Landgericht Heidelberg

Sexueller Missbrauch: 18 Monate auf Bewährung

Am Landgericht Heidelberg fiel am Mittwoch das Urteil wegen „sexuellen Mißbrauchs einer widerstandsunfähigen Person“.

Heidelberg – Eine mehrtägige Zechtour endet im August 2014 am Bismarckplatz mit einem sexuellen Übergriff. Am Mittwochvormittag wurde der Fall am Landgericht verhandelt.

Ein verhältnismäßig glimpfliches Urteil wurde am Mittwochvormittag gegen Marc E. (23) gesprochen. 

Der Auszubildende wurde vom Landgericht Heidelberg wegen sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Sexueller Übergriff in aller Öffentlichkeit

In der Verhandlung räumte E. ein, Ende August letzten Jahres seine Bekannte Sarah K.*, die nach einer mehrtägigen gemeinsamen Zechtour gegen 15 Uhr in der Parkanlage am Bismarckplatz eingeschlafen war, zunächst am Oberkörper begrapscht und sich anschließend in ihrem Genitalbereich zu Schaffen gemacht zu haben. 

Erst durch das beherzte Eingreifen einer Passantin ließ er von der Frau ab. Die Polizei nahm den Angeklagten fest und steckte ihn zunächst in die Ausnüchterungszelle.

Eine Stunde nach der Tat stellte der Amtsarzt im Rahmen einer Blutentnahme bei E. einen Alkoholpegel von 2,29 Promille fest.

Durch Alkoholeinfluß „verhindert steuerfähig“ 

Bei der Urteilsbegründung erklärte der Richter, dass die Strafe aufgrund eines voll umfänglichen Geständnisses, der ehrlichen Reue des Angeklagten und in Anbetracht „verhinderter Steuerfähigkeit“ angesichts der massiven Alkoholisierung zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. 

Ein Sachverständiger hatte errechnet, dass E. zum Tatzeitpunkt einen Alkoholpegel von fast 2,8 Promille im Blut hatte. 

Zudem rechneten die Richter E. positiv an, dass er im Nachgang der Tat den Entschluss gefasst hat, auf Alkohol zu verzichten. Die „günstige Sozialprognose“ wollten die Richter mit den Bewährungsauflagen stützen. E. muss im Bewährungszeitraum von drei Jahren Alkohol- und Drogenkonsum meiden, sich regelmäßig bei seinem Bewährungshelfer melden und eine regelmäßige Suchtberatung in Anspruch nehmen. Zudem muss E. seinem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.000 Euro zahlen.

Opfer schwer traumatisiert

Allerdings verlor das Gericht die Schwere der Tat insbesondere mit Blick auf das Opfer nicht aus den Augen. 

Bei der Tat habe es sich um einen „sexuellen Übergriff gehandelt, der nicht im stillen Kämmerlein stattgefunden hat, sondern in aller Öffentlichkeit“, so der Richter. E. habe die Situation, dass seine Bekannte eingeschlafen war, „gezielt ausgenutzt, das Opfer für alle sichtbar entkleidet und sich sexuell an ihr zu Schaffen gemacht.

Dieser Misstrauensbruch – K. erklärte in ihrer Aussage, E. sei vor der Tat „wie ein Bruder“ für sie gewesen – hat bei dem Opfer offensichtlich eine schwerwiegende Traumatisierung zur Folge gehabt, so das Gericht weiter.

K. sagte aus, dass sie seit der Tat mit Lustlosigkeit und Suizidgedanken zu kämpfen habe. Im Februar musste sie sogar stationär in der Psychiatrie behandelt werden. 

*Name geändert

rmx

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