Spaziergang mit dem Heidelberger „Nachtwächter“

Zombie, Räuber, Höllenkalb: Die Gruselgeschichten der Altstadt!

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„Nachtwächter“ Fritz Hufnagel weiß allerlei Gruseliges aus der Heidelberger Geschichte zu berichten. 

Heidelberg - Wiedergänger unter dem Kornmarkt und ein mordendes Höllenkalb – nach den Geschichten, die der Heidelberger „Nachtwächter“ zu erzählen hat, sieht man die Stadt mit anderen Augen!

„Gott zum Gruße zu unserer nächtlichen Promenade durch Heidelberg!“, begrüßt der „Nachtwächter“ Fritz Hufnagel – mit Hellebarde und Lampe – seine Begleiter. Am Samstag lädt er zu einer Zeitreise in die Vergangenheit ein – und zu Orten, an denen so allerlei Gruseliges und Sonderbares geschehen ist! 

Zombies unter dem Kornmarkt?

Auf dem Kornmarkt, wo einst das Heilig-Geist-Spital stand, erzählt Hufnagel von manch seltsamem Fund: Auf dem hauseigenen Friedhof seien zum Beispiel Gebeine ausgegraben worden, die die streng gläubigen und oft auch abergläubischen Menschen damals in Angst und Schrecken versetzten. Der Kopf der Leichen sei nämlich nicht dort gewesen, wo man ihn vermutet hätte – sondern zwischen den Knien. Deswegen glaubte man damals, dass die Leichen wohl doch nicht so ganz tot waren....

Gegen Wiedergänger aller Art hat Fritz Hufnagel seine „Waffe“ dabei, zeigt der Gruppe seinen Rosenkranz mit Kreuz: „Es ist bisher immer gut gegangen!“


Die Hinrichtung des Räubers Hölzerlips

Auf dem Marktplatz erzählt der Nachtwächter von der Bande um den berüchtigten Räuber Hölzerlips, der die Region zwischen 1807 und 18011 in Schrecken versetzte. Genau hier wurde er verurteilt und vor tausenden Zuschauern hingerichtet. Gefasst wurden er und seine Bande, nachdem sie den Schweizer Geschäftsmann Hans Rieter und einen Begleiter überfallen und getötet hatten.

Der Nachtwächter führt seine Gruppe später zum Grab des Mordopfers auf dem Friedhof der Peterskirche. Zum Gedenken nimmt er für einen Augenblick seinen Hut ab. 

Die Ausgeburt der Hölle

Eine weitere Station der Nachtwächterführung ist die Kettengasse, wo am Kettentor das Kettenkalb gehaust haben soll. Die „Ausgeburt der Hölle“, wie man es damals nannte, soll sogar drei Pfaffen (Priester) auf dem Gewissen haben. 

Im Studentenkarzer feierten sich die Insassen als Märtyrer. 

Erst später stellte sich heraus, dass sich ein paar Studenten einen bösen Spaß erlaubt hatten. „Gegen den Unfug der Studenten ist kein Kraut gewachsen – auch meine Hellebarde nicht“, erklärt Fritz Hufnagel. Die Studenten, die in Heidelberg ihren Unfug trieben, seien zur Strafe oft in den Studentenkarzer, ein eigenes Gefängnis der Ruprechts-Karl-Universität, gekommen. Hier ließen sie sich für ihre Gräueltaten als Märtyrer feiern. 

Die Nachtwächter-Führungen finden in regelmäßigen Abständen unter verschiedenen Themen statt. Die nächste Führung am 3. März steht unter dem Motto „Mörder, Mägde, Missetaten“ und startet um 20 Uhr auf dem Kornmarkt.

chr

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