260.000 Euro für sichere Straßen

Weichen für Sicherheitsaudit gestellt

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Die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr soll in Heidelberg genau geprüft werden (Symbolfoto).

Heidelberg – Nach dem tragischen Tod des kleinen Ben in der Theaterstraße, wird der Druck auf die Stadt, sich um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu kümmern, immer größer.

Deswegen steht seit dem schrecklichen Unfall im Januar ein Sicherheitsaudit an allen Schulen, Kitas und Kindergärten, Spielplätzen sowie Senioreneinrichtungen in Heidelberg zur Debatte. 

Im Haupt- und Finanzausschuss wird am Mittwochabend eine entsprechende Beschlussvorlage bei nur einer Enthaltung verabschiedet.

Mit einem finanziellen Aufwand von insgesamt rund 260.000 Euro soll ein unabhängiger Experte zwei Jahre lang sämtliche potenziellen Gefahrenstellen im Stadtgebiet begutachten, das betrifft 270 kritische Stellen, die auf mögliche Sicherheitsmängel untersucht werden. 

In enger Abstimmung mit Schul- und Kitaleitungen, Kinderbeauftragten und der Polizei, sollen dabei besonders auch die bereits in den sogenannten Kinderwegeplänen gekennzeichneten „Hotspots“ untersucht werden. 

Investitionen in sichere Kinderwege

An diesen Kinderwegeplänen für die einzelnen Stadtteile wird bereits seit 2010 gearbeitet. Sie umfassen nicht nur Schulwege, sondern auch für Wege zu Spiel- und Sportplätzen, Kinderfreizeiteinrichtungen und ÖPNV-Haltestellen. Fast 160 Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit wurden bereits umgesetzt. Im Haushalt sind dafür derzeit jährlich Finanzmittel in Höhe von 100.000 Euro vorgesehen.

Apropos Finanzen: Bereits im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss wurde Druck gemacht, dass Mittel für die wichtigen Vorhaben vom Gemeinderat auch freigegeben werden müssen. So seien beispielsweise einige Wünsche der Kinderbeauftragten daran gescheitert, dass der Gemeinderat nicht genügend Geld für die Vorhaben bereitgestellt habe.

In dem zusätzlichen Sicherheitsaudit werden auch die beim Amt für Verkehrsmanagement eingegangenen Hinweise aus der Bevölkerung miteinfließen. Die gesammelten Empfehlungen durch den unabhängigen Experten werden schließlich in einem Bericht zusammengefasst.

Lage in Theaterstraße

In der Theaterstraße sind als erste Maßnahme nach dem schrecklichen Unfall Bodenschwellen angebracht worden. Zahlreiche Bürger hatten sich nach dem Unglück für mehr Sicherheit stark gemacht. Mit Mahnwachen auch vor dem Rathaus setzten sie ein Zeichen.

Gegen Verkehrspolitik: Stiller Protest vorm Rathaus

Eltern, Anwohner und Schulleitung fordern außerdem einen Zebrastreifen, die Abschaffung der Parkplätze neben dem Spielplatz sowie die Umwandlung der Theaterstraße in eine Spielstraße.

„Unsichtbare Stadtmauer“

Zudem soll eine Installation von automatischen Pollern an den verkehrsberuhigten Zufahrtsstraßen der Altstadt geprüft werden. Eine entsprechende Beschlussvorlage hat der Stadtentwicklungsausschuss bereits einstimmig verabschiedet.

Gegebenenfalls könnten dann Bereiche der Altstadt wie Teile der Plöck mit in der Straße versenkbaren Pfosten für einen Großteil der Autofahrer gesperrt werden. Auswärtige hätten dann keine Zufahrt in viele der verkehrsberuhigten Straßen der Altstadt mehr. Angedacht ist, dass Anwohner und Zulieferer die Poller bei Bedarf einfahren können. 

Solche „Unsichtbaren Stadtmauern“ gibt es bereits in Basel oder der Heidelberger Partnerstadt Montpellier. 

So geht es weiter

Der Gemeinderat befasst sich in seiner Sitzung am 23. März (16:30 Uhr) mit der Beschlussvorlage zum Sicherheitsaudit. 

sag/rmx

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