Zoo Heidelberg beringt Jungvögel

Hoch hinaus in die Storchennester

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Um für die Bedingung an ein Storchennest heranzukommen, braucht es oftmals einen Hubsteiger. 

Heidelberg - Noch sitzen die kleinen Weißstörche im Zoo Heidelberg in ihren Nestern. Doch bevor sie flügge werden, erhält jeder Baby-Storch ein wichtiges ‚Schmuckstück‘:

Die wilden Weißstörche im Zoo stecken mitten in der Brutsaison: Manche Storchenpaare brüten noch, während andere schon ihren Nachwuchs umsorgen.

Bevor die Jungvögel bald ihre Nester verlassen, werden sie „beringt“. Die ersten zehn Störche haben ihre Beringung bereits erhalten, weitere folgen in den nächsten Wochen. 

Um die Erkennungsringe an den Storchenbeinen anzubringen, muss Helmut Stein, der Storchenbeauftragte der Region, ganz nah an die Jungvögel heran. Das ist jedoch nicht immer einfach: Viele Nester sitzen so hoch, dass sie nur mit einem Hubsteiger erreichbar sind. 

Ist Herr Stein oben an einem Nest angekommen, wird er von den Elternvögeln mit wilden Scheinangriffen umflogen, während sich die Jungtiere tief in das Nest drücken. Das eigentliche Beringen geht dann ganz schnell und hat keine größeren Auswirkungen auf die kleinen Störche – der Ring wird einfach an das Bein „geclipst“.

Durch die Erkennungsringe erhalten Experten wichtige Informationen zu Flugrouten und Lebensweise der Weißstörche. 

Der Experte nutzt dabei auch die Gelegenheit, um die Jungen in den Nestern zu zählen. Im Heidelberger Zoo gab es im vergangenen Jahr 18 Nester mit insgesamt 41 Jungvögeln. 2017 sind 20 Storchennester im Zoo besetzt und werden bebrütet. Wie viele Jungtiere dieses Jahr im Zoo heranwachsen werden, zeigt sich jedoch erst nach der Brutsaison. 

Darum werden die Störche beringt

Die Beringung erfolgt aus einem wichtigen Grund: Sie ist notwendig, um wertvolle Informationen über die Vögel zu sammeln. Immer wieder werden Weißstörche an unterschiedlichen Orten gesichtet. Durch den Erkennungsring können Experten eindeutig identifizieren, um welches Tier es sich dabei handelt. So ist es möglich, Informationen über ihre Lebensweise oder bevorzugten Flugrouten zu erhalten. 

Die Mehrheit der Störche im Heidelberger Zoo kommt zur Brutsaison direkt aus den Winterquartieren in Afrika, Frankreich oder Spanien. Sie sind sogenannte Westzieher. Vereinzelt gibt es auch ortständige Störche, die nicht mehr nach Süden ziehen und aus dem Luisenpark Mannheim nach Heidelberg kommen. Manche Storchenpaare, die im Vorjahr erfolgreich Jungtiere aufgezogen haben, finden sich – trotz zum Teil getrennter Winteraufenthaltsorte – in Heidelberg sogar wieder und beginnen erneut gemeinsam zu brüten. 

Ebenso spielt die Beringung für den Schutz der gefährdeten Vogelart eine große Rolle. Durch die Daten ist den Experten bekannt, welche geeigneten Brutplätze die Störche bevorzugt anfliegen. Diese Areale können dann durch spezielle Schutzmaßnahmen vor naturzerstörenden Eingriffen bewahrt werden. 

Anfang Juni werden die ersten wilden Jungstörche im Zoo Heidelberg beringt.

Ungewöhnlich viele Störche in Heidelberg

Nach Heidelberg, besonders in den Zoo, kommen jedes Frühjahr ungewöhnlich viele Weißstörche. Simon Bruslund, Vogelkurator im Zoo, erklärt wieso: „Hier finden die Störche ideale Voraussetzungen, um ihre Jungen großzuziehen. Die großen, hohen Bäume und das geschützte Umfeld des Zoos sind gut geeignet zum Brüten. Außerdem gibt es auf den umliegenden Feldern genug Nahrung. Die Störche im Zoo werden nämlich nicht gefüttert. Sie müssen, wie es ihr natürliches Verhalten verlangt, eigenständig auf Nahrungssuche gehen. Rund um das Gelände finden sie ausreichend Insekten, Frösche oder Mäuse für sich und ihren Nachwuchs.“

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pm/kab

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