Vier Haltestellen oder im Stadtteil

Günstiger ÖPNV „für alle“: Kurzstreckenticket soll 1,70 Euro kosten

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Heidelberg soll ein Kurzstreckenticket für den Nahverkehr bekommen.

Heidelberg - Der Nahverkehr in der Universitätsstadt soll ein „Kurzstreckenticket für alle“ bekommen. Welche Varianten diskutiert werden und was das kosten soll:

Update vom 28. März: Am Donnerstagabend stimmt der Gemeinderat einstimmig für das Kurzstreckenticket. 

Meldung vom 8. März: Heidelberg soll ein Kurzstreckenticket für den öffentlichen Nahverkehr bekommen. Bislang gibt es in der Universitätsstadt das Cityticket für 1,40 Euro, das allerdings lediglich für das Dreieck Hauptbahnhof-Bismarckplatz-Brückenstraße gilt. Wer kein Smartphone besitzt und auf den günstigeren Luftstrecken-eTarif (1,30 Euro plus 20 Cent pro Kilometer) zurückgreifen kann, zahlt selbst für kurze Strecken im Heidelberger Stadtgebiet 2,60 Euro. Das könnte sich im Juni ändern. 

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Kurzstreckenticket soll in Heidelberg eingeführt werden – 4 Haltestellen für 1,70 Euro

In den vorberatenden Gemeinderatsgremien wird derzeit die Einführung eines „Kurzstreckenticket für alle“ diskutiert, mit dem Fahrgäste den ÖPNV für vier Haltestellen oder in einem Stadtteil nutzen können – für 1,70 Euro. Für ein entsprechendes Modell stimmte der Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss einstimmig.

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Schon im Herbst letzten Jahres wurden unterschiedlichen Varianten diskutiert: Die CDU schlug die Einführung eines zeitbasierten Kurzstreckenticket, dessen Gültigkeit auf 15 Minuten begrenzt und vor allem auch „in nicht digitaler Form (Papier)“ zur Verfügung stehen soll, sonst würden Menschen „ausgegrenzt, die kein Smartphone besitzen“. Die SPD wollte lieber ein haltestellenbasiertes Kurzstreckenticket, mit dem man vier Haltestellen oder innerhalb eines Stadtteils fahren kann. „Für kurze Strecken betrachtet ist eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum regulären Fahrpreis in Relation zur Beförderungsstrecke sehr teuer“, argumentieren die Sozialdemokraten. Mit dem haltestellenbasierten Ticket wolle man diesem Effekt entgegenwirken. Auf einen Grünen-Vorschlag geht der Preis für das Kurzstreckenticket zurück: „Alle Bevölkerungsgruppen, aber besonders Bürger mit geringem oder sehr geringem Einkommen sind auf günstige Beförderungstarife angewiesen“, deshalb schlagen die Grünen ein Kurzstreckenticket für vier Haltestellen für 1,70 Euro vor.

Mehrkosten für Einführung des Kurzstreckentickets in Heidelberg durch Haushalt gedeckt?

Ein zeitbasiertes Kurzstreckenticket für 1,70 Euro würde Mindereinnahmen von rund 864.000 Euro jährlich zur Folge haben. Das haben VRN, RNV und ein Gutachterbüro errechnet. Von den 2,3 Millionen Fahrgästen pro Jahr nutzen rund 446.000 den City-Tarif, der bei Einführung des Kurzstreckentickets entfallen soll. Hinzu kämen wohl 123.000 neue Kunden für das Kurzstreckenticket. Für ein zeitbasiertes Ticket müssten RNV und BRN die bestehende Entwertertechnologie ersetzen – einmalige Zusatzkosten: mindestens 1 Million Euro.

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Das haltestellenbasierte Kurzstreckenticket würde im Nahverkehr Mindereinnahmen von 221.000 Euro pro Jahr bedeuten. Bei dem Modell wird mit rund 264.000 Kurzstreckenticketkunden gerechnet. Nur geringfügig höher wären die Mindereinnahmen für das Kurzstreckenticket plus Stadtteil: Die Mindereinnahmen liegen hier laut Berechnungen bei 224.000 Euro jährlich

Im Doppelhaushalt 2019/20 sind für die Einführung des Kurzstreckentickets 250.000 Euro eingestellt. Ob die Finanzmittel für die Einführung eines Tickets und zusätzlich entstehende Kosten reichen, sollen die Verkehrsbetriebe bis zur kommenden Gemeinderatssitzung (28. Dezember, 16:30 Uhr) klären.

Heidelberg und Leimen haben mit dem Bau einer Radwegtrasse begonnen, die beide Städte verbinden und die Radweglücke schließen soll.

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rmx

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