Bei Pressekonferenz in Heidelberg

„Dr. Tod“ Gunther von Hagens (72): Tränen bei KÖRPERWELTEN! 

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Gunther von Hagens' KÖRPERWELTEN im Alten Hallenbad in Heidelberg.

Heidelberg-Bergheim – Kommt er oder kommt er nicht? Und Plastinator Gunther von Hagens lässt sich die Pressekonferenz zum neuen KÖRPERWELTEN-Museum im Alten Hallenbad nicht entgehen:

Er ist der Erfinder der bahnbrechenden Plastination und der Vater der umstrittenen Leichenschau KÖRPERWELTEN – Mediziner Gunther von Hagens (72).

Kein Wunder, dass sich „Dr. Tod“ trotz schwerer Parkinson-Erkrankung die offizielle Pressekonferenz am Mittwoch, dem Tag vor der Eröffnung (28. September) der Dauer-Ausstellung im Alten Hallenbad, nicht entgehen lässt. Sein erste öffentliche Rede überhaupt seit drei Jahren!

Meine Damen und Herren es ist mir eine Herzensangelegenheit, heute zu Ihnen zu sprechen! Denn Heidelberg ist die Geburtsstätte der Plastination.  Am Anfang wurde ich belächelt, weil die ersten Präparate schiefgegangen sind. Das sei keine Wissenschaft, das sei schmuddelige Präparatorenarbeit. Aber ich habe schon damals gesagt, dass ich mit dieser Technologie eines Tages die Museen der Welt revolutionieren werde“, so von Hagens unter Tränen. „Ich hätte damals nie an solch einen Erfolg geglaubt! Und heute darf ich hier stehen und dieses Museum eröffnen.

Gunther von Hagens bei KÖRPERWELTEN in Heidelberg

Und das alles in der Stadt, wo der Anatom vor 40 Jahren (1977) an der Uni Heidelberg die dauerhafte Konservierung von Leichen austüftelte und wo bis heute das „Institut für Plastination“ in Rohrbach beheimatet ist. Über 45 Millionen Besucher haben die erfolgreichste Ausstellung überhaupt bislang weltweit gesehen – Zehntausende davon bei der Heidelberg-Premiere im Frühjahr 2009 in der „halle02“!

Auf rund 1.000 Quadratmetern hat Kuratorin Dr. Angelina Whalley (56), die Ehefrau von Hagens‘, unter dem Motto „Anatomie des Glücks“ im ehemaligen Männerbad in der Poststraße eine spannende Ausstellung mit 200 Exponaten konzipiert – darunter 18 Ganzkörper-Plastinate.

Alle Plastinate gehen auf das Körperspendeprogramm des „Instituts für Plastination“ zurück: 17.000 Menschen haben sich dort freiwillig registrieren lassen, wollen ihren Körper posthum der Wissenschaft vermachen.

Eine von ihnen ist Doris Tögel (55) aus Sandhausen: „Die Plastinate haben mich damals sofort fasziniert! Deshalb bin Körperspenderin der ersten Stunde. Ich leide unter Spina bifida, einem offenen Rücken, und habe bereits 20 Operationen hinter mir. Ich will nach meinem Tod als Ganzkörperplastinat gezeigt werden – gerne auch in meinem Rollstuhl.

Auf die Vielzahl der Körperspender angesprochen scherzt „Dr. Tod“, der einmal selbst als Plastinat ausgestellt wird: „Ein guter Anatom hat immer ein paar Leichen im Keller...

HEIDELBERG24 beim Aufbau der KÖRPERWELTEN

Doch was sagt die Stadt zu der Leichenschau, die stets mit dem Vorwurf der Sensationslust und der Verletzung der Menschenwürde konfrontiert wird?

Uns ist wichtig, dass die Exponate nicht erniedrigend sondern der Menschenwürde entsprechend ausgestellt werden. Die Organisatoren bringen Qualität nach Heidelberg – keinen Schmuddel. Ic h erhoffe mir deshalb, dass die Ausstellung von den Menschen angenommen wird“, so Mathias Schiemer, Chef von Heidelberg Marketing.

Und Kuratorin Whalley versichert: „Unsere Ausstellung geht weit über eine Anatomiestunde hinaus! Wir zeigen keine anatomischen Plastiken, sondern echte Menschen. Nur so erreicht man die Herzen der Menschen. Es darf hier nicht zugehen, wie auf einem Jahrmarkt, wo die Menschen der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Doch genau das Gegenteil findet statt: Die Besucher verhalten sich so andächtig, dass in den Räumen eine geradezu sakrale Stille herrscht.

An einer der interaktiven Stationen kann man sich selbst ‚durchleuchten‘ lassen, indem man auf einen Sensor zuläuft:

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr) Samstag und Sonntag: von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr)

Preise
Erwachsene 17 Euro, Studenten und ermäßigte Personen 14 Euro, Kinder & Jugendliche (7-18 Jahre) 11 Euro. Familienticket für zwei Erwachsene und zwei Kinder oder einen Erwachsenen und drei Kinder 42 Euro. Der informative Audio-Guide (deutsch/englisch) kostet 3,50 Euro extra. Rund 1.000 Karten hat man bereits im Vorverkauf an den Mann gebracht. 

Alle weiteren Infos, Preise etc. zum kommenden KÖRPERWELTEN-Museum findest Du online unter www.koerperwelten.com.

Das sind Gunther von Hagens' KÖRPERWELTEN 

>>> Erste Fotos der KÖRPERWELTEN im Alten Hallenbad!

>>> OB Würzner hat nichts gegen KÖRPERWELTEN im Alten Hallenbad!

>>> KÖRPERWELTEN-Ausstellung zieht ins Alte Hallenbad!

pek

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