Arbeitsgericht Heidelberg

Kopftuchstreit: Stillschweigen über Ergebnis

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Die Klägerin Emine K. im Verhandlungssaal des Arbeitsgerichts Heidelberg.

Heidelberg/Mannheim - Als die Muslimin 2016 nach ihrer Elternzeit plötzlich mit Hidschab bei der Arbeit erschien, entflammte der Streit zwischen ihr und ihrem Arbeitgeber:

Die Drogeriemarktkette, bei der Emine K. als Kundenberaterin arbeitete, argumentierte, dass Kopfbedeckungen im Kundenkontakt der Betriebsordnung zufolge nicht erlaubt seien. Die Klägerin ging dagegen vor, da sie ihr Kopftuch als religiöses Symbol weiterhin am Arbeitsplatz tragen wollte.

Sie hatte bei dem Unternehmen von 2001 bis 2013 ohne Kopftuch gearbeitet und war dann in Elternzeit gegangen. Als die mittlerweile 32-jährige Emine K. wiederkam, erschien sie mit Hidschab, einer von Musliminnen getragenen Kopfbedeckung.

Bereits im April sollte das Arbeitsgericht in Heidelberg klären, ob die 32-jährige Kundenberaterin ein Kopftuch am Arbeitsplatz tragen darf.

Der Richter Daniel Oberst traf aber keine Entscheidung, sondern verwies an eine Schlichtungsstelle. Er schlug Arbeitnehmerin und -geber vor, ohne Beteiligung der Öffentlichkeit in Mannheim einen Vergleich zu erarbeiten. Eine Option könne sein, dass man das Arbeitsverhältnis auflöst, so der Richter. Das Verfahren, das nun zu einem Ergebnis kommt, begann im Mai.

Die beiden Parteien können sich gütlich einigen. Der Justiz sei das Ergebnis des nicht öffentlichen Verfahrens vor einer Schlichterstelle nicht bekannt, so eine Sprecherin des Arbeitsgerichts in Heidelberg am Mittwoch. Der Richter habe nur die Mitteilung erhalten, dass das Verfahren vom April beendet sei.

Der Anwalt der 32-jährigen Muslimin sagt auf Anfrage, dass die Parteien Stillschweigen vereinbart hätten.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Verfahren wegen Kreuzen oder Kopftüchern am Arbeitsplatz verhandelt - mit unterschiedlichem Ausgang.

>>> Streit um Kopftuch am Arbeitsplatz: Keine Entscheidung

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dpa/hew

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