„Ich will ihr Danke sagen“

Vom Knast ins Leben: Raphael (31) sucht nach seiner leiblichen Mutter Maria!

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Raphael als Kind

Heidelberg - Vor über 30 Jahren flieht Maria Pawolwska vor ihrer Gefängnisstrafe. Dafür lässt sie ihren neugeborenen Sohn zurück. Nun sucht der bereits erwachsene Raphael nach seiner Mutter:

Es ist 1987, das neue Jahr hat erst vor wenigen Wochen begonnen. Während manche Heidelberger noch ihre letzten Weihnachtsgeschenke zurückgeben, sitzt Maria L. Pawlowska im Gefängnis Fauler Pelz. Sie ist schwanger. 

Am 28. Januar setzen die Wehen ein und sie wird in eine Heidelberger Frauenklinik gebracht, wo sie ihren Sohn um 23:40 Uhr zur Welt bringt. Doch am 3. Februar, einen Tag, bevor sie wieder ins Gefängnis gebracht werden soll, flüchtet die junge Mutter und lässt ihr Kind zurück. 

Fotos vom Rundgang durch den Faulen Pelz

Nun - 31 Jahre später - sucht ihr Sohn verzweifelt nach ihr! Wir haben mit ihm gesprochen. 

Sie hatte wohl sehr gute Gründe für ihr Handeln und ihre Entscheidung“, sagt ihr Sohn Raphael Schmalzhaf verständnisvoll. Es habe viele Jahre gedauert, bis er verstanden habe, warum sie das getan hat. Aber letztlich habe die Entscheidung seiner Mutter ihm „das Leben gerettet“, davon ist er überzeugt. 

Hätte sie Raphael mitgenommen, wäre er gestorben! 

Ich wurde zu früh geboren. Angenommen, sie hätte gewartet und mich irgendwann mitgenommen, hätte mich das wahrscheinlich mein Leben gekostet“, erklärt Raphael am Freitag (17. August) im Gespräch mit HEIDELBERG24. Bei seiner Geburt habe er nur 750 Gramm gewogen. 

Seine Pflegeeltern haben ihn im Juli 1987 aufgenommen und wenige Monate später adoptiert. Von da an heißt er Raphael und nicht mehr Dorino Pawlowski

Raphael sucht seine Mutter.

Nachdem sich Raphael über Jahre hinweg Gedanken über seine Mutter gemacht hat und zu Anfang Hass verspürte, änderte sich vor rund fünf Jahren seine Meinung. „Das war, als wäre ein Schalter in mir umgelegt worden“. Seitdem recherchiert der 31-Jährige in alten Zeitungen, spricht mit möglichen Zeugen und wendet sich auf Facebook an die Öffentlichkeit. 

Was er bislang herausgefunden hat 

Raphael weiß, dass seine Mutter Maria L. Pawlowska heißt, und am 31. Dezember 1954 geboren ist. Sie hatte damals lange dunkle Haare und einen dunklen Taint. Außerdem sprach sie kein Deutsch. Im Alter von 32 Jahren wurde sie in den Faulen Pelz eingeliefert. Er weiß, dass während er noch im Krankenhaus lag, seine Mutter über einen Zeugenaufruf gesucht wurde. „Das berichtet mein Adoptivvater“, so Raphael, der mittlerweile in Norwegen lebt. 

Laut ihm lebte Maria in Mannheim, hatte dort drei Adressen angegeben und zwei Geschwister (Marek und Maria). Aber er habe niemanden an den Adressen angetroffen, weshalb die Behörden laut dem 31-Jährigen davon ausgehen, dass seine Mutter das Bundesgebiet verlasse habe. 

Verzweifelt versucht Raphael weitere Indizien wie Telefonnummern und Namen herauszufinden – doch alle Hinweise laufen ins Leere! Auch bei der Polizei und den Behörden kommt er nicht weiter. 

Doch der 31-Jährige gibt nicht auf: „Ich bin auf der Suche nach meiner Mutter, um ihr endlich mal Danke sagen zu können.“ Wenn ihm Menschen einreden wollen, dass sie sich nicht für ihn interessiere, hört Raphael weg. „Das glaube ich nicht, kann ich irgendwie auch nicht.“ 

Hoffnung auf neue Hinweise! 

Wenn Du Hinweise zu Maria L. Pawlowska geben kannst oder jemanden kennst, der Ende der 80er Jahre Kontakte zum Faulen Pelz hatte oder zwischen dem Januar 1986 und Juni 1987 in der Lerchenstraße 8, Lortzingstrasse 35 oder im Jungbusch C 6,8 in Mannheim gewohnt hat, dann melde Dich bei uns (2424@headline24.de). Wir geben Deine Hinweise an Raphael weiter. 

„Ich bin für jeden noch so kleinen Hinweis dankbar“, so Raphael.

jol

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