Windkraft in Heidelberg

Gemeinderat stimmt für drei mögliche Standorte!

+
Drehen sich in Heidelberg auch bald Windräder?

Heidelberg – Wo sollen im Stadtgebiet Windräder aufgestellt werden? Nach erneuter Diskussion grenzt der Gemeinderat die möglichen „Konzentrationszonen“ am Donnerstag weiter ein: 

Wieder wird im Gemeinderat am Donnerstagabend kontrovers über das Thema Windräder in Heidelberg debattiert.

Schließlich ist jedoch klar: Von den ursprünglich vorgeschlagenen Standorten für Konzentrationszonen für Windkrafträder will die Stadtverwaltung drei weiter prüfen. Der Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim hatte sieben Standorte in Gemarkung Heidelberg zur Diskussion gestellt (WIR BERICHTETEN).

Bei den Flächen Drei Eichen, Kirchheimer Mühle und Grenzhof Ost, die weiter im Rennen sind, will die Stadt allerdings noch die Einschätzung der Behörden abwarten.

Klar ist mit dem Beschluss auch: Die Waldstandorte Hoher Nistler, Weißer Stein Süd, Lammerskopf und Auerhahnkopf sollen nicht weiter verfolgt werden, da sie als Konzentrationszonen für Windenergie ungeeignet seien.

>>> Hier geht‘s zu unserer Themenseite Windkraft Rhein-Neckar

Aus ökologischen Gründen und zum Schutz des Landschaftsbildes, bittet die Stadt die Gemeinden Dossenheim und Schriesheim darum, in ihrer Bewertung vom Standort „Am langen Kirschbaum“ Abstand zu nehmen.

Faktor Bürgerbeteiligung?

Mit der Entscheidung gegen die vier Waldstandorte auf Heidelberger Gemarkung trägt die Verwaltung wohl auch der starken Ablehnung im Rahmen der Online-Bürgerbeteiligung Rechnung. 

Meinungstendenzen im Online-Dialog.

2.400 Menschen besuchten zwischen Oktober und November 2015 die Online-Plattform und hinterließen 825 Beiträge und Kommentare zu den vorgeschlagenen Standorten.

Bemerkenswert: Auch wenn die Befragung nur eine Meinungstendenz darstellt und nicht repräsentativ für die Haltung aller Heidelberger steht, wird lediglich der Standort Kirchheimer Mühle mit 68 Prozent unterstützenden Kommentaren positiv bewertet. Über den Standort Drei Eichen oberhalb von Boxberg waren die Meinungen geteilt. Alle übrigen Vorschläge wurden von den Bürgern ablehnend bewertet.

Neben ökologischen Bedenken (schwierige Zugangswege, Natur- und Artenschutz) wurde die potentielle Verschandelung des Landschaftsbilds und der negative Einfluss auf den Freizeit- und Erholungsraum Wald moniert. Zudem wurden Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Windenergie vorgebracht.

Positive Stimmen im Bürgerbeteiligungsverfahren hoben indes die Relevanz von Windenergieanlagen für die Energiewende und die potentielle Vorreiterrolle Heidelbergs hervor. Zudem wurde auf die Vorteile gegenüber konventionellen Energieproduktion verwiesen. Darüber hinaus stellten Kommentare klar, dass in diesem Fall das Gemeinwohl über Einzelinteressen stehe.

Eine Frage der Wirtschaftlichkeit?

Die Stadtverwaltung weist in ihrer Beschlussvorlage übrigens darauf hin, dass die Wirtschaftlichkeit der beiden Ebenen-Standorte Kirchheimer Mühle und Grenzhof Ostvon zukünftigen Investoren auf Basis von Messungen der Windgeschwindigkeiten“ bewertet werden muss. 

Ein Blick in den Windatlas Baden-Württemberg verrät: Die Windgeschwindigkeit in 140 Meter Höhe über Grund liegt im Bereich der Kirchheimer Mühle bei 4,75 bis 5 Meter pro Sekunde, im Bereich Grenzhof bei 5 bis 5,25 Meter pro Sekunde. (Zwischen-)Fazit der Beschlussvorlage: „Auf Basis der Einspeisevergütung des heutigen Erneuerbare Energien Gesetzes ist an den beiden Standorten in der Ebene damit derzeit eine wirtschaftliche Windenergienutzung nicht sicher zu erwarten.“ 

Dieser Kritikpunkt war auch im Gemeinderat wieder Thema. Ginge es nach CDU- und Heidelberger-Fraktion sollten aus diesem Grund alle Standortvorschläge abgelehnt werden. Eine Mehrheit stellt sich in der Abstimmung gegen diesen Vorschlag.

Lediglich der Waldstandort Drei Eichen weist 5,5 bis 6,5 Meter pro Sekunde in 140 Metern Höhe über Grund auf. Selbst bei dieser Windgeschwindigkeit entwickelt eine derzeitige Windenergieanlage nur einen Bruchteil der Nennleistung. 

Das muss noch geprüft werden

Der Standort Drei Eichen soll nochmal bezüglich des Artenschutzes geprüft werden. Der Standort Grenzhof Ost ist hinsichtlich der Abstandsregeln noch einmal zu analysieren. Auf Antrag der Grünen soll dort ein 1.000 Meter-Abstand bei der Bebauung eingehalten werden

Für beide Ebenen-Standorte Grenzhof Ost und Kirchheimer Mühle sind ergänzende artenschutzrechtliche Untersuchungen erforderlich.

So gehts weiter

Eine endgültige Stellungnahme seitens der Stadt Heidelberg soll bis zum 29. Juli an den Nachbarschaftsverband gehen. Davor soll dem Gemeinderat noch einmal die Auswertung der Bürgerbeteiligung durch den Nachbarschaftsverband vorgelegt werden. Die betreffende Gemeinderatssitzung findet am 21. Juli statt. 

rmx/sag

Fotos: Tatort Kirchheim: 17 Fahrzeuge aufgebrochen

Fotos: Tatort Kirchheim: 17 Fahrzeuge aufgebrochen

Fotos: 2. White Night auf Heidelberger Schloss

Fotos: 2. White Night auf Heidelberger Schloss

Angefahren! Fußgänger an Hauptbahnhof schwer verletzt  

Angefahren! Fußgänger an Hauptbahnhof schwer verletzt  

Kommentare