Polizei und Ordnungsdienst greifen durch

Heidelberg: Stadt verhängt Party-Verbot auf Neckarwiese – nur Stunden später geht‘s dort rund

Heidelberg - Wegen der anhaltenden Corona-Krise dürfen auch diesen Sommer keine Abschlussfeiern auf der Neckarwiese steigen. Die Polizei wird das verstärkt kontrollieren:

Update vom 20. Mai, 14:51 Uhr: Kaum hat die Stadt Heidelberg am Mittwoch ein Party-Verbot auf der Neckarwiese verhängt, ist es nur wenige Stunden später dort schon wieder rund gegangen. So sind am Mittwochabend vermehrt Hinweise bei der Polizei eingegangen, wonach sich mehrere hundert junge Menschen auf dem Neckarvorland in der Uferstraße zu einer nicht genehmigten Feier treffen würden.

Und tatsächlich: Gegen 21 Uhr hat die Polizei auf der Neckarwiese eine Ansammlung von rund 300 Personen festgestellt, bei denen es sich nahezu ausnahmslos um Teilnehmer einer Abiturfeier handelte, die ausgelassen feierten und sich dabei weder an die Abstands- noch an die Maskenpflicht gehalten haben. Nachdem der städtische Ordnungsdienst in Abstimmung mit der Polizei die Auflösung der Feierlichkeiten auf der Neckarwiese verfügt hatte, wurden die Feiernden zunächst mit Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert, das Gelände zu verlassen.

Eine unerlaubte Abi-Feiern auf der Neckarwiese, wie hier im Jahr 2019, mussten Polizei und Ordnungsdienst am Mittwoch (19. Mai) auflösen. (Archivfoto)

Ein paar Wenige der augenscheinlich durchweg alkoholisierten und diskussionsfreudigen Personen zeigten sich von der Aufforderung unbeeindruckt, weshalb die Neckarwiese gegen 21:45 Uhr schließlich gemeinsam von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst geräumt werden musste. Dabei ist es laut Polizei zu keinen nennenswerten Vorkommnissen gekommen.

Heidelberg: Party-Verbot! Keine Abschlussfeiern auf Neckarwiese wegen Corona

Als wahre Spaßbremse erweist sich erneut die Stadt Heidelberg – zumindest nach Meinung Hunderter Schulabsolventen in der Uni-Stadt. Denn auch in diesem Jahr darf es keine Schulabschluss- und Prüfungsfeiern auf der Neckarwiese geben. Darauf weist die Stadt angesichts der andauernden Corona-Pandemie hin. Die Neckarwiese war in der Vergangenheit ein Anziehungspunkt für Schüler*innen nicht nur aus Heidelberg, sondern aus der gesamten Region.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche108,84 km²
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Hintergrund: Alle Jahre wieder treffen sich die frisch gebackenen Abiturienten aus nah und fern unter freiem Himmel am Neckarvorland, um nach den bestandenen Abschlussprüfungen die Sau rauszulassen. Dementsprechend von Müllbergen übersät hat die Party-Meute die Neckarwiese auch hinterlassen. Von der Lärmbelästigung und oftmals auch Schlägereien ganz zu schweigen. Dies ist jedoch nicht der Grund des Verbots der Party-Exzesse.

Auf der Neckarwiese liegen nach der Abi-Feier 2019 überall Flaschen herum.

Eine der Maßnahmen in der Vergangenheit ist eine grelle Lichtanlage gewesen, die den feiernden und oftmals stark alkoholisierten Jugendlichen die Stimmung verderben und letztendlich die verbotenen Menschenansammlungen auflösen soll. Sie war im Jahr 2018 für den dauerhaften Einsatz installiert worden.

Heidelberg: Kulturbürgermeister Erichson zeigt Verständnis für Party-Community

Aufgrund des nach wie vor gegebenen Ansteckungsrisikos mit dem tückischen Coronavirus müssen die beliebten Feiern in Heidelberg trotz der niedrigsten 7-Tage-Inzidenz in ganz Baden-Württemberg wie bereits im vergangenen Jahr ausfallen. Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst überwachen die Neckarwiese sowie die Einhaltung der Corona-Verordnung. Bereits im vergangenen Jahr drohten bei Verstößen gegen die geltenden Corona-Regeln Bußgelder zwischen 100 und 1000 Euro.

Bürgermeister Wolfgang Erichson (Grüne) betonte: „Die Schülerinnen und Schüler sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie seit über einem Jahr stark betroffen. Sich unter diesen schwierigen Bedingungen auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten, ist eine besondere Herausforderung und eine große Leistung. Daher kann ich gut verstehen, dass man nach einer solchen Zeit das Bedürfnis hat, gemeinsam zu feiern. Aktuell muss das jedoch – zum Schutze aller – im engsten Familienkreis stattfinden. Wir alle hoffen, dass es in absehbarer Zeit wieder möglich sein wird, dies angemessen nachzuholen.

Die Stadtverwaltung bittet alle Schulleitungen, Elternbeirätinnen und Elternbeiräte sowie Schülerinnen und Schüler um Unterstützung und hat in einem Schreiben an die Schulen auf die aktuellen Regelungen hingewiesen. (PM/pek)

Rubriklistenbild: © Ronald Wittek/dpa

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