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Heidelberg: Krawalle auf der Neckarwiese – Wer kennt diese Randalierer?

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Von: Eliran Kendi

Heidelberg: Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Identifizierung dieser Männer.
Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Identifizierung dieser Männer. TATORT: Uferstraße, Neckarwiese Heidelberg. Samstag (22. Mai), 22:00 Uhr bis Sonntag (23. Mai), 06:00 Uhr (Fotomontage). © HEIDELBERG24/PR-Video/Rene Priebe & Polizeipräsidium Mannheim

Heidelberg - Am Pfingstwochenende treiben Randalierer rund um die Neckarwiese ihr Unwesen. Nun präsentiert die Polizei ihre Ermittlungsergebnisse und ruft Zeugen zur weiteren Mithilfe auf.

Es ist eine Bilanz, die Kopfschütteln verursacht: Eine verletzte Polizeibeamtin und ein verletzter Polizeibeamter, acht beschädigte Dienstfahrzeuge, erhebliche Beschädigungen an einer Toilettenanlage, an Parkbänken, an Tischen, an einem Verkaufsstand von Schaustellern sowie an einem mobilen Corona-Testzelt mit einem Gesamtschaden von ca. 47.000 Euro. In der Nacht zum Pfingstsonntag (23. Mai) haben junge Randalierer rund um die Neckarwiese in Heidelberg ihrer Zerstörungswut freien Lauf gelassen. Als Reaktion auf diese Straftaten hat das Polizeipräsidium Mannheim bereits am Morgen der Krawallnacht die Ermittlungsgruppe „Neckarwiese“ eingerichtet. Dass die Ordnungshüter mit ihren Ermittlungen zum Gegenschlag ausholen würden, haben die Beamten in der Vergangenheit bereits angekündigt, nun präsentieren Sie eine ausführliche Bilanz ihrer Arbeit.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (2019, Eurostat)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberger Krawallnacht auf der Neckarwiese: Super-Recognizer erkennen Tatverdächtige wieder

An der Aufklärung der Krawallnacht in Heidelberg sind insgesamt 21 Beamtinnen und Beamten der Kriminal- und Schutzpolizei beteiligt – darunter Spezialisten aus den Bereichen Kapitalverbrechen, Cybercrime und Multimediaforensik sowie Jugendkriminalität.

Nach Angaben der Polizei wird im Zuge der Ermittlungen auch eine spezielle Software zur Gesichtserkennung eingesetzt. Aber auch sogenannte Super-Recognizer sind mit von der Partie. Super-Recognizer haben ein außergewöhnliches Talent: Sie können sich überdurchschnittlich gut Gesichter einprägen und diese später wiedererkennen.

Heidelberger Krawallnacht auf der Neckarwiese: 13 Tatverdächte, zwei Haftbefehle

Der Aufwand der bisherigen Ermittlungsarbeit hat zu konkreten Ergebnissen geführt, die nun seitens der Polizei veröffentlicht werden: Zwischenzeitlich können 13 Beschuldigte im Alter zwischen 17 und 22 Jahren ermittelt werden, die aus dem Landkreis Karlsruhe, aus Mannheim, Heidelberg, dem Rhein-Neckar- und dem Hohenlohekreis stammen.

Gegen die mutmaßlichen Krawallmacher hat die Staatsanwaltschaft Heidelberg Ermittlungsverfahren unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs eingeleitet. Gegen zwei der 13 Beschuldigten sind sogar Haftbefehle erlassen worden. Davon ist ein 18 Jahre jungen Mann aus dem Landkreis Karlsruhe festgenommen werden. Ein weiterer 19-Jährigen aus dem Landkreis Karlsruhe ist dagegen unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Heidelberger Krawallnacht auf der Neckarwiese: Wohnungen durchsucht und Handys einkassiert

Über 20 Wohnungen sind im Zuge der Ermittlungen bisher durchsucht worden. Dabei kann die Polizei nach eigenen Angaben umfangreiches Beweismittel auswerten: Darunter 21 beschlagnahmte Mobiltelefone und rund 250 übermittelte Videoaufzeichnungen in einer Datenmenge von über einem Terabyte ausgewertet.

Seitens der Stadt Heidelberg werden gegen sämtliche Beschuldigte Aufenthaltsverbote für Bereiche des Stadtgebiets geprüft; davon sind einige bereits erlassen worden.

Heidelberger Krawallnacht auf der Neckarwiese: Zeugenaufruf – diese Gewalttäter werden gesucht

Die Ermittlungen der Ermittlungsgruppe „Neckarwiese“ dauern weiter an. Bisher sind die Ermittler knapp 50 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Und die Polizei bittet die Öffentlichkeit um ihre weitere Mithilfe bei der Fahndung nach von zwei weiteren männlichen Tatverdächtigen. Zeugen werden gebeten, sich an den Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Mannheim unter 0621/174-4444 zu melden.

„Die Ermittlungsbilanz zeigt, dass wir mit aller Konsequenz und Entschlossenheit die Geschehnisse aufklären. Jeder, der sich an solchen Handlungen beteiligt, muss wissen, dass wir es nicht auf sich beruhen lassen, sondern mit all unseren Fähigkeiten und mit Nachdruck die Taten aufklären und die Täter ermitteln. Bei den Ausschreitungen handelt es sich nicht um Spaß, sondern um schwere oder sogar schwerste Straften,“ so der aktuelle Leiter des Polizeipräsidiums Mannheim, Siegfried Kollmar. (esk/pol)

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