen Pelz in der Altstadt von Heidelberg melden sich jetzt auch Studierende der Ruprecht-Karls-Uni zu Wort: Der Studierendenrat (StuRa) fordert, im ehemaligen Gefängnis-Areal „mittelfristig einen geisteswissenschaftlichen Campus zu errichten“. Das Land Baden-Württemberg will den Ex-Knast ab Spätsommer zwischennutzen: Bis 2025 sollen dort bis zu 80 suchtkranke Straftäter im Maßregelvollzug „antherapiert“ werden. Über 11 Millionen Euro will das Sozialministerium in notwendige „Ausbesserungsarbeiten“ investieren. Die Stadt sträubt sich gegen die Landespläne. Sie will das Gelände städtebaulich öffnen. Zudem sollen die Gebäude der Hochschule zur universitären Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Uni hat Platzmangel – Fauler Pelz als Campus?

Die Geisteswissenschaften haben massiven Platzmangel. So mussten etwa Ägyptologie und Islamwissenschaft bereits auf Standorte außerhalb der Altstadt ausweichen, was zu einer Zersplitterung der Institutsstandorte führte“, erklärt Niklas Jargon, Mitglied des StuRa-Präsidiums. Viele Einrichtungen wie Institutsbibliotheken, seien veraltet und würden von einem Umzug in neue Gebäude profitieren. „Dies würde die Studienbedingungen in diesen Fächern unmittelbar verbessern. Der Raummangel ist akut“, betont Jargon. Das Sozialministerium soll den Plan fallen lassen, den „Faulen Pelz“ in eine Anstalt für den Maßregelvollzug umzubauen und bis 2025 zu nutzen, fordert der StuRa.

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Zugleich unterstützt die Studierendenschaft das Wissenschaftsministerium, das Rektorat der Universität Heidelberg sowie die Stadt Heidelberg in ihrer Position, den „Faulen Pelz“ unmittelbar der Universität zu überlassen. „Die Versicherung des Sozialministeriums, den Faulen Pelz nur bis 2025 als Vollzugsanstalt zu nutzen, lässt darauf schließen, dass es sich um keine nachhaltige Investition öffentlicher Gelder handelt“, ergänzt Niklas Jargon. „Stadt und Universitätsleitung kritisieren dies zurecht.“ Derweil gibt es beim Gemeinderat Zweifel, dass es tatsächlich bei der angekündigten Zwischennutzung des denkmalgeschützten Gebäudes bleibt. (rmx)

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