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Heidelberg: Stadt plant Gaming-Zentrum – das steckt dahinter

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Von: Daniel Hagen

Heidelberg - In der Stadt am Neckar soll es künftig ein GamesHub geben. Dort können Entwickler sogenannte „Serious Games“ produzieren. Gefördert wird das Projekt vom Land Baden-Württemberg.

Videospiele nehmen in den letzten Jahren einen immer größeren Raum in unserem Leben ein. Ob Triple A-Kracher wie „Cyberpunk 77“ für die Next-Gen-Konsolen oder „Candy Crush“ auf dem Smartphone – immer mehr Menschen nutzen in ihrer Freizeit das elektronische Medium. Laut einer Erhebung von Statista aus dem Jahr 2020 gibt es in Deutschland mehr als 34 Millionen Gamer. Der Altersdurchschnitt liegt dabei bei 37 Jahren. Doch Videospiele werden mittlerweile nicht nur zur Bespaßung eingesetzt. Durch sogenannte „Serious Games“ werden Ärzte geschult und Therapien durchgeführt. Solche Games kommen bald auch aus Heidelberg.

NameHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Bevölkerung160.355 (2019)
OberbürgermeisterEckart Würzner (Parteilos)

Heidelberg: GamesHub zur Entwicklung von Serious Games

Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg baut mit der Stuttgarter Hochschule der Medien sowie der Stadt Heidelberg einen GamesHub auf. Dort erhalten Gründerteams aus der Games-Branche die Gelegenheit, Spiele und Anwendungen im Bereich Gesundheit und Lebenswissenschaften zu entwickeln. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg – und zwar mit 110.000 Euro. Die Entwickler können sich vor Ort mit ansässigen Einrichtungen und Unternehmen der Biotechnologie und Medizintechnik sowie der Gesundheitsbranche vernetzen. Das Projekt startet noch im März mit der Ausschreibung eines Projektkoordinators.

Die Universitätsstadt Heidelberg und die Metropolregion Rhein-Neckar sind als starker Standort der Bio- und Medizintechnologie sowie der Gesundheitsbranche bekannt. Mit dem neu geschaffenen GamesHub möchten wir die Games-Branche und ihre kreative Arbeitsweise mit dem Motor unserer Region zusammenbringen und innovative Neugründungen und Ansiedlungen von Games-Unternehmen fördern“, erklärt die baden-württembergische Forschungsministerin Theresia Bauer. Weitere Unterstützer des GamesHubs sind die Stadt Heidelberg mit der Stabsstelle Kultur- und Kreativwirtschaft und der Wirtschaftsförderung, die Technologiepark Heidelberg GmbH sowie weitere lokale Einrichtungen und Unternehmen.

Heidelberg: GamesHub bietet perfekte Startbedingen für die Teams

Voraussichtlich ab Sommer 2021 können bis zu fünf Spiele-Entwickler den GamesHub in Heidelberg beziehen. Diese werden zuvor durch eine Fach-Jury ausgewählt und erhalten „perfekte Startbedingungen“, wie es in einem Schreiben des Landes Baden-Württemberg heißt. Demnach biete der bislang nicht näher beschrieben Standort des Hubs technisch voll ausgestattete Arbeitsplätze und eine spezifische Betreuung durch einen Koordinator vor Ort. Zudem würden Netzwerkmöglichkeiten und Qualifizierungsangebote voll auf die Teams abgestimmt. Die Ausschreibung für Teams und Start-ups, die Projekte an der Schnittstelle von Gameentwicklung, VR/AR und Lifescience planen oder bereits produzieren, startet am 12. April.

Serious Games gewinnen in vielen Bereichen an Bedeutung: Sei es in der Bildung, im Gesundheitswesen oder wenn es um gesellschaftliche Fragen geht. Dass das Land die Einrichtung eines GamesHub in Heidelberg fördert, ist eine tolle Nachricht. Das Vorhaben trifft hier auf fruchtbaren Boden: Heidelberg bietet als Zentrum internationaler Spitzenforschung, bedeutender Gesundheitsstandort und Bildungsstadt ideale Bedingungen. Hinzu kommt die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihrer hohen Gründungsdynamik. Ich bin sicher, dass ein GamesHub in Heidelberg von den vielfältigen Synergien in unserer Stadt profitieren wird“, sagt Oberbürgermeister Eckart Würzner.

Heidelberg: Das steckt hinter Serious Games

Doch was sind eigentlich Serious Games? Dabei handelt es sich um Spiele, die nicht ausschließlich der Unterhaltung dienen, sondern auch Informationen und Bildung vermitteln – und zwar auch für Berufe. So gab es bereits im Jahr 1958 den ersten digitalen Flugsimulator für das Pilotentraining. Heute üben Ärzte Operationen und Behandlungen anhand von Videospielen. Und auch für Rehabilitationstherapien wird auf Sport- und Geschicklichkeitsgames zurückgegriffen. Das Heidelberger Start-up-Unternehmen „Living Brain“ nutzt sogar VR-Brillen, um neurologische Krankheitsbilder zu behandeln.

Ein Arzt mit VR-Brille vor einer Puppe, dahinter ein Fernseher.
Auch Ärzte trainieren an Videospielen. (Symbolfoto) © Sebastian Kahnert/dpa

Neben dem GamesHub gibt es noch andere Spieleschmieden in Heidelberg. So haben 2019 zwei Studenten der SRH Hochschule mit ihrem Videospiel „Orbital Bullet“ beim Deutschen Computerspielpreis abgeräumt. Der Entwickler „Andrade-Games“ hat mit „Heidelberg 1693“ sogar ein eigenes Spiel über die Stadt programmiert, in dem man gegen Untote und Monster kämpft. (PM/dh)

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