Interview mit Insa Thiele-Eich

Dossenheimerin will als erste deutsche Frau ins All! 

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Die Dossenheimerin Insa Thiele-Eich hat es ins Finale geschafft!  

Dossenheim/Bonn – Ab ins All! Wir haben mit der potenziellen Astronautin Insa Thiele-Eich aus Dossenheim über Außerirdische, die Faszination Weltraum und Verschwörungstheorien gesprochen:  

Warum waren bisher elf deutsche Männer im All, aber keine einzige deutsche Frau?

Das fragte sich auch Claudia Kessler, diplomierte Ingenieurin für Luft-und Raumfahrt und CEO von HE Space Operations und startete das Projekt „Die Astronautin“. Durch die Hilfe von privatwirtschaftlichen Sponsoren und unterstützt von Vertretern der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft soll bis 2020 die erste deutsche Frau auf eine Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) entsendet werden.

Doch nicht nur das: Ziel des Projekts ist es unter anderem auch, Mädchen und Frauen für die Wissenschaft zu begeistern.

Du findest die Projekt-Idee großartig? Per Crowdfunding kannst auch Du einen Beitrag leisten!  

Über 400 Bewerbungen gingen in kürzester Zeit ein, sechs hochmotivierte und qualifizierte Frauen haben es jetzt in die engere Auswahl geschafft. 

Die Finalistinnen zusammen mit Martin Günthner und Initiatorin Claudia Kessler in Bremen. 

Eine davon: die Meteorologin und wissenschaftliche Koordinatorin am Meteorologischen Institut in Bonn, Insa Thiele-Eich

Die 33-Jährige betreibt Grundlagenforschung für eine verbesserte Wetter- und Klimavorhersage und untersucht zum Beispiel den Wasser- oder Energieaustausch zwischen Boden, Vegetation und Atmosphäre. 

Insa Thiele-Eich im Interview mit HEIDELBERG24

Welchen Beitrag könnten Sie auf der ISS leisten, falls Sie es schaffen? Welche Aufgaben würden Sie übernehmen?

„Die Astronautin soll ein vollwertiges Mitglied an Board der ISS sein und wird als Wissenschaftsastronautin eingesetzt. Erste Projekte zur Raumfahrtmedizin sind bereits bei der Charité in Planung, weitere Projekte zum Beispiel zur Materialforschung werden nach der erfolgreichen Crowdfunding-Phase gestartet. Sicherlich werden auch viele Experimente gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern konzipiert und durchgeführt, denn es geht bei dieser Kampagne ja auch darum, eine Vorbildfunktion für junge Mädchen und Jungen zu sein.“

Wollten Sie schon immer ins All? Haben Sie keine Angst davor?

„Das All fasziniert mich schon seit ich ein kleines Mädchen war. Greifbarer wurde der Berufswunsch dann mit einer über die Jahre wachsenden Begeisterung speziell für die astronautische Raumfahrt. Angst habe ich ohnehin selten, aber zu behaupten ich hätte keinen Respekt vor Start und Landung wäre gelogen.

Was ist ihr Lieblings-Science-Fiction Film?

„Mein momentaner Lieblingsfilm ist Hidden Figures, leider ist das keine Science Fiction. Ansonsten fand ich Der Marsianer toll, oder auch Interstellar.“

Wie lange würden Sie auf der ISS bleiben?

„Geplant sind erstmal zehn bis 14 Tage."

Wie hat ihre Familie auf die Nachricht ihrer Bewerbung reagiert?

„Sowohl mein Mann als auch meine Mutter haben einen Artikel über die Initiative gelesen und mir nahezu zeitgleich davon erzählt. Fünf Minuten später war die Datei für das Anschreiben erstellt.“

Glauben Sie an intelligentes Leben im All?

„Seit ich sechs Jahre alt bin!“

Wie lange haben Sie in Dossenheim gewohnt? Haben Sie noch einen Bezug zu Ihrer Heimatstadt?

„Ich bin in Dossenheim geboren und habe dort mein erstes Nutella-Brot gegessen. Im Alter von 2 Jahren bin ich dann mit meinen Eltern nach Princeton, New Jersey gezogen und habe seitdem Heidelberg nur noch besucht – das aber immer gerne!“

Welche persönlichen Gegenstände würden Sie ins All mitnehmen? Dürften Sie das überhaupt?

„Jedes Kilo ist teuer, aber man darf tatsächlich auch private Gegenstände mitnehmen. Ich würde vermutlich ein Kuscheltier meiner Töchter mitnehmen, das mich auch jetzt schon gerne bei Dienstreisen begleitet.“

Wenn Sie es schaffen sollten – welche Ziele würden Sie sich danach noch gerne erfüllen? Würde auch eine bemannte Mars-Mission für Sie in Frage kommen?

„Ich bin Wissenschaftlerin mit Leidenschaft und könnte mir gut vorstellen danach meine Forschung wieder aufzunehmen. Aber ich bin mir sicher, dass sich auch viele andere interessante Türen öffnen werden. Eine astronautische Mars-Mission kommt für mich auch in Frage, aber dann gemeinsam mit meinen Töchtern und meinem Mann.“

Was würden Sie gerne Verschwörungstheoretikern entgegen, die nicht an die Mondlandung glauben?

„Sie sollen sich alle möglichst großzügig am Crowdfunding beteiligen, ich verspreche dass ich schaue, ob ich von der ISS aus die amerikanische Flagge auf dem Mond erspähen kann.“

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Wir danken für das Gespräch und drücken Insa Thiele-Eich die Daumen, dass sie die erste deutsche Frau im All sein wird!

kp 

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