Der (Kurz-)Besuch des Jahres!

So sehr freut sich Heidelberg auf den royalen Besuch

+
In wenigen Tagen ist es soweit: Prinz William und Herzogin Kate kommen nach Heidelberg!

Heidelberg - Mit Wissenschaft und Romantik will die Stadt beim Besuch von William und Kate punkten. Höhepunkt soll die Begegnung des Herzogpaars mit Bürgern sein. Gelingt der Spagat zwischen Lockerheit und Sicherheit?

Es ist für das touristenverwöhnte Heidelberg der (Kurz-)Besuch des Jahres: Zwischen den Stationen Berlin und Hamburg reisen Prinz William (35) und Herzogin Kate (35) am kommenden Donnerstag (20. Juli) für wenige Stunden in die Romantikstadt am Neckar. Eine royale Ruderregatta, ein Gang durch das historische Zentrum: In der Universitätsstadt löst die Aussicht auf königlichen Glanz große Euphorie aus - und auch Stolz. 

Die Abstimmung ist beendet.
Freust Du Dich auf den royalen Besuch in Heidelberg?
Ist mir egal, ob die nach Heidelberg kommen oder nicht.
39.19%
Auf jeden Fall! Ich werde versuchen einen Blick auf William und Kate zu erhaschen!
36.34%
Nein, die Royals interessieren mich nicht.
24.46%

Oberbürgermeister Eckart Würzner verspricht den britischen Gästen einen „eindrücklichen Tag“. Millionen Touristen zieht es jedes Jahr in die kleine Stadt mit dem Postkartenpanorama. Sie steigen herauf zur berühmten Schlossruine oder schlendern über die barocke Alte Brücke. Wenn sich nun die Scheinwerfer der Weltmedien in wenigen Tagen auf Heidelberg richten, will die Stadt mehr sein als ein pittoresker Farbtupfer zwischen den Stationen Berlin und Hamburg. 

Längst ist die ehemalige kurpfälzische Residenz mit etwa 140.000 Einwohnern auch ein international anerkannter Wissenschaftsstandort mit nobelpreisgekrönten Experten. 

Krebsforschungszentrum

Demonstrativ beginnen William und Kate ihren Besuch daher im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Sie rücken damit die große Bedeutung der Forschung in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und leisten der Wissenschaft einen unbezahlbaren Dienst", sagt DKFZ-Vorstandschef Michael Baumann. 

Der britische Forscher Michael Milsom erläutert dem Paar, wie in Blutstammzellen ein fehlgesteuertes Gen eine besonders aggressive Form von Blutkrebs auslösen kann. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird die Delegation aus London durch das riesige Areal begleiten, auf dem fast 3000 Spezialisten arbeiten. Ihre Aufgabe: Näheres darüber zu erfahren, wie Krebs entsteht. Jährlich sterben in Deutschland etwa 224 000 Menschen an Krebs, der damit eine der häufigsten Todesursachen ist. 

Royale Regatta 

Danach wechselt der Besuch die Fluss-Seite, und das Programm gewinnt an Leichtigkeit. In der Altstadt mit den prachtvollen Bauten schlägt die Stadt einen deutsch-britischen Markt mit Essen und Getränken auf. „Wir freuen uns auch deshalb auf den Besuch, weil damit der intensive Austausch mit unserer Partnerstadt Cambridge gewürdigt wird“, betont Stadtsprecher Achim Fischer. 

Die Stadt wolle möglichst vielen Menschen die Chance geben, die Royals am kommenden Donnerstag zu sehen. „Die besten Gelegenheiten dazu ergeben sich am Neckarufer, wenn das Herzogpaar an einer Ruderregatta teilnehmen wird. Hier haben Tausende Menschen die Möglichkeit auf einen direkten Blick“, sagte Fischer.

Die Verbindung der Städte ist 52 Jahre alt - und William und Kate sind Herzog und Herzogin von Cambridge. Am Rande des Marktes soll es eine Begegnung der Royals mit Bürgern geben. „Wir möchten möglichst vielen Menschen die Gelegenheit geben, das Herzogpaar zu sehen", sagt Fischer. 

Ursula Liedvogel vom Freundeskreis Heidelberg-Cambridge freut sich auf den Besuch. „Wir würden uns wünschen, dass der Brexit keine größeren Auswirkungen auf die guten Beziehungen haben wird“, sagt sie. „Unsere Cambridge-Freunde sind alle total gegen den Austritt aus der EU." Heidelberg und England: das ist aber nicht nur Cambridge. Die Wurzeln reichen mehr als 400 Jahre zurück. Der pfälzische Kurfürst Friedrich V. heiratete 1613 in London die englische Königstochter Elisabeth Stuart und reiste mit ihr nach Heidelberg - per Schiff. 

Auch William und Kate werden sich aufs Wasser begeben, zu einer Ruderregatta mit wohl Tausenden Zuschauern an den Ufern. Das Paar tritt dem Vernehmen nach in getrennten Teams gegeneinander an

Vorsitzender Klaus Menold vom Heidelberger Regattaverband nannte die Organisation des Rennens „eine große Ehre“. Kate und William würden in gemischten Teams gegeneinander antreten, sagte er. In jedem Boot sitzen demnach vier Frauen aus Heidelbergs Partnerstadt Cambridge und drei oder vier Männer aus Heidelberg sowie William und Kate. Das Rennen über 1000 Meter werde etwa vier bis sieben Minuten dauern. Die Boote kommen von den beiden lokalen Rudervereinen. „Die stammen aus Heidelberg. Da wird nichts extra eingeflogen“, sagte Menold.

Nach dem sogenannten Freundschaftsrennen ist auf der Neckarwiese eine Siegerehrung geplant, eine Herausforderung ebenfalls für die Polizei - wegen der Sicherheitsvorkehrungen. 

Doch William und Kate haben auch eine politische Agenda. Beim bisher letzten Besuch eines Royals in Heidelberg - Prinz Philip 1979 - war Großbritannien gerade einmal sieben Jahre Mitglied des EU-Vorläufers Europäische Gemeinschaft (EG). Diesmal dürften die Gäste auch im Auftrag ihrer Majestät der britischen Königin unterwegs sein, um Ängste vor einem Abdriften Großbritanniens nach dem Austritt aus der EU zu dämpfen. 

Auch deshalb fliegen die beiden noch am selben Tag zurück: In Berlin treffen sie am Abend mehrere Unternehmer. In Heidelberg ist indes die Hoffnung groß, dass das Paar am Neckar von seinen Kindern begleitet wird. Zwar reisen Prinz George (3) und Prinzessin Charlotte (2) mit nach Deutschland, aber wann genau die beiden zu sehen sind, war zunächst nicht bekannt. Gemeinsame Reisen sind künftig jedenfalls schwerer: George wird im September eingeschult. Dann sind solche Besuche nur in den Ferien möglich.

Sturmschaden: Ast bricht von Baum ab und landet auf Autos!

Sturmschaden: Ast bricht von Baum ab und landet auf Autos!

Fotos: 2. White Night auf Heidelberger Schloss

Fotos: 2. White Night auf Heidelberger Schloss

Luxor-Filmpalast: Ein Blick hinter die Kulissen 

Luxor-Filmpalast: Ein Blick hinter die Kulissen 

Kommentare