Horror-Prozess startet

Heidelberg: Vor den Augen der Töchter – Mann will Ehefrau mit Feuerwerksraketen töten

Ein Polizeiauto steht in Heidelberg vor dem Gerichtsgebäude.
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Ein Mann, der seine Frau mit Feuerwerk beschossen hat, muss sich am Landgericht Heidelberg verantworten.

Heidelberg - Weil sich seine Frau von ihm trennen wollte, beschoss Nenad L. sie in der Wohnung mit einer Feuerwerksbatterie. Jetzt beginnt das Verfahren am Landgericht:

An den 8. August 2020 dürfte man sich in Heidelberg-Ziegelhausen noch erinnern: Bei Temperaturen weit über 30 Grad kommt es in der „Hirtenaue“ zu einem Wohnungsbrand. Die Feuerwehr kann die Flammen schnell löschen, dennoch entsteht ein Sachschaden von 50.000 Euro. Bald stellt sich heraus, dass das Feuer keinen ‚gewöhnlichen‘ Auslöser hat: Wie die Polizei wenige Tage nach dem Brand mitteilt, hat ein Bewohner das Feuer verursacht ‒ als er seine Frau in der Wohnung mit einer Feuerwerksbatterie beschoss! Ab Dienstag (4. Mai, 9 Uhr) muss sich Nenad L. vor dem Landgericht Heidelberg u.a. wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

StadtHeidelberg
StadtteilZiegelhausen
Einwohner9.634 (2017)
Fläche14,73 km²

Heidelberg: Mann beschießt Frau mit Feuerwerksbatterie

Was war geschehen? Ein Ehepaar war in der Wohnung in Streit geraten. Wie das Landgericht Heidelberg mitteilt, waren Trennungsabsichten der Ehefrau offenbar Auslöser für den Zwist. Bei dem damals 66-jährige Ehemann brannten daraufhin alle Sicherungen durch: Aus Verärgerung griff Nenad L. zu einer Feuerwerksbatterie, die von Silvester übrig geblieben war. Etwa 30 Sekunden lang schoss L. in der Wohnung auf seine Ehefrau ‒ vor den Augen der gemeinsamen Töchter! 64 Bombetten verursachten im Gesicht und an den Oberarmen Verbrennungen und Einblutungen bei der 43-Jährigen. Die Frau zog eine Decke über den Kopf, die dann Feuer fing. Laut Gericht bildeten sich in der Wohnung in erheblichem Maße giftige Dämpfe.

Die Töchter versteckten sich zunächst im Bad und flüchteten gemeinsam mit der Mutter aus der brennenden Wohnung auf die Straße. Trotz eingeschränkter Bewegungsfähigkeit aufgrund einer Immunerkrankung war der Angeklagte laut Gericht immer noch so in Rage, dass er anschließend in sein Auto stieg und das vor dem Haus geparkte (leere) Auto seiner Frau mehrfach rammte und über eine Strecke von 60 Metern die Hirtenaue entlang schob, bis es an einer Böschung zum Stehen kam. Die Polizei ermittelte zunächst wegen versuchten Totschlags und schwerer Brandstiftung. Nenad L. saß in U-Haft.

Zum Prozess hat die Große Strafkammer am Landgericht Heidelberg 16 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Für das Verfahren sind sechs Termine angesetzt. Ein Urteil könnte am Mittwoch (19. Mai) fallen. Prozesstermine: 4., 5., 7., 12., 18., 19. Mai, Beginn: jeweils 9 Uhr. (rmx)

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