25. Jahrestag des Mauerfalls

Heidelberger Doktorarbeit zur Geschichte der DDR

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Heidelberg - 25 Jahre ist es her, dass die Mauer in Berlin gefallen ist. Jetzt beschäftigt sich ein Heidelberger Historiker mit der Geschichte des Häftlingsfreikaufs aus der DDR:

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls ist jetzt eine Heidelberger Doktorarbeit zur Geschichte des Häftlingsfreikaufs aus der DDR erschienen. 

Mehr als 32.000 politische Häftlinge wurden zwischen 1963 und 1989 von der Bundesrepublik Deutschland aus der DDR freigekauft. 

Eine am Historischen Seminar der Universität Heidelberg entstandene Doktorarbeit beschäftigt sich mit diesem zentralen Kapitel der deutsch-deutschen Beziehungen in Zeiten des Kalten Krieges. 

In der gerade veröffentlichten Studie untersucht Dr. Alexander Koch die Geschichte des Häftlingsfreikaufs und analysiert die unterschiedlichen Interessen sowohl der Bundesrepublik als auch der DDR. 

Der Wissenschaftler kommt zu dem Ergebnis, dass der Freikauf langfristig zu einer Destabilisierung der SED-Diktatur beigetragen hat. „Ein wichtiger Faktor für den Start des Häftlingsfreikaufs im Jahr 1963 war der Bau der Berliner Mauer zwei Jahre zuvor. Die Hoffnung auf eine schnelle Wiedervereinigung hatte sich zerschlagen. Damit erhöhte sich für die westdeutschen Politiker der Druck, etwas für die politischen Häftlinge in der DDR zu tun“, erläutert Dr. Koch. 

Der „Preis“ für einen freigekauften Häftling variierte anfangs und war an verschiedene Kriterien wie beispielsweise die Höhe des Strafmaßes, die Reststrafe und die Ausbildung der betroffenen Person gekoppelt. 

1977 einigte man sich auf einen Pauschalbetrag von rund 96.000 DM pro Person. Bezahlt wurde allerdings nicht mit Geld, sondern mit Sachgütern, vor allem mit Rohstoffen, die von der DDR zur Generierung von Deviseneinnahmen auf internationalen Märkten weiterverkauft wurden. 

Für seine Studie hat Alexander Koch zahlreiche, zum Teil unveröffentlichte Quellen aus verschiedenen Archiven ausgewertet. Der Historiker stieß dabei auch auf ein Dokument der Westberliner „Rechtsschutzstelle“, in dem der Freikauf bereits im Jahr 1951 als eine Möglichkeit angesehen wird, politisch Inhaftierten in der DDR zu helfen. 

Darüber hinaus hat der Wissenschaftler Interviews mit Zeitzeugen geführt. Neben ehemaligen Häftlingen, Rechtsanwälten und Diplomaten gehörten dazu auch Politiker wie Egon Bahr und Hans-Dietrich Genscher. Gesprächspartner waren zudem die ehemaligen ranghohen Mitarbeiter im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen Ludwig Rehlinger und Jan Hoesch, die beim Häftlingsfreikauf eine zentrale Rolle auf bundesrepublikanischer Seite spielten. 

Bibliographische Information: Alexander Koch: Der Häftlingsfreikauf. Eine deutsch-deutsche Beziehungsgeschichte, München 2014

Universität Heidelberg/mk

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