OB Würzner: „Nicht ideal, aber machbar“

Standort für Ankunftszentrum gesucht: Warum für das Land nur Heidelberg in Frage kommt!

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Das bisherige Ankunftszentrum auf der Fläche des Patrick-Henry-Village (Archivfoto)

Heidelberg - Wenn es nach dem Innenministerium geht, wird das Gelände Wolfsgärten der neue Standort des Ankunftszentrums für Flüchtlinge. Wieso andere Alternativen wegfallen und was der OB dazu sagt:

Seit 2015 nutzte das Land das Patrick-Henry-Village als Ankunftszentrum für Flüchtlinge. Nun, da die Stadt die Konversionsfläche selbst nutzen will, muss ein neuer Standort her. Hierfür wurden vom Land Baden-Württemberg einige Alternativen geprüft – zum Beispiel die ehemaligen Militärflächen Coleman Barracks in Mannheim oder Tompkin Barracks in Schwetzingen. 

Nach diesem umfassenden Suchlauf des Innenministeriums steht jedoch fest: Die beste Lösung sieht das Land in der Gemarkung Wolfsgärten, einer rund 7,9 Hektar große Fläche nahe des Autobahnkreuz Heidelberg. Das Areal befinde sich im Eigentum der Stadt Heidelberg und sei verkehrsgünstig gelegen, erklärt das Land am Montag seine Wahl. Bislang sei die Liegenschaft außerdem kein Gegenstand städtebaulicher Überlegungen und biete ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten für die Ansiedlung eines neuen Ankunftszentrums. Das Land will mit der Stadt Heidelberg nun die Verhandlungen aufnehmen.

Oft gelesen: Wie geht es weiter mit dem Ankunftszentrum für Flüchtlinge?

So reagiert der Oberbürgermeister 

„Ich halte den Standort nicht für ideal, aber machbar“, so Oberbürgermeister Eckart Würzner am Montag. Das Gelände bringe Herausforderungen mit sich, die es zu lösen gelte. „Darüber werden wir mit dem Land sprechen. Dann entscheidet der Gemeinderat, ob er der Verlagerung des Ankunftszentrums auf diese Fläche zustimmt.“ Er sei jedoch froh, dass das Land eine Freimachung der dringend benötigten Fläche auf Patrick-Henry-Village möglich macht. Am bisherigen Standort des Ankunftszentrums soll in Zukunft ein neuer Stadtteil mit Wohn- und Arbeitsraum für rund 15.000 Menschen entstehen.

Laut Würzner habe das Land zugesagt, dass am neuen Standort kein Ankerzentrum entstehen würde – also kein Zentrum, in dem Menschen über Monate untergebracht werden. „Die Menschen auf der Flucht sind nur für wenige Tage im Ankunftszentrum, daher ist die Lage neben der Autobahn vertretbar“, so der Oberbürgermeister. Das Land habe ebenfalls zugesagt, dass das bisherige Größenkonzept von einer maximalen Unterbringung von 2.000 Menschen bestehen bleiben würde. 

Warum kommen die anderen Militärflächen nicht in Frage?

Im Fokus der Überlegungen über einen Standort für das Ankunftszentrum hatte zunächst ein ungenutzter Teil der Coleman Barracks in Mannheim gestanden. Laut Land wäre dieser nach Sanierung und Erschließung gut geeignet gewesen. Doch dann sei eine Freigabe der Flächen durch die US-Streitkräfte wieder zurückgenommen worden, so dass der Standort ausscheiden musste.

Für die ebenfalls in der engeren Wahl stehenden Spinelli Barracks hat die Stadt Mannheim schon eigene Pläne. Die Fläche soll in die Bundesgartenschau 2023 eingebracht werden und städtebaulich neu gestaltet werden. 

Als letzte Fläche wären die ebenfalls militärisch genutzten Tompkin Barracks in Schwetzingen in Frage gekommen. Ein von der Bundeswehr bereits wieder reaktivierter Teil der Anlage hätte jedoch zu Nutzungskonflikten führen können. Weitere Standort-Alternativen – wie zum Beispiel die Verteilung des Ankunftszentrums auf bis zu vier Standorte in Mannheim – hätten laut Innenministerium ebenfalls nicht überzeugen können. 

Hintergrund: Das passiert in einem Ankunftszentrum 

Im Ankunftszentrum auf Patrick-Henry-Village werden Flüchtlinge durch das Land Baden-Württemberg für einen kurzen Zeitraum untergebracht. Die Belegungszahlen lagen zuletzt zwischen 1.000 und 1.500 Personen. Während ihres Aufenthalts werden die Asylbewerber registriert und medizinisch untersucht. Außerdem stellen sie vor Ort bei einem Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag. Danach werden die Menschen auf die Stadt- und Landkreise verteilt. Wegen des Ankunftszentrums werden Heidelberg keine Flüchtlinge für die anschließende Unterbringung zugewiesen.

pm/kab

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