Stadtentwicklung

Ideenwettbewerb zum Heideldruck-Gelände: „Flanier-Zone“ Kurfürstenanlage?

Das Areal der Stadtwerke und der ehemaligen Heideldruck-Gebäude soll in ein attraktives Quartier entwickelt werden.
+
Luftbild vom Areal der Stadtwerke und der ehemaligen Heideldruck-Gebäude.

Heidelberg-Bergheim - Seit einiger Zeit stehen große Teile des ehemaligen Geländes der Heidelberger Druckmaschinen leer. Ein Ideenwettbewerb soll jetzt die Zukunft des Areals klären:

Seit dem Wegzug der Heidelberger Druckmaschinen aus der Kurfürstenanlage an den Produktionsstandort Wiesloch-Walldorf stehen Teile der ehemaligen Unternehmensgebäude in Bergheim leer. 2015 kaufte der Bauträger und Immobilienentwickler Epple das rund 1,6 Hektar große Areal, mit der Absicht das Gelände städtebaulich zu entwickeln. Da die benachbarten Stadtwerke Heidelberg voraussichtlich im Sommer 2021 in das ehemalige Forschungszentrum der Heideldruck auf der gegenüberliegenden Seite der Eppelheimer Straße ziehen werden, wird entlang der Kurfürstenanlage ein gut sechs Hektar großes Gelände für die Stadtentwicklung frei.

Immobilienentwickler Epple, Stadtwerke und die städtische Wohnungsbaugesellschaft GGH haben sich zusammengeschlossen und einen städtebaulichen Ideenwettbewerb gestartet, der im April 2021 beendet sein soll. Einen Auslobungstext für den Wettbewerb, an dem 20 Architekten und Stadtplaner teilnehmen, hat der Stadtentwicklungs- und Bauausschuss des Gemeinderats Heidelberg am Dienstag (13. Oktober) beschlossen. Ziel des Wettbewerbs ist es, in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof ein „Modell-Quartier“ zu schaffen, dass alle Aspekte einer modernen Stadt bietet: „Nutzungsmischung, Lebendigkeit und Nachbarschaft, Grün, Klimafreundlichkeit und ökologische Wertigkeit“.

Heidelberg: Stadtwerke ziehen um ‒ was passiert mit Gelände an Kurfürstenanlage?

In dem zu entwickelnden Gebiet zwischen Kurfürstenanlage, Print Media Academy, Alte Eppelheimer Straße und dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis will man einen „vielfältigen Nutzungsmix aus Miet- und Eigentumswohnungen, Flächen für Dienstleitungen und nichtstörendem Gewerbe sowie eine Kindertagesstätte“ unterbringen, heißt es in einer Beschlussvorlage. Bestehende Mieter wie das Laureate Forum und die „Mathematik-Informatik-Station“ (MAINS) werden auch künftig in dem Areal angesiedelt sein ‒ im „Haus der vielen Möglichkeiten“, das neben der Print Media Academy neu gebaut werden soll.

Bestimmte Bauwerke im Entwicklungsgebiet stehen entweder unter Denkmalschutz oder sind „betriebsnotwendig“. Dazu zählen unter anderen der Stadtwerke-Schornstein, das Heizkraftwerk Mitte oder der Brunnen in der Kurfürstenanlage. Sie müssen definitiv erhalten bleiben. Andere Gebäude hingegen, wie die ehemalige Verwaltung der Heideldruck oder die Stadtwerke-Kantine, sollen abgerissen werden. Die beiden Tiefgaragen dürften bestehen bleiben.

So soll sich das Heideldruck-Areal an der Kurfürstenanlage verwandeln

Mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum kommt das „Heidelberger Baulandmanagement“ zum Tragen. So soll sicher gestellt werden, dass mindestens 20 Prozent der neu geschaffenen Wohnflächen für „Schwellenhaushalte“ bezahlbar sind. Neue Gebäude können zwar bis 32 Meter hoch sein, Hochhäuser soll es aber auf dem Areal keine geben. Da das Gelände nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt liegt, soll es möglichst „autoarm“ sein. Dafür sollen Car-Sharing-Konzepte, Förderung der E-Mobilität und ein Stellplatzschlüssel von 0,5 je Wohneinheit sorgen. Zwischen den Gebäuden sind „Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität“ angedacht.

Die Kurfürstenanlage soll zur Flanier-Zone umgewandelt werden.

Bei dem Vorhaben geht es den Projektträgern auch um die „Belebung des öffentlichen Raums“: Entlang der Kurfürstenanlage, die zu einer „attraktiven Flanier-Zone umgewandelt“ werden soll, könnten im Erdgeschoss Cafés, Büros, Galerien oder Einzelhändler für einen attraktiven Mix sorgen, der nicht nur Bürger aus Bergheim und der Weststadt anziehen soll. Zur Alten Eppelheimer Straße hin ist eine „kleinteilige gemischte Nutzung“ vorstellbar. Für Fußgänger und Radfahrer soll es zwei Passagen zwischen Alter Eppelheimer Straße und Kurfürstenanlage geben.

Ideen zu Heideldruck-Gelände bis Frühjahr 2021

Bis zum kommenden Frühjahr sollen 20 internationale, nationale und auch lokale Architekten und Planer ihre Ideen zur Gestaltung des Heideldruck- und Stadtwerke-Geländes vorlegen. Eine Jury wird im April 2021 über die Entwürfe entscheiden, die im Mai ausgestellt werden sollen. Nach dem Jury-Entscheid wird der Siegerentwurf nochmal überarbeitet und es geht in die tieferen Planungen.

Der Jury gehören unter anderen Peter Bresinski (GGH), Andreas Epple, Michael Teigeler (Stadtwerke), Finanz-Bürgermeister Hans-Jürgen Heiß und Baubürgermeister Jürgen Odszuck an. Dazu kommen sechs Architekten und Planer. Ohne Stimmrecht sind auch Stadträte und ein Mitglied des Bergheimer Bezirksrats in der Jury. (rmx)

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare