„Im Interesse eines Heranwachsenden“

Prozess wegen Stein-Attacke auf Joggerin: Darum bleibt die Öffentlichkeit komplett draußen!

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Nach Attacke auf Joggerin – Prozess am Landgericht nur kurz öffentlich.

Heidelberg - Prozessauftakt gegen Markos S. – der junge Mann hat Anfang März eine Joggerin auf dem Leinpfad brutal überfallen. Der Vorwurf: versuchter Mord!

Der Prozess gegen Markos S. beginnt mit einem Hammer!

Obwohl die Tat Anfang des Jahres die Öffentlichkeit schockierte, wird sie nicht öffentlich verhandelt: Ein zunächst unbekannter Mann überfällt am 7. März eine Joggerin auf dem Leinpfad, schlägt sie brutal mit einem Stein nieder. Weil die Frau sich wehrt, flieht der Unbekannte. 

Knapp einen Monat nach der Tat kann die Polizei einen 18-Jährigen festnehmen, der die Tat gesteht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: versuchter Mord

Prozess nur kurzzeitig öffentlich!

Am Freitag (5. Oktober) startet am Heidelberger Landgericht das Verfahren gegen Markos S.. Der Fall wird vor der Jugendkammer verhandelt, die Öffentlichkeit nach Verlesung der Anklage ausgeschlossen und zwar für die gesamte Länge des Verfahrens, einschließlich Urteilsverkündung!

Patrick Welke, der Anwalt des in Heidelberg geborenen Angeklagten, hatte den Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit gestellt. Vorsitzende Richterin Dr. Gisela Kuhn begründet den Beschluss des Gerichts: „Nachdem in der Presse ungepixelte Fotos des Angeklagten aufgetaucht sind mit der Überschrift ‚18 Jahre und fast schon ein Mörder‘, haben wir uns im Interesse eines Heranwachsenden dazu entschieden, die Öffentlichkeit für das gesamte Verfahren auszuschließen.

Undercut, gegelte Haare, ganz in Schwarz gekleidet – so betritt S. den Gerichtssaal, das Gesicht hinter einem Aktenordner versteckt. Während der Sitzung blickt der Angeklagte nicht auf, spricht stattdessen immer wieder mit seinem Anwalt oder liest in Gerichtsunterlagen. Zu seinem Opfer schaut er nicht herüber.

Die Tat

Zum Auftakt des nur knapp 15 Minuten währenden öffentlichen Teils des Verfahrens skizziert Staatsanwältin Anna Römhild die Tat: S. hält sich am 7. März 2018 am Leinpfad auf. Sein Plan: „Gewalt- und Vergewaltigungsfantasien gegen Joggerinnen“ ausleben.  

Um 12:40 Uhr läuft das 47-jährige Opfer zwischen Springer Verlag und Hundeschule am Neckarufer vorbei. S. tut am Wegesrand so, als ob er Dehnübungen macht, um die Frau in Sicherheit zu wiegen. Daraufhin nimmt der Angeklagte „einen etwa faustgroßen Stein“ auf, läuft von seinem Opfer unbemerkt hinter der Joggerin her und verpasst ihr von hinten einen „wuchtigen Schlag auf den Kopf“! 

Die 47-Jährige fällt zu Boden. Als sie versucht, sich wieder aufzurichten, schlägt der Angeklagte zwei weitere Male wuchtig zu! Mit den weiteren Schlägen will S. laut Anklage sein Opfer wehrlos machen, um sich anschließend sexuell an der Joggerin zu vergehen. Dass die 47-Jährige dabei schwer verletzt wird oder möglicherweise sterben könnte, nimmt S. laut Staatsanwaltschaft billigend in Kauf. 

Mit blutüberströmtem Gesicht wehrt sich die Frau nach Leibeskräften und schreit laut“, schildert Staatsanwälting Römhild die erschreckenden Szenen. Daraufhin ergreift der Täter die Flucht. Mit einer 6,5 Zentimeter langen Platzwunde am Oberkopf und zwei zwei Zentimeter langen Platzwunden am Hinterkopf schleppt sich die Joggerin auf einen angrenzenden Weg und bittet Passanten um Hilfe. Die Wunden werden im Krankenhaus genäht. Zudem erleidet die Frau Abschürfungen und Blutergüsse an Armen und Beinen.

Für den Prozess sind acht Verhandlungstage angesetzt. Es sind 34 Zeugen und vier Sachverständige geladen.

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rmx

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