Täter (35) schweigt weiter

Nach Amokfahrt! Mehr Polizei & Ordner bei Fasnachtsumzug

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Der Mietwagen des Amokfahrers (35) auf dem Bismarckplatz.

Heidelberg-Bergheim – Nach der Amokfahrt mit einem Toten (†73) verstärken Stadt und Polizei die Sicherheitsmaßnahmen beim Fasnachtsumzug. Der Täter (35) schweigt weiter zum Motiv:

Nach den schrecklichen Geschehnissen am Samstag (25. Februar) reagiert die Stadt Heidelberg hinsichtlich des großen Fasnachtsumzuges am Faschingsdienstag (14:11 Uhr) durch Bergheim und die Altstadt.

Denn wie das Rathaus nach einer Lagebesprechung am Montag mitteilt, verstärken Polizei, Stadt und Veranstalter das Sicherheitskonzept massiv, treffen zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen: So werden beispielsweise zusätzliche Sicherheitssperren errichtet.

Insgesamt werden über 250 Polizisten, Helfer und Rettungskräfte im Einsatz sein, um die Sicherheit der erwarteten 100.000 närrischen Besucher zu gewährleisten bzw. deren Sicherheitsgefühl zu stärken.

Trotz des tödlichen Zwischenfalls habe sich die Sicherheitslage rund um den Umzug nach Einschätzung der Polizei nicht geändert, da es sich bei dem Amokfahrer um einen Einzeltäter handele. Darum bestehe auch kein erhöhtes Risiko.

Mann nach Amokfahrt niedergeschossen!

Die Sicherheitsmaßnahmen

Straßensperrungen: Die Innenstadt ist wegen des Fasnachtsumzuges von 13 bis 17 Uhr für den Verkehr gesperrt. An drei Stellen werden zusätzliche Sperren mit Barrieren und Polizeischutz errichtet. 

Einsatzkräfte: Die Polizei wird den Fasnachtszug mit mehr als 100 Beamten (zivil und in Uniform) sichern. Der Veranstalter hat rund 100 Ordner im Einsatz. Die Feuerwehr hat die Zahl ihrer Einsatzkräfte um zwei Mitarbeiter auf insgesamt 25 Beamte aufgestockt. Das Deutsche Rote Kreuz verstärkt seinen Einsatz um drei zusätzliche Helfer sowie ein weiteres Fahrzeug. Das DRK ist mit 30 Personen und vier Rettungswagen präsent. Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Heidelberg ist mit drei Zweier-Teams vor Ort. Die rnv setzt zusätzliches Service- und Sicherheitspersonal in ihren Fahrzeugen ein.

Die Schreckenstat am Bismarckplatz

Ein 35-jähriger Student war kurz vor 16 Uhr auf dem belebten Bismarckplatz mit einem gemieteten Opel Astra vor einem Bäckerei-Verkaufsstand an der „Galeria Kaufhof“ in eine Menschenmenge gefahren.

Ehe seine Amokfahrt an einer Betonsäule abrupt endet, verletzte er drei Personen – einen 73-jährigen Heidelberger so schwer, dass er zwei Stunden später in der Klinik gestorben ist. Ein Mann (32) und seine Partnerin (29) kommen glücklicherweise mit Prellungen davon, eine vierte Person rettet sich durch einen Sprung beiseite.

Der deutsche Täter - wie die Polizei immer wieder betont - steigt danach aus und läuft mit einem Küchenmesser bewaffnet die Bergheimer Straße entlang in Richtung Thibaut-Straße. An der Haltestelle „Altes Hallenbad“ läuft der Student schließlich gleich mehreren Streifenwagenbesatzungen in die Arme.

Statt sein Messer trotz mehrfacher Aufforderung niederzulegen, läuft er bedrohlich auf die Beamten zu! Nach dem erfolglosen Einsatz von Pfefferspray fällt schließlich ein Schuss aus einer Dienstwaffe, um den potenziellen Angriff zu stoppen. Mit einem lebensgefährlichen Bauchdurchschuss wird er schließlich in einer Heidelberger Klinik erfolgreich notoperiert.

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Währenddessen schweigt der dringend Tatverdächtige weiterhin zu seinem Motiv! Er sei zwar nach seiner Not-OP wieder ansprechbar, macht aber bislang im Krankenhaus keine Angaben zur Sache, wie ein Polizei-Sprecher am Montag mitteilt.

Sobald er nach seinem Bauchdurchschuss wieder transportfähig ist, geht‘s für den 35-Jährigen aufgrund seines Haftbefehls (u.a. Mord und versuchter Mord) weiter in ein Gefängniskrankenhaus. Bislang war er polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

Ob der Mann vermindert schuldfähig oder gar vollständig schuldunfähig ist, wird derzeit ermittelt – dafür liegen jedoch bislang keine Anhaltspunkte vor.

Auch liegen nach derzeitigem Ermittlungsstand keine Hinweise auf einen terroristischen oder extremistischen Hintergrund der Tat vor.

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>>> Fasnachtsumzug: Hier stehen Auto, Bus und Bahn still!

Stadt Heidelberg/pek

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