Strafbefehl erlassen

Verleumdung: Hohe Geldstrafe für Hundebesitzerin nach Facebook-Post über Tierklinik

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Facebook Post über Tierklinik sorgt für große Aufregung 

Heidelberg - Nach schweren Anschuldigungen gegen eine Tierklinik hat das Amtsgericht Strafbefehl gegen eine 22-Jährige erlassen. Sie hatte auf Facebook Kritik gepostet:

Update vom 9. August: Im Fall um den Facebook-Shitstorm, der sich gegen die Tierklinik Heidelberg richtete, ist im Juni ein Strafbefehl erlassen worden. Das bestätigt Dr. Tim Haaf von der Staatsanwaltschaft Heidelberg am Freitag (9. August) auf Anfrage von HEIDELBERG24. Demnach hat das Amtsgericht Heidelberg am 4. Juni gegen Laura K. einen Strafbefehl wegen Beleidigung und Verleumdung erlassen. 

Die 22-Jährige wurde zu einer Gesamtgeldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen verurteilt“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zur Tagessatzhöhe macht Dr. Haaf grundsätzlich keine Angaben, da sich daraus das Nettoeinkommen der Verurteilten ableiten ließe. Unseren unbestätigten Informationen zufolge liegt die Höhe der Geldstrafe im vierstelligen Bereich.

Nach Strafgesetzbuch macht sich strafbar, „wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist.“ (§ 187 StGB).

Heidelberg: Tierklinik verklagt Hundebesitzerin Laura K. nach Kritik auf Facebook!

Update vom 28. Februar 2019: Nachdem Hundebesitzerin Laura K. im Oktober 2018 in einem Facebook-Post scharfe Kritik an der Tierklinik Heidelberg geübt hat, wurde gegen sie Anzeige erstattet. Wie Laura K. uns erzählt, werde der Fall nun sogar vor Gericht verhandelt. Der Vorwurf: Verleumdung! Ein Gerichtstermin stünde noch nicht fest, erzählt uns Laura K. Aber: „Wir können alles beweisen, was ich geschrieben habe.“

Laura K. hatte in einem Facebook-Post über ihre Erfahrung mit der Tierklinik Heidelberg berichtet. Der Tierarzt hätte sie und ihr Tier „abwertend“ behandelt und „sichtlich Angst“ vor dem Hund gehabt – so einer der Vorwürfe. Der Facebook-Beitrag der Hundebesitzerin über die Tierklinik Heidelberg hatte eine Welle der Empörung losgetreten – viele Menschen teilten in den Kommentaren ihre Erfahrungen mit der Tierklinik. Es fielen Begriffe wie „kaltherzig“ und „profitorientiert“. 

Der Inhaber der Tierklinik, Dr. M. Maurer, konnte sich die Anschuldigungen nicht erklären und hatte sich gegen den Vorwurf der Empathielosigkeit verteidigt – seine Klinik sei seit Jahren mit zufriedenen Patienten ausgelastet. 

Update 27. Februar 2019: Erneut rückt ein Vorfall die Tierklinik von Dr. Meinhard Maurer in schlechtes Licht. Ein Hund stirbt wenige Tage nach einer OP. Jetzt übt seine Besitzerin heftige Kritik an der Tierklinik Heidelberg.

Es hagelt Vorwürfe! Facebook-Post löst Welle der Empörung über Heidelberger Tierklinik aus

10. Oktober 2018: In der Nacht auf Sonntag (7. Oktober) veröffentlich Laura K. ein Facebook-Post, der innerhalb weniger Tage eine Welle der Empörung auslöst. 

In ihrem Facebook-Beitrag beschreibt Laura K. ihre Erfahrung mit der Tierklinik. Der behandelnde Arzt hätte Besitzer und Tier „abwertend“ angeschaut und „sichtlich Angst“ vor dem Hund gehabt, obwohl dieser einfach nur auf dem Boden gelegen und „vor Schmerzen geheult“ hätte. Laura K. schreibt in ihrem Post weiter, dass der Tierarzt stattdessen ständig die Kosten der Behandlung erwähnt und den Hund letztendlich gar nicht behandelt hätte. Sie sei schließlich in eine andere Klinik gefahren, wo ihr Hund behandelt worden sei. 

Der Facebook-Post von Laura K. wurde bereits über 2.000 Mal geteilt. 

Hunderte Kommentare

Mit ihrem Facebook-Post tritt die Hundebesitzerin eine Welle der Empörung los – der Beitrag wurde bereits über 2.000 Mal geteilt und hundertfach kommentiert. Viele Menschen teilen darunter ebenfalls ihre Erfahrungen mit der Tierklinik. Es fallen Begriffe wie: „kaltherzig“„profitorientiert“„unfreundlich“ und „empathielos“.

Auch Joaquina kommentiert die Geschichte ihres Tierklinik-Besuchs bei Facebook. Im Telefoninterview erklärt sie uns genauer, was sich zugetragen haben soll: Ihr Pudel-Mischling sei mit Krampfanfällen in die Klinik eingeliefert worden, doch die Ärzte hätten auch nach mehreren Tagen keine Diagnose stellen können. Der Zustand des Tieres habe sich weithin verschlechtert. Die Hundebesitzerin erzählt, dass sie eines Tages in die Klinik gekommen sei und ihr Hund fürchterlich gezittert hätte. Erst nach mehrmaligen Bitten sei die Temperatur gemessen worden und es hätte sich herausgestellt, das der Pudel-Mix Untertemperatur gehabt hätte. Wäre ich nicht täglich da gewesen, wäre Bobby wohl gestorben!", erzählt Joaquina.

Was sagt die Tierklinik selbst zu den Vorwürfen? 

Wir konfrontieren Herr Dr. M. Maurer, Inhaber der Tierklinik, mit einigen der Anschuldigungen. Dieser erklärt uns, dass sämtliche Behandlungsräume der Klinik aus Sicherheitsgründen mit Videoüberwachung ausgestattet seien. 

Der Tierarzt zum Fall von Laura K.: „Vorberichtlich ging der Hund seit einer Woche auf der rechten Vordergliedmaße lahm. Der Hund lag auch nicht auf dem Boden und heulte vor Schmerzen, sondern er liegt in meiner Videoaufzeichnung völlig ruhig in normaler Bauchlage während des Gesprächs mit den Besitzern auf dem Boden.“ Auf dem Video sei außerdem zu sehen, dass der behandelnde Tierarzt den Patienten mehrfach gestreichelt habe. „Es kann also auch keine Rede davon sein, dass er Angst gehabt hätte“, erklärt der Klinikleiter. Der Arzt habe mit den Tierbesitzern dann die weitere Behandlung besprochen. Er habe erklärt, „dass bei einer Lahmheit, die seit einer Woche bestand und bei einem chronisch kranken Allgemeinbild des Hundes mit bedenklicher Abmagerung es nicht mit einer Spritze getan sei. Vor der Behandlung steht in jedem Krankenhaus die Untersuchung und die Diagnose.“ Nach dem Kostenvoranschlag hätten sich die Besitzer nicht für das vorgeschlagene Vorgehen entscheiden können, weswegen der Arzt keine Behandlung eingeleitet hätte. „Es bestand weder eine lebensbedrohliche Situation, noch eine starke Schmerzhaftigkeit, wenn der Hund sich ruhig verhielt.“

Die vielen Anschuldigungen auf Facebook kann sich Maurer nicht erklären„Zu den hunderten Beschwerden über meine Klinik, die dieser Post ausgelöst hat, darf ich Ihnen antworten, daß die Klinik offensichtlich nicht so schlecht sein kann, wenn seit 30 Jahren jeden Tag das Arbeitspensum nur unter großer Anstrengung zu bewältigen ist." Das Personal würde überhäuft werden mit Kaffee, Schokolade und selbetgebackenen Kuchen, „was dem Vorwurf der Empathielosigkeit und Unfreundlichkeit nicht gerade Vorschub leistet“, so der Tierarzt.

Gegen Laura K., die den medialen Aufruhr mit ihrem Facebook-Post ins Rollen brachte, habe Dr. Maurer sowie der betroffene Tierarzt Anzeige erstattet – wegen Verleumdung, übler Nachrede und der Verletzung des Datenschutzes.

jmb/rmx

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