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Heidelberg: Stadt verfehlt CO2-Ziel ‒ Initiative will Klimaneutralität bis 2030

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Von: Florian Römer

Blick von der Scheffelterrasse am Schloss auf Heidelberg.
Heidelberg droht sein CO2-Ziel zu verfehlen. © HEIDELBERG24/Florian Römer

Heidelberg - Bis 2050 will die Universitätsstadt klimaneutral werden. Doch es hakt an der CO2-Reduktion. Die Initiative Klimaentscheid Heidelberg fordert Klimaneutralität bis 2030.

Als „Zeichen“ vor der Weltklimakonferenz rief Heidelberg 2019 den „Klimanotstand“ aus. Mit dem „Masterplan 100 % Klimaschutz“ hat sich die Universitätsstadt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2050 will Heidelberg als „klimaneutrale Kommune“ den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 95 Prozent zu senken. Zusätzlich will die Stadt ihren Energiebedarf um die Hälfte reduzieren und auf erneuerbare Energien umsteigen. Ein 18-Punkte-Plan könne helfen, Heidelberg sogar bis 2030 klimaneutral zu machen, meint Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos).

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner160.355 (2019, Eurostat)
Fläche108,84 Quadratkilometer
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Unterschriftensammlung für Klimaneutralität 2030

Nimmt man aber die bislang von der Verwaltung veröffentlichten Emissionswerte, lassen sich weder das 2030-, noch das 2050-Ziel erreichen, mahnt die Bürgerinitiative „Klimaentscheid Heidelberg“. „Mit den aktuellen getroffenen Maßnahmen verfehlt Heidelberg selbst sein Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden“, sagt Mitinitiator Fabian Rathgeb im Gespräch mit HEIDELBERG24. Auf einem CO2-Dashboard bildet die Initiative bislang öffentlich zugängliche Messwerte ab: Der Trend sieht nur eine geringe Reduktion vorher. Bis 2026 hätte Heidelberg sein „CO2-Budget“ aber bereits aufgebraucht.

CO2-Emissionen der Stadt Heidelberg und gesteckte Ziele zur Klimaneutralität. (https://co2monitorheidelberg.pythonanywhere.com)
CO2-Emissionen der Stadt Heidelberg. © Screenshot CO2-Monitor Heidelberg

Stadt und Gemeinderat müssten also sofort handeln, und weitere Maßnahmen ergreifen, um Klimaneutralität bis 2030 noch einhalten zu können. Als „positives Signal an die Stadt“, wollen die rund zehn Mitglieder der Initiative Klimaentscheid Heidelberg und weitere Unterstützer ab Samstag (19. Juni) eine Unterschriftensammlung starten. Ziel ist es, mindestens 2.500 Unterschriften von Heidelbergern für einen „Einwohnerantrag“ zu bekommen. Zunächst wolle man am Marktplatz in Neuenheim und in Rohrbach auf „Stimmenfang“ gehen. Auch am Bismarckplatz und am Anatomiegarten sind Stände geplant. „Wenn möglich wollen wir den Antrag noch vor den Sommerferien, spätestens aber vor der Bundestagswahl im Gemeinderat einreichen“, erklärt Rathgeb. Auf der Plattform Zoom wird es am Freitag (18. Juni, 19 Uhr) eine Auftaktveranstaltung geben.

Heidelberg: Intiative stellt klare Forderungen für Klimaschutz

Mit dem Antrag wolle man Verwaltung und Stadtparlament die Unterstützung der Bevölkerung signalisieren und so auch möglicherweise unliebsamen aber notwendigen Entscheidungen den Rücken stärken, so Rathgeb. Heidelberg sollte sich Klimaneutralität bis 2030 zum Ziel setzen fordert die Initiative Klimaentscheid. Bis dann müsse der gesamte Strom- und Wärmebedarf aus erneuerbaren Energien kommen. Zudem müsse die Verkehrswende Fuß- und Radverkehr sowie öffentliche Verkehrsmittel gegenüber dem Autoverkehr „klar bevorzugen“.

Weitere Forderungen beinhalten „mindestens die lineare Reduktion des jährlichen CO2-Ausstoßes“, die Einberufung eines Bürgerrats, sowie die Selbstverpflichtung der Stadt, keine Ausgleichsmaßnahmen im Ausland zu leisten, um die CO2-Bilanz aufzuhübschen. Außerdem soll die Stadt Heidelberg die Entwicklung der Treibhausgasemissionen künftig sichtbar machen. Gemessene CO2-Werte sollen sowohl online als auch auf einer großen Anzeigetafel am Bismarckplatz zu sehen sein. Für die Jahre 2019 und 2020 findet man keine konkreten CO2-Daten für Heidelberg. (rmx)

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