Schwere räuberische Erpressung

Urteil: Rocker müssen über 3 Jahre in den Knast!

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(Symbolfoto).

Heidelberg – Schwere räuberische Erpressung und schwere Körperverletzung: Das Landgericht hat am Donnerstag drei Rocker zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die Hintergründe.

Mit diesem Urteil bleibt die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Heidelberg unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hat Freiheitsstrafen von bis zu vier Jahren und fünf Monaten gefordert. 

Die drei Mitglieder des Rocker-Clubs „Gremium“ sind am Donnerstagnachmittag wegen schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung zu Haftstrafen von jeweils drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. 

Ihnen wurde vorgeworfen, am 12. Mai 2014 die Wohnung der Mutter eines Mannes in Sinsheim-Hoffenheim aufgesucht zu haben und diesen unter Anwendung von Gewalt zur Herausgabe von 90.000 Euro an ausstehenden Provisionszahlungen aufgefordert zu haben.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Sascha E. am Tattag die Tür zur Wohnung der Mutter des Geschädigten aufgedrückt und mit den Mittätern Gregor W. und Christian K., der sichtbar eine Pepper Gun mit sich führte, betreten hat. Dort traf er auf den Mann und forderte ihn anschließend zur Herausgabe von ausstehenden Provisionsgeldern auf. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, schlug E. dem Geschädigten zwei Mal ins Gesicht. 

Schmerzhaftes Resultat: ein blutender Cut an der Augenbraue und ein ausgeschlagenes Stück vom Schneidezahn. Daraufhin holte der Mann aus dem Kühlschrank zwei Briefumschläge und übergab sie den Dreien. Beute: 10.680 Euro.

Dass die ausstehenden Provisionsgelder aus einem Versicherungsbetrug stammten, in dem die Angeklagten dem Geschädigten fingierte Datensätze lieferten, mit denen dieser wiederum Versicherungen abschloss, um Provisionen zu kassieren, wertete das Gericht nicht als strafmildernd. 

Die Richter erkannten indes bei Sascha E. an, dass er sich inzwischen vom Rockermilieu entfernt hat, sein Leben neu aufstellen will und sich in den Verhandlungen glaubhaft reuig zeigte. Außerdem wurde allen drei Angeklagten gutgeschrieben, dass sie die Tat gestanden, durch ihre Aussagen weitgehend zur Aufklärung des Verbrechens beigetragen und einen Täter-Opfer-Ausgleich gesucht haben.

Mit dem Urteil liegt das Gericht deutlich über den Forderungen der Verteidiger, die sich für Bewährungsstrafen unter zwei Jahren ausgesprochen haben. Der Verteidiger von Gregor W. legt jedoch noch im Gerichtssaal Revision gegen das Urteil ein.

rmx

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