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Heidelberg: Krawalle auf Neckarwiese – Erstes Urteil gegen Randalierer gefallen

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Von: Peter Kiefer

Heidelberg – Erstaunlich hartes Urteil für einen 18-jährigen Randalierer von der Neckarwiese. Der Jugendliche wurde zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verknackt:

Erstes Urteil nach den schweren Krawallen auf der Neckarwiese an Pfingsten. Und es ist ein richtig hartes! Denn ein 18-jähriger Randalierer aus der Nähe von Bruchsal ist jetzt wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt worden – trotz Jugendstrafe ohne Bewährung.

Der Beschuldigte habe vorm Jugendschöffengericht gestanden, „gut angesoffen“ einen E-Scooter auf ein Corona-Testzentrum unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke in Heidelberg geschleudert und zudem die Scheibe des Zeltpavillons mit einem Holzpfahl eingeschlagen. Außerdem habe er eine Glasflasche nach vorbeifahrenden Polizei-Autos geworfen, wie die RNZ berichtet. Dabei hätten ihm alle „zugejubelt, als hätte man ein Tor geschossen“. Gesamtschaden rund 6.800 Euro.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche108,84 km²
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

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Heidelberg: Randalierer gesteht Wurf von E-Scooter auf Corona-Teststation

Der Mob, dem sich der Teenager letztendlich angeschlossen hatte, hat nicht nur Polizisten mit Flaschenwürfen attackiert und die Teststation demoliert, sondern auch zwei Imbissbuden zerlegt. Nach weiteren Krawall-Brüdern von der Neckarwiese fahndet die Polizei noch immer mit Fotos.

Heidelberg: Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Identifizierung dieser Männer.
Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Identifizierung dieser Männer. Tatort: Uferstraße, Neckarwiese Heidelberg. Samstag (22. Mai), 22 Uhr bis Sonntag (23. Mai), 6 Uhr. (Fotomontage) © HEIDELBERG24/PR-Video/Rene Priebe & Polizeipräsidium Mannheim

Zwei Polizisten sind durch die Eskalation der Gewalt verletzt worden, einige Einsatzfahrzeuge teils stark beschädigt. Die logische Konsequenz war ein nächtliches Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese an den Wochenenden. Diese und andere Einschränkungen sind jedoch inzwischen wieder gelockert worden.

Dank der vielen Handyfotos und -videos, die in diversen sozialen Medien gepostet wurden, konnte die „Ermittlungsgruppe Neckarwiese“ im Abgleich mit selbstgemachten Aufnahmen in der Tatnacht den Täter identifizieren und schließlich am Morgen des 1. Juni Zuhause dingfest machen. Dabei stellten die Polizisten Tatkleidung und Mobiltelefone sicher, die anschließend von der Zentralen Kriminaltechnik der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg ausgewertet worden sind.

Heidelberg: Darum verhängte die Richterin die ungewöhnlich harte Jugendstrafe

Es geht nicht darum, ein Exempel zu statuieren, sondern nur um Ihre Person“, so Nicole Bargatzky, die Vorsitzende Richterin des Jugendschöffengerichts, laut RNZ bei ihrer Urteilsbegründung zum Angeklagten.

Randalierer demolieren das Testzentrum an der Neckarwiese in Heidelberg-Neuenheim.
Randalierer demolieren das Testzentrum an der Neckarwiese. © Screenshot Twitter

Hintergrund: Der 18-Jährige habe sich bislang von keiner seiner Vorstrafen und anhängigen Verfahren beeindruckt gezeigt. Was er auf der Wiese gemacht habe, „das war kein Spontanentschluss, das ist ein Verhalten, das in Ihnen ist“. Laut Richterin müsse man hier ganz klar von „schädlichen Neigungen“ sprechen. Diese seien die Voraussetzung dafür, dass auch bei dem am Erziehungsgedanken orientierten Jugendstrafrecht wie in diesem eine Freiheitsstrafe verhängt werden kann: ein Jahr und drei Monate ohne Bewährung. (pek)

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