Horror in Altstadt

Frau in Heidelberg vergewaltigt - Täter (22) bekommt Bewährungsstrafe

Wegen einer Vergewaltigung in der Heidelberger Altstadt wird der Angeklagte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. (Symbolbild)

Heidelberg - Nach einem Club-Besuch in der Altstadt soll ein junger Mann sein Opfer verfolgt und anschließend über sie hergefallen sein. Jetzt wurde der Vergewaltiger verurteilt. 

Update vom 13. Dezember: Das Urteil gegen den heute 22-jährigen Mann, der im Juni 2018 eine Frau in der Altstadt vergewaltigt hat, ist gefallen. Nachdem er seit einem Jahr in U-Haft sitzt, wird er am 12. Dezember in der Jugendkammer des Landgerichts Heidelberg zu zwei Jahren Haft verurteilt – ausgesetzt auf Bewährung. Das Gericht verurteilt ihn nach Erwachsenenstrafrecht, da er alleine aus Gambia geflüchtet ist, sich die Reise nach Europa selbst finanziert hat und in Italien und Deutschland alleine zurechtgekommen ist. Wenn er nach Jugendstrafrecht verurteilt worden wäre, da er zur Tatzeit erst 20 Jahre alt war, wäre die Bewährungsstrafe wahrscheinlich noch geringer ausgefallen. Doch wie kann es sein, dass der Mann jetzt frei herumlaufen darf? Ein Grund dafür ist, dass es dem Gericht nicht gelungen ist, die Tatnacht lückenlos zu rekonstruieren. Das berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung. Das soll in der Tatnacht passiert sein: Der Angeklagte Momodu F. soll gegen Mitternacht mit einem Bekannten in den Cave Club gegangen sein, wo er auf das damals 36-jährige Opfer gestoßen ist. Vier Stunden später vergewaltigt der Mann sein Opfer in der Pfaffengasse. Doch was ist in diesen vier Stunden passiert? Darüber sind sich der 22-Jährige und sein Opfer uneins.

Ein ekelhafter Fall ereignet sich Ende Mai auf einem Spielplatz in Heidelberg: Ein 56-Jähriger sitzt unter der Rutsche und beobachtet Kinder. Als einer Mutter auffällt, dass er dabei masturbiert, ruft sie die Polizei. Jetzt sitzt der Mann in Haft. 

Heidelberg: Vergewaltigung in der Altstadt – Was ist in der Tatnacht passiert? 

Sie schildert vor Gericht, dass sie ihn abblitzen ließ, er sie verfolgte und dann in der Pfaffengasse vergewaltigte. Vorsitzende der großen Jugendkammer des Landgerichts, André Merz, findet es wenig nachvollziehbar, dass die Frau in eine dunkle Gasse gegangen ist, wenn sie sich verfolgt gefühlt habe. Dies müsse aber nicht bedeuten, dass sie lügt. Der 22-Jährige berichtet, dass sich die beiden schon im Cave körperlich näher gekommen sind und miteinander getanzt haben. Sie sollen den Club Hand in Hand verlassen haben und die Frau hätte sich im letzten Moment gegen den einvernehmlichen Sex entschieden. Die Kammer schenkt der Version des Angeklagten Glauben. In der Pfaffengasse habe Momodu F. die Shorts der Frau heruntergezogen und sei in sie eingedrungen. Ein Anwohner wäre kurz darauf durch die „Nein-Rufe“ der Frau auf die Tat aufmerksam geworden und hätte einen Blumentopf heruntergeworfen. Der Angeklagte sei daraufhin geflüchtet. Auch wenn man in jedem Fall und zu jedem Zeitpunkt ein „Nein“ akzeptieren müsse, so Merz, wiegt die Tat weniger schwer, als wenn er die Frau verfolgt und dann vergewaltigt hätte. Strafmildernd habe sich auch ausgewirkt, dass der Mann schon ein Jahr in U-Haft saß, bei einer unklaren Beweislage gestanden hat und vorher polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist. 

Horror in Heidelberger Altstadt: Frau nach Club-Besuch vergewaltigt - junger Mann vor Gericht

Update vom 17. Oktober 2019: Über ein Jahr nach der schrecklichen Tat, muss sich der mutmaßliche Vergewaltiger aus der Altstadt dafür vor dem Landgericht Heidelberg verantworten. Momodu F. soll sein Opfer im Juni 2018 auf dem Heimweg in den frühen Morgenstunden verfolgt haben – mit der Absicht, sie zu sexuellen Handlungen zu bewegen.

Laut dem Landgericht soll der 22-Jährige sich vor sie gesetzt und ihr die Shorts heruntergerissen haben. Obwohl die Frau erkennbar gezeigt habe, dass sie das nicht möchte. Dann soll er gegen ihren Willen in sie eingedrungen sein und sie vergewaltigt haben. Offenbar hat er bereits im Club versucht mit ihr zu flirten, jedoch vergeblich.

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Der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger startet am Freitag (25. Oktober) um 9 Uhr am Landgericht Heidelberg. Es sind sechs Fortsetzungstermine bis zum 18. Dezember angesetzt.

Oft gelesen: Mann schlägt Bekannten in der Altstadt, flüchtet – und kommt wieder!

Heidelberg: Frau (36) nach Club-Besuch in Altstadt vergewaltigt

Erstmeldung vom 11. Juni 2018: Die Geschädigte ist in der Nacht zum Sonntag (10. Juni) in der Altstadt unterwegs. In einem Club trifft sie auf den späteren Tatverdächtigen. Wie die Polizei mitteilt, soll ein Flirt-Versuch des Mannes gescheitert sein, er habe sein späteres Opfer dennoch später auf dem Heimweg unauffällig in die Pfaffengasse begleitet.

Nachdem die beiden gegen 4:40 Uhr gemeinsam eine Zigarette geraucht hätten, habe der Unbekannte angefangen, die Frau zu küssen, zu berühren und auszuziehen. Schließlich sei es zu ungewolltem Geschlechtsverkehr gekommen.

Ein Anwohner hört die Hilferufe der 36-Jährigen. Nachdem der mutmaßliche Täter auf den Zeugen aufmerksam wird, ergreift er die Flucht in Richtung Neckarstaden. 

Ein Mann aus Karlsruhe soll eine 9-Jährige sexuell missbraucht haben. Auf seinem Handy finden die Ermittler ein Video der widerlichen Tat – und noch weitere Beweise. 

pol/kab/jab

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