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Heidelberg: Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese gilt wieder ab heute

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Von: Florian Römer

Polizeikontrolle an der Neckarwiese in Heidelberg.
Polizeikontrolle an der Neckarwiese in Heidelberg. © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Heidelberg - Nach den massiven Ausschreitungen am Pfingstwochenende haben sich Stadt und Polizei auf ein Aufenthaltsverbot für die Neckarwiese verständigt. Die Details im Überblick:

Update vom 10. Juni: Auch an diesem Wochenende gilt auf der Neckarwiese in Heidelberg ein Aufenthaltsverbot. Wie die Stadt mitteilt, gilt das Verbot ab Freitag (11. Juni) bis Montag (14. Juni), jeweils in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Der Geltungsbereich geht von der Ernst-Walz-Brücke bis 500 Meter östlich der Theodor-Heuss-Brücke und umfasst auch die Kastanienallee. Während des Aufenthaltsverbots ist jegliches Niederlassen, Lagern oder Verweilen im Geltungsbereich verboten. Dazu gehört auch die Nutzung der Sitzbänke. Joggen, spazieren gehen oder den Hund ausführen ist jedoch auch während des Aufenthaltsverbots möglich. Die Stadt Heidelberg und die Polizei werden mit vielen Kräften im Einsatz sein, um das nächtliche Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese durchzusetzen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt vom Donnerstag.

Heidelberg: Aufenthaltsverbot ‒ Was jetzt auf der Neckarwiese gilt

Update vom 26. Mai: Heidelberg hat wie angekündigt für die Neckarwiese in Neuenheim ein nächtliches Aufenthaltsverbot erlassen. Die Allgemeinverfügung gilt ab Donnerstag (27. Mai). Welche Regeln jetzt auf der Neckarwiese gelten:

Randalierer demolieren das Testzentrum an der Neckarwiese in Heidelberg-Neuenheim.
Randalierer demolieren das Testzentrum an der Neckarwiese. © Screenshot Twitter

Derweil beginnt für die Polizei in Sachen Aufarbeitung der Ausschreitungen vom Pfingstwochenende die Puzzlearbeit: Eine neunköpfige Ermittlungsgruppe sichtet Bild- und Videomaterial aus dem Netz, um den Randalierern auf die Spur zu kommen. Konkrete Details über die Täter gibt es noch nicht. Ein Stadtsprecher spricht von einem „in weiten Teilen importierten Problem“, das man am Krawall-Wochenende gesehen habe. Ein Großteil der Menschen, die sich daneben benommen haben, komme nicht aus Heidelberg oder der näheren Umgebung. Laut Polizei handelt es sich bei den an der Neckarwiese festgestellten Personen um Menschen „aus dem Hessischen, aus dem Pfälzischen und aus Teilen von Baden-Württemberg“. Es wird unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Leser und Stadtpolitik reagieren auf das Aufenthaltsverbot an der Neckarwiese.

Heidelberg: Nach Pfingst-Randale ‒ DAS plant die Stadt auf der Neckarwiese

Update vom 25. Mai, 16:45 Uhr: Nach den Ausschreitungen auf der Heidelberger Neckarwiese über Pfingsten haben sich am Dienstag (25. Mai) Spitzen von Stadt und Polizei getroffen und Maßnahmen zum weiteren Vorgehen verabredet – das teilt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung mit. Zuvor hat die Stadt gegenüber HEIDELBERG24 angekündigt ab Donnerstag (27. Mai) ein nächtliches Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese einzurichten. Der Anfangszeitpunkt soll sich dabei an der Schließzeit für die Gastronomie orientieren. Die Stadt Heidelberg wird zudem individuelle Aufenthaltsverbote für Neckarwiese und Altstadt gegen die Störer aussprechen, deren Personalien die Polizei im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am vergangenen Wochenende bereits aufgenommen hat. Nach Angaben der Polizei soll ein Großteil der Störer aus einem weiten Umkreis nach Heidelberg angereist sein.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (2019, Eurostat)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Kampfansage an Krawalltourismus – Zeiten für Aufenthaltsverbot festgelegt

Unsere Botschaft ist ganz klar: Stadt und Polizei dulden keinen Krawalltourismus. Solche Szenen wie am Pfingstwochenende sind inakzeptabel. Das hat auch nichts mit Feiern zu tun – wer Polizisten angreift und blindwütig randaliert, begeht Straftaten. Wir werden nicht zulassen, dass sich solche Zustände wiederholen. Das nächtliche Aufenthaltsverbot in dieser und in der nächsten Woche ist nun der erste Schritt. Falls erforderlich, behalten wir uns die Prüfung weiterer Maßnahmen ausdrücklich vor – darunter auch ein Alkoholkonsumverbot für die Neckarwiese“, sagt Heidelbergs Ordnungsbürgermeister Wolfgang Erichson.

Das Aufenthaltsverbot für die Neckarwiese und die angrenzende „Kastanienallee“ gilt zwischen Donnerstag (27. Mai, 21 Uhr) und Montagfrüh (31. Mai, 6 Uhr). In der kommenden Woche gilt das Verbot zwischen Mittwoch (2. Juni) und Montagfrüh (7. Juni). Die Uhrzeit für den Beginn des Aufenthaltsverbots wird sich an der Schließzeit für die Gastronomie orientieren. Die liegt aktuell nach den Bestimmungen der Corona-Verordnung des Landes im Stadtkreis Heidelberg bei 21 Uhr. Eine Ausweitung auf 22 Uhr könnte in Heidelberg bereits ab dem kommenden Wochenende greifen – entsprechend würde dann auch das nächtliche Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese eine Stunde später beginnen.

Heidelberg: Nach Pfingst-Randale ‒ DAS plant die Stadt auf der Neckarwiese

Update vom 25. Mai, 15:15 Uhr: Als „weitere Konsequenz“ auf die Randale plant die Stadt Heidelberg ab Donnerstag (27. Mai) für die Neckarwiese ein Aufenthaltsverbot von 21 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag. Das bestätigt ein Stadtsprecher auf Anfrage von HEIDELBERG24. Bei den gewaltsamen Ausschreitungen am Pfingstwochenende habe es sich „Ausnahmeerscheinungen“ gehandelt, so der Sprecher. Auf der Neckarwiese gebe es normalerweise keine Probleme. Eine nicht genehmigte Schulfeier auf der Neckarwiese habe man ohne Weiteres auflösen können. Sollte am Wochenende ein weiterer Öffnungsschritt im Sinne der Corona-Verordnung anstehen, würde man sich beim Aufenthaltsverbot für die Neckarwiese an den Schließzeiten für die Gastronomie orientieren, erklärt der Stadtsprecher. Weitere Infos zur nächtlichen Neckarwiesen-Sperre sollen in Kürze bekannt gegeben werden.

Heidelberg: Polizei fordert drastische Maßnahme für Neckarwiese

Erstmeldung vom 25. Mai, 13:40 Uhr: In der Nacht zu Pfingstsonntag (23. Mai) kommt es in Heidelberg zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen hunderten Feiernden und der Polizei. Besonders die Neckarwiese in Neuenheim wird am Samstagabend (22. Mai) zum Anziehungspunkt für 700 bis 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene. Zunächst läuft alles friedlich, gegen 23:30 Uhr kippt aber die Stimmung: Wie die Polizei Mannheim mitteilt, werfen mehrere Unbekannte Flaschen auf die Beamten, als diese wegen zu lauter Musik einschreiten wollen. Immer mehr Polizeikräfte werden an der Neckarwiese zusammen gezogen, woraufhin sich das Neckarvorland langsam leert.

Gegen 3 Uhr morgens befinden sich noch 50 bis 80 Feiernde auf der Neckarwiese ‒ sie wollen das Gelände trotz Aufforderung der Polizei nicht verlassen. Im Bereich Theodor-Heuss-Brücke kommt es dann zu schwerer Randale: Eine Corona-Teststation, Toilettenanlagen, Tische, Parkbänke, Toilettenanlagen sowie Buden von Schaustellern werden teils schwer beschädigt. Zudem werfen die Randalierer auch hier Flaschen auf Beamte und Polizeiautos. Drei Beamte werden verletzt, acht Fahrzeuge beschädigt. Bis die Situation unter Kontrolle ist, feuern rund 300 Menschen die Randalierer an, berichtet die Polizei. Wegen der Ausschreitungen wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Heidelberg: Polizeigewerkschaft fordert Alkoholverbot für Neckarwiese

Auch an den Folgetagen kommt es in der Altstadt und auf der Neckarwiese zu Problemen mit aggressiven Feiernden. Oberbürgermeister Prof Dr. Eckart Würzner verurteilt das „Ausmaß an Gewaltbereitschaft und inakzeptablem Verhalten“ über die Pfingstage. „Selbst außerhalb einer Pandemie wäre es völlig untragbar, dass sich Hunderte Menschen im öffentlichen Raum derart daneben benehmen – die meisten davon übrigens nicht aus Heidelberg, sondern über die sozialen Medien aus einem weiten Umkreis mobilisiert“, erklärt Würzner. Die Stadt Heidelberg reagiert und verhängt am Pfingstmontag ein Betretungsverbot für die Neckarwiese zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Ernst-Walz-Brücke, das zunächst bis Dienstag (25. Mai, 6 Uhr) gilt. Über weitere Maßnahmen will die Verwaltung am Dienstag besprechen.

Polizeikontrolle an der Neckarwiese in Heidelberg.
Polizeikontrolle an der Neckarwiese in Heidelberg. © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Ein Aufenthaltsverbot allein ist aus Sicht der Polizeigewerkschaft indes nicht die Lösung: Landesvorsitzender Ralf Kusterer schlägt nach den Ausschreitungen drastischere Maßnahmen für die Neckarwiese in Heidelberg vor. Kusterer hält ein Alkoholverbot und ein konzeptionelles Platzverweisverfahren, das zu Aufenthaltsverbot mit hohem Ordnungsgeld führen kann, für „zielführend“: „Was wir am Wochenende erlebt haben, war ein wilder Mob, der mit Party und Event wenig zu tun hat“, äußert sich Kusterer gegenüber der dpa. Nötig sei eine hohe Präsenz des kommunalen Ordnungsdiensts und der Polizei, immerhin werde die Sperrung der Neckarwiese „nicht den ganzen Sommer gehen“. (rmx mit dpa)

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