SPD gegen Grüne

„Blockadehaltung“ – nächste Runde im Streit um den Betriebshof

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Die Grünen wollen das Airfield als Betriebshof-Standort genauer untersuchen. 

Heidelberg - Nächste Runde im Streit um den Standort für den RNV-Betriebshof in Bergheim: Die SPD wirft den Grünen „Blockadehaltung“ vor, die grüne Gemeinderatsfraktion wehrt sich.

Die Sitzung des Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss (SEVA) am Mittwoch (24. Oktober) hatte es in sich: Fast zwei Stunden stritten die Stadträte über den künftigen Standort für den RNV-Betriebshof und kamen doch zu keinem Ergebnis

Am Ende der Sitzung fand keiner der drei möglichen Standorte (Betriebshofneubau am aktuellen Standort in der Bergheimer Straße, Großer Ochsenkopf und Airfield) eine Mehrheit. 

SPD wirft Grünen „Blockadehaltung“ vor

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Anke Schuster warf den Grünen vor, „unverantwortlich zu handeln“. Statt mit ihrem Antrag nach weiteren Untersuchungen des Airfieldseine Entscheidung um weitere Jahre zu verzögern“, sollten die Grünen ihre „Blockadehaltung“ aufgeben und gemeinsam mit der SPD für einen Neubau des Betriebshofs an der Bergheimer Straße votieren, fordern die Sozialdemokraten in einer Mitteilung unter der Woche. 

Zwar seien die zentralen Standorte an der Bergheimer Straße und am Ochsenkopf in Sachen Kapazität und Leerkilometer vergleichbar, ein Neubau des bestehenden Betriebshofs aber in Bezug auf die Grünflächenbilanz zu favorisieren, argumentiert die SPD: Das Airfield könnte das „Herzstück eines Landschaftspark“ (Schuster) für Heidelberg werden, die Ochsenkopfwiese erhalten bleiben und auf dem begrünten Dachpark des neugebauten Betriebshofs eine weitere Grünfläche entstehen.

Zudem bestehe in Sachen Betriebsschutz dringender Handlungsbedarf, darauf habe die RNV mehrfach hingewiesen. Vielleicht müsse die RNV eine Entscheidung ähnlich forcieren wie der einstige Theaterintendant Peter Spuhler, überlegt Schuster: „Schließen Sie einfach den Betriebshof mit der Begründung, Sie können den Arbeitsschutz nicht mehr gewährleisten.“ 

Es brauche wohl „solch drastische Maßnahmen, damit die Grünen verstehen, dass man solche Entscheidungen nicht auf den Stankt Nimmerleinstag verschieben darf.“ 

Grüne wollen Airfield genauer prüfen

Der Vorwurf der Blockadehaltung gehe an der Realität vorbei, entgegnet Christoph Rothfuß, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat: „Die Machbarkeitsstudie für das Airfield hat vielversprechende Ergebnisse geliefert, deshalb wollen wir diesen Standort weiter untersuchen. Eine endgültige Entscheidung kann erst getroffen werden, wenn die Resultate vorliegen.“  

Seine Fraktion wolle den besten Betriebshof-Standort für Heidelberg, bekräftigt Rothfuß: In Bezug auf Kosten, Flächenverfügbarkeit und schnelle Anbindung ans PHV gebe es derzeit einige Gründe für das Airfield. Dafür wolle man weiter werben.

Dabei können die von der SPD vorgebrachten Argumente pro Bergheimer Straße die Grünen bislang offensichtlich nicht überzeugen: „Ein Neubau an Ort und Stelle und im laufenden Betrieb – so wie ihn sich die SPD vorstellt – würde die bereits heute erschwerten Arbeitsabläufe der RNV über Jahre zusätzlich beeinträchtigen, die Baumaßnahme in die Länge ziehen und vermutlich auch deutlich mehr kosten als ein Neubau auf freier Fläche“, findet der stadtentwicklungspolitische Sprecher Manuel Steinbrenner

Die SPD wiederum blockiere mit ihrem Festhalten am alten Standort eine „echte Entwicklungschance für Bergheim-Mitte“, schließlich könne man dort ein urbanes Quartier mit Wohn-, Geschäfts- und Gastronomieflächen sowie mit einer mindestens ein Hektar großen Grünfläche entwickeln, findet Steinbrenner. Das Airfield hingegen biete ideale Bedingungen für einen zügig zu errichtenden Betriebshof-Zweckbau, der „mit Blick auf das zunehmende Bus-und Bahnangebot in der Zukunft“ auch erweiterbar wäre.

So gehts weiter

Der Betriebshof-Standort wird am Mittwoch (7. November, 17:30 Uhr) im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert. Am 22. November (16:30 Uhr) beschäftigt sich der Gemeinderat mit dem Thema.

rmx

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