Eindämmung der Corona-Pandemie

„Luca“-App in Heidelberg: Der Weg zurück zur Normalität?

Luca-App
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Mit der App Luca können Nutzer per QR-Code ihre Kontaktdaten übermitteln und auf diese Weise eine Besuchs- und Kontakthistorie erstellen.

Heidelberg und der Rhein-Neckar-Kreis greifen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die „Luca“-App zurück. Die digitale Kontaktverfolgung soll vor allem die Gesundheitsämter entlasten.

Zur Kontaktverfolgung bei Infektionen mit dem Coronavirus will Baden-Württemberg landesweit auf die Luca App setzen. Man habe Lizenzen für den flächendeckenden Einsatz beschafft, wie das Sozialministerium bereits am Freitagabend (26.März) mitgeteilt hat. Sofern das Kabinett zustimme, werde man diesen wichtigen Schritt zur Bekämpfung der Pandemie gehen. „Die App soll landesweit dabei helfen, Kontakte im Fall einer Corona-Infektion nachvollziehen zu können“, betont Sozialminister Manne Lucha (Grüne). Die bisher betriebene „Zettelwirtschaft“ etwa in Restaurants soll damit ersetzt werden. Die konkrete Umsetzung solle am Montag (29. März) mit den Kommunen besprochen werden, sagt Lucha. Unterdessen werden in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis Fakten geschaffen.

Heidelberg: Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises geht neue Wege bei der Infektionsbekämpfung

Das für die Stadt Heidelberg zuständige Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises wird künftig auf die App „Luca“ zur Kontaktnachverfolgung setzen, um Infektionsketten zu unterbrechen. Nach einer zweiwöchigen Testphase mit mehreren regionalen Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Landkreises sind die technischen und administrativen Voraussetzungen für den Einsatz des Systems geschaffen worden.

Heidelbergs OB Prof. Dr. Eckart Würzner (59, parteilos) begrüßt den Einsatz der App: „Die digitale Kontaktverfolgung ist ein wichtiger Baustein, um in der Pandemie wieder mehr Freiheiten zu ermöglichen. Die App ‚Luca‘ sollte daher jeder auf seinem Smartphone haben – denn sie wird in vielen Einrichtungen künftig eine Art ‚Eintrittskarte‘ sein. Dank ‚Luca‘ können Infektionsketten viel schneller und effektiver nachverfolgt werden – und betroffene Kontaktpersonen erhalten dann direkt die notwendigen Informationen von ihrem Gesundheitsamt. Das alles funktioniert digital – die Zettelwirtschaft in Restaurants oder Theatern wäre vorbei“, so Würzner.

„Luca“-App: Digitale Anwendungen als weiteres Baustein bei der Pandemiebekämpfung

„Luca“ ist eine kostenlose App, die in Handel und Gastronomie, aber auch im Bereich von Pflegeheimen angewandt werden kann. Wer bestimmte Räumlichkeiten betritt, kann digital „einchecken“ und erhält einen QR-Code.

Bereits im letzten Sommer sind ähnliche Apps in manchen Restaurants im Einsatz gewesen. Im Unterschied zur Corona-Warn-App soll Luca aber eine direkte Schnittstelle zu den Gesundheitsämtern sein und diese damit entlasten. Im Gegensatz zur Warn-App funktioniert „Luca“ aktiv. Das heißt, beim Besuch von Gastronomie, Veranstaltungen oder privaten Feiern wird die App kurz geöffnet und damit eincheckt. Damit gleicht das Programm im Grunde einer von Hand geführten Anwesenheitsliste. 

Erkrankt nun eine Person, kann das Gesundheitsamt auf die von „Luca“ gesammelten Daten zugreifen und die Kontaktpersonen zeitnah informieren. Die App unterstützt damit Betreiber von Restaurants, Cafés und weiterer Einrichtungen sowie Verantwortliche von Veranstaltungen bei der Pflicht zur Kontaktdatenerfassung ihrer Gäste bzw. Besucher. Bislang mussten diese Kontakte mühsam handschriftlich erfasst werden. (esk/dpa)

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