Ein langwieriger Prozess

„Angstbären“ erkunden neues Gehege

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Auf Erkundungstour durch das neue Gehege. 

Heidelberg-Neuenheim - Ein schönes neues Gelände, viel Platz und jede Menge Leckereien – und trotzdem wollten die Bären im Heidelberger Zoo einfach nicht in das Gehege...

Grüne Wiesen, Felsen, Baumstämme zum Klettern, schattige Plätze unter großen Bäumen – das Bärenleben im Heidelberger Zoo kann so schön sein. Im Juni wurde die erweiterte Bärenanlage eröffnet und alle waren begeistert – außer den Bären selbst. Die waren nämlich noch sehr skeptisch was das neue Gelände betrifft.

Ausbau des Bärengeheges schreitet weiter voran

Insbesondere der Übergang zwischen dem alten und dem neuen Bereich – eine schwenkbare Brücke – war den Bären nicht so ganz geheuer. Während sich die Korsakfüchse, die sich das Gehege mit den Syrischen Braunbären teilen, sichtlich über die Neuerung freuten und über Brücke hin und her flitzten, blieben ihre kräftigen Nachbarn lieber erstmal in ihrem altbekannten Bereich. 

Nur die neugierige Uschi (21) traute sich gleich zur Eröffnung über die Brücke. Nach etwas mehr als einer Woche hatte sie die komplette Anlage für sich entdeckt. 

Doch ausgerechnet Benny, der große, starke Bärenmann, konnte sein Misstrauen einfach nicht ablegen. Kein Futter, kein gutes Zureden und auch kein köstlicher Honig konnte ihn auf die neue Anlage locken. Zuzusehen, wie die Füchse vor seinen Augen die Leckerbissen im neuen Gehegebereich genüsslich verzehrten, erzeugte zwar reichlich Frust bei dem Bären – über die Brücke ging er trotzdem nicht. 

Schließlich konnte sich sogar Gudrun, mit 33 Jahren die älteste Bärin in Heidelberg, überwinden und die Brücke überqueren. Auf der anderen Seite angekommen verließ sie jedoch der Mut – sie traute sich nicht mehr zurück. Ganze drei Tage und zwei Nächte bliebt sie in dem neuen Bereich, bevor sie allen Mut zusammennahm und über die Brücke stürmte. Bislang ihr erster und auch letzter Ausflug in das neue Gehege. 

Bald stand für die Tierpfleger fest, hier muss etwas für die „Angstbären“ getan werden. Ende Juli wurde die gefürchtete Brücke von den Handwerkern des Zoos umgestaltet. Anstatt des schwenkbaren Übergangs aus Baumstämmen verbindet nun eine feste Plattform in dreifacher Breite die beiden Bereiche. 

Endlich fühlen sich die Bären auch in ihrem neuen Gehege pudelwohl.

Drei Wochen, viel gutes Zureden und eine strenge Diät später endlich das gewünschte Ergebnis: Benny betritt das neue Gehege. Zaghaft erkundet er die gesamte Anlage, taucht den Kopf in das große Wasserbecken, schnüffelt an den Bäumen. Die Anspannung ist ihm jedoch deutlich anzumerken. Sogar die zugeworfenen Leckerbissen lässt er links liegen. 

Erst zwei Wochen später – als die vielen neuen Eindrücke verarbeitet waren – traut er sich erneut auf die Anlage. Seitdem können die Zoobesucher ihn fast jeden Tag dort beobachten. 

Dass mit Benny das ranghöchste Tier am vorsichtigsten ist, ist nicht ungewöhnlich. In ähnlichen Fällen haben Bären und andere Tiere neue Gehegebereiche bis zu einem Jahr lang nicht betreten – da waren unsere Bären vergleichsweise schnell und neugierig“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

Wer Benny heute wie selbstverständlich durch die neue Anlage stapfen sieht, kann sich kaum vorstellen, dass er der Bär ist, der sich anfänglich nicht traute. 

>>> Ausbau des Bärengeheges schreitet weiter voran 

>>> Neues Bären-Zuhause eröffnet

Zoo Heidelberg/mk

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