Tier des Jahres 2016

So süß, so unschuldig – unser Feldhamster wird aussterben

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Feldhamster vom Aussterben bedroht

Heidelberg – In vielen Kinderbüchern darf er nicht fehlen und so mancher hat ihn auch schon einmal über das Feld rennen sehen – der putzige Feldhamster. Doch das hat bald ein Ende.

Er ist klein, hat dicke Backen, große Knopfaugen und ist einfach süß – doch vor allem ist er eins: vom Aussterben bedroht! Es geht um den goldigen Feldhamster, der (noch) durch unserer Felder streift.

Laut Forscher der Deutschen Wildtier-Stiftung und anderen Experten, ist der kleine Nager kurz davor aus unserer Landschaft für immer zu verschwinden. „Es ist kurz vor Ultimo“, so der Biologe Peer Cyriacks. 

In einigen Bundesländer, wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen, gibt es den Feldhamster schon überhaupt nicht mehr. Nun ist er auch in Baden-Württemberg stark gefährdet. Zwar gibt es keine Zahlen aus 2016, aber man geht davon aus, dass in unserem Bundesland nur noch 100 Feldhamster leben. Bundesweit liegt die Zahl gerade mal bei 100.000 Tierchen.

Seit vielen Jahren geht die Verbreitung und Population stetig zurück und es wird allerhöchste Zeit, für den Erhalt zu kämpfen. „In Deutschland machen alle die Augen zu.“, sagt Cyriacks. Ein Sprecher des Umweltministeriums in Stuttgart widerspricht aber dem Biologen, da beispielsweise Baden-Württemberg „erhebliche Anstrengungen“ unternehme und auch andere Bundesländer sich für den Artenschutz einsetzen. Dennoch, der Erfolg bleibt bislang aus. 

>> Feldhamster zum Tier des Jahres 2016 gekürt

An diesem Wochenende treffen sich rund 90 Feldhamster-Forscher aus aller Welt in Heidelberg, um über dieses Thema zu sprechen und vielleicht eine Lösung zu finden.

Grund für den dramatischen Rückgang ist die Landwirtschaft. 

Durch die intensive Bewirtung von landwirtschaftlichen Flächen und der frühen Ernte (Juni/Juli) verliert der Feldhamster seinen Schutz und seine Nahrung. Da er, der noch vor 30 Jahren als massiver Schädling galt, auch nur in Kornfeldern lebt, ist eine Umsiedlung praktisch unmöglich.

Der Landwirtschaftreferent des Naturschutzbunds (Nabu) Baden-Württemberg Jochen Goedecke sieht schwarz für den Feldhamster: „Es gibt kaum noch Hoffnung!

Das kleine Tierchen, das wir alle in Büchern, Bildern und in der Natur gesehen haben, wird also schon bald nur noch eine Erinnerung sein. 

dpa/jol

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