Revolution des Füller-Designs

Trauer in Heidelberg: Langjähriger Lamy-Chef gestorben

Manfred Lamy, langjährige Chef des Schreibgeräteherstellers Lamy, steht in einem Büro. Der Sohn des Firmengründers C. Josef Lamy starb bereits am vergangenen Sonntag im Alter von 84 Jahren. (zu dpa "Langjähriger Lamy-Chef gestorben") | Handout
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Manfred Lamy ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Heidelberg-Wieblingen - Der langjährige Chef des Schreibgeräteherstellers Lamy ist tot. Manfred A. Lamy ist im Alter von 84 Jahren gestorben, teilt das Unternehmen mit.

Er sorgte gemeinsam mit Designer Gerd A. Müller für eine Revolution der Schreibgeräte und machte das Wieblinger Unternehmen Lamy mit seinen Füllern zur angesagten Designmarke: Manfred A. Lamy. Wie das Heidelberger Unternehmen mitteilt, ist der langjährige Firmenchef am Sonntag (17. Januar) im Alter von 84 Jahren gestorben.

Der Sohn des Firmengründers C. Josef Lamy war 1962 in das väterliche Unternehmen eingetreten ‒ mit gerade mal 26 Jahren. 1973 übernahm Manfred A. Lamy die alleinige Geschäftsleitung und hatte großen Anteil am Aufstieg des Unternehmens aus Heidelberg-Wieblingen zu einer der führenden Designmarken im Schreibgerätebereich. 2006 zog sich Manfred Lamy aus dem operativen Geschäft zurück. Seit 2018 leiten Beate Oblau, Thomas Trapp und Peter Utsch die Geschicke von Lamy. Das Unternehmen hat heute rund 380 Mitarbeiter.

Heidelberg: Lamy revolutionierte Füller-Design

In den ersten Jahren kümmerte sich der promovierte Volkswirt Lamy um ein eigenständiges Design der Schreibgeräte, die zuvor in der Regel ästhetisch nicht so ansprechend daher kamen. Zusammen mit Designer Gerd A. Müller kreierte er den „Lamy 2000“. Das Füller-Modell, im klaren, funktionalen Bauhaus-Stil gehalten, gilt noch heute als Designikone. Es folgen weitere Jahrzehnte prägende Schreibgeräte, wie der „Lamy Safari“ mit dem charakteristischen Clip, der Millionen von Schülern in ihrem Schulleben begleitet haben dürfte. Der Safari wurde 1980 auf der Frankfurter Messe vorgestellt und ist heute der meistverkaufte Füllfederhalter weltweit.

Das Familienunternehmen Lamy ist ein Paradebeispiel des Qualitätssiegels „Made in Germany“: Von der Feder bis zur Patrone werden beinahe alle Teile im Werk in Wieblingen hergestellt. Rund 9 Millionen Schreibgeräte liefert Lamy im Jahr in alle Welt. Besonders in Asien sind die Füller und Kugelschreiber aus Heidelberg sehr gefragt. Mehrere Lamy-Produkte wurden mit Design- und Innovationspreisen ausgezeichnet.

Manfred A. Lamy: Jahrzehntelanges Engagement für Heidelberg

Neben den Belangen seiner Firma lag Manfred A. Lamy auch seine Heimatstadt Heidelberg am Herzen. 22 Jahre lang saß Lamy im Gemeinderat und engagierte sich im Beirat des Vereins der Freunde der Benediktinerabteil Neuburg, berichtet die „Rhein-Neckar-Zeitung“. Als leidenschaftlicher Sammler stellte er auf dem Werksareal in Wieblingen großformatige Kunst aus. (rmx mit Material von dpa)

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