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Heidelberg: Gegen Alkohol- und Aufenthaltsverbot – Jugendliche demonstrieren auf Neckarwiese

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Von: Peter Kiefer

Polizei auf der Neckarwiese in Heidelberg.
Polizei auf der Neckarwiese in Heidelberg. (Archivfoto) © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Heidelberg – Weil ihnen das städtische Alkohol- und Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese nicht passt, plant die Gruppe „ZeroCovid Heidelberg“ eine Kundgebung genau dort:

Der Party-Hotspot Neckarwiese in Heidelberg kommt einfach nicht zur Ruhe. Nachdem die Lage zuletzt am 26. Juni eskaliert ist, als einige Unverbesserliche der rund 1.500 Leute eingesetzte Polizisten angegriffen haben, meldet sich jetzt die Gruppe „ZeroCovid Heidelberg“ zu Wort. Denn die Jugendlichen wollen mit einer Kundgebungfür Freiräume“ streiten. Deshalb steigt am 10. Juli (17 Uhr) die Aktion gegen das bestehende Alkohol- und Aufenthaltsverbot der Stadt Heidelberg auf der Neckarwiese.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche108,84 km²
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

In einem Statement betont sich „ZeroCovid Heidelberg“, dass man die „derzeitige Entwicklung in Heidelberg und ganz Baden-Württemberg sehr kritisch“ sehe. Während der Pandemie aufgrund des Coronavirus seien Jugendliche stark von den Dauer-Lockdowns und der dürftigen Implementierung von Fernunterricht betroffen, wodurch ihnen praktisch jegliche Möglichkeit für soziale Kontakte genommen werde.

Heidelberg: Aufenthaltsverbot auf Neckarwiese treibt Party-Meute in enge Altstadt

Doch obwohl es derzeit „ein kurzes Durchatmen“ gebe und viele der monatelangen Einschränkungen wieder gelockert werden, seien die Freizügigkeit speziell in Baden-Württemberg auf sogenannte „Hotspots“ begrenzt. Dies sei ein „unhaltbarer Zustand, da Verbote keine Lösungen bringen, sondern nur kurzzeitige Ruhe“.

Deren weitere Argumentation: Das Aufenthaltsverbot auf der Heidelberger Neckarwiese habe keinerlei Wirkung, da die Feiernden nach Räumungen des Neckarvorlands regelmäßig „in die enge und überlaufene Altstadt“ ausweichen würden. Das sei „nicht nur sicherheitstechnisch problematisch, sondern auch während einer Pandemie grob fahrlässig“. Sicherheitsabstände seien dort nur sehr schwer einzuhalten.

Die Unteren Straße ist ein Ausgeh-Hotspot in Heidelberg.
Die Untere Straße ist ein Ausgeh-Hotspot in Heidelberg. (Archivbild) © HEIDELBERG24/ Florian Römer

Der harte Vorwurf an Polizei und Ordnungsdienst: Seien am Anfang tatsächlich Ausschreitungen Auslöser für das angeordnete Alkohol- und Aufenthaltsverbot gewesen, würde inzwischen eine einzige „Ruhestörung“, um mehrere Hundert Menschen mit Gewalt zu räumen. Die Stadt Heidelberg schmücke sich einerseits mit dem Image als „attraktive Studentenstadt“ mit feiernden jungen Leuten, beuge sich jedoch andererseits dem „Druck von Ferienwohnungsbesitzer:innen“ und schränke die Freiheiten von Jugendlichen ein.

Heidelberg: Die Forderungen von „ZeroCovid Heidelberg“

Was speziell die explosive Situation am 26. Juni angeht, beurteilt „ZeroCovid Heidelberg“ die Vorgänge erwartungsgemäß ‚etwas‘ anders als die Einsatzkräfte: „Die Polizei räumte feiernde Menschen, die den kompletten Abend über friedlich waren, um 22:30 Uhr, weil laut Pressemitteilung der Polizei deutlich zuvor eine Person ein bengalisches Feuer gezündet hatte. Vor Ort mahnten das Ordnungsamt und die Polizei eine Ruhestörung an. Das empfinden wir als unverhältnismäßig.

Weil man jungen Menschen „endlich eine Stimme“ geben wolle, habe man für den 10. Juli die Kundgebung auf der Neckarwiese angemeldet, um dort folgende Forderungen zu formulieren:

  1. Das Alkohol- und Aufenthaltsverbot darf nicht verlängert werden.
  2. Der Jugendgemeinderat soll sich klar positionieren.
  3. Die Stadt soll adäquate Lösungen präsentieren, anstatt Jugendliche zu verdrängen.
  4. Der Stadtrat soll sich selbst ein Bild von der Neckarwiese machen und zukünftige  Polizeieinsätze beobachten.

(PM/pek)

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