1,2 Millionen Stück im Monat

FFP2-Masken „made in Heidelberg“? Familienbetrieb sagt Billig-Atemschutz aus China den Kampf an

Heidelberg: Ein Traditionsunternehmen macht aus der Corona-Not eine Tugend und beginnt kurzerhand selbst mit der Produktion von FFP2-Masken. Eine Erfolgsgeschichte:

Im Juli 2020 gründet sich ein neues Unternehmen in Heidelberg. Im Handelsregister der Stadt wird die Eintragung der „Osvirol GmbH“ gemacht. Osvirol klingt nach Pharma, doch bei der Firma handelt es sich nicht etwa um Konkurrenz für den Mainzer Impfstoff-Entwickler Biontech, sondern vielmehr um die unternehmerische Erfolgsgeschichte eines in Heidelberg ansässigen Familienbetriebs. Osvirol ist eine Tochter der Karl Oswald GmbH & Co. KG für Friseurbedarf und Kosmetik, die aus der Not der Corona-Pandemie eine Tugend gemacht hat: Osvirol stellt Masken her.

Heidelberg: Von Haar- und Nagelkosmetik zur Corona-Maske

Die Karl Oswald GmbH & Co. KG ist ein fast hundertjähriges Heidelberger Traditionsunternehmen. 1925 gegründet, ist die Gesellschaft stetig gewachsen und kann heute sechs Standorte vorweisen. Im Laufe der Corona-Pandemie beliefert Geschäftsführer Karl Peter Oswald einige Unternehmen mit Einwegmasken aus chinesischer Produktion. Das berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem er selbst die Initiative ergreifen will.

Ende März bestellt er Masken-Produktionsmaschinen aus China. Doch das mitgelieferte Material erfüllt nicht seine hohen Qualitätsstandards. Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner kann dem Unternehmer eine Partnerschaft mit dem Weinheimer Technologieunternehmen „Freudenberg“ vermitteln. Im Juli erfolgt die Gründung der Osvirol GmbH.

Masken „made in Heidelberg“: Auf dem Weg zur FFP2-Zertifizierung

Bei der Qualität der Masken setzt die Karl Oswald GmbH höchste Maßstäbe. Im Oktober wird mit einer FFP2-Zertifizierung gerechnet. Seit Donnerstag (10. September) läuft die erste der zwei chinesischen Produktionsmaschinen. Die zweite wird nach der Zertifizierung anlaufen und dann das CE-Logo für europäische Konformität auf die Masken drucken.

Atemschutz „made in Heidelberg“: Karl Oswald GmbH stellt Masken regional her. (Fotomontage)

Seit Donnerstag sind bereits mehrere tausend Masken produziert worden. Mit beiden Maschinen ist eine Produktion von 1,2 Millionen Stück im Monat möglich, berichtet der Mannheimer Morgen.

Heidelberg produziert Masken: Gründung vor 95 Jahren „In der Plöck“

Die Geschichte der Karl Oswald GmbH beginnt vor 95 Jahren mit der Gründung eines Seifenhandels „In der Plöck“. Der Betrieb wird bereits seit vier Generationen geführt. Noch heute arbeiten drei Generationen. Was die Nachhaltigkeit der Masken aus Heidelberg angeht, schlagen sie die Produkte aus China – der Transportweg ist kurz. (lpb)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare