Forschungsprojekt Zoo Heidelberg

Affen und Vögel: Die neuen Computer-Geeks im Zoo Heidelberg?

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 Forschungsprojekt „Wie denken Tiere?“ im Zoo Heidelberg

Heidelberg-Neuenheim - Im Projekt „Wie denken Tiere?“ im Zoo Heidelberg werden seit 2015 die Intelligenz und die kognitiven Fähigkeiten einzelner Tierarten erforscht. Jetzt kommen auch noch Vögel hinzu!

Verhaltensforscherin Dr. Vanessa Schmitt untersucht seit 2015 die Intelligenz und kognitiven Fähigkeiten einzelner Tierarten im Zoo Heidelberg. An speziellen Touchscreen- Computersystemen lernen die Tiere durch Versuch-und-Irrtum verschiedene Bilder auf dem Bildschirm zu berühren. Liegen sie richtig gibt's natürlich eine kleine Futterbelohnung. 

Zuerst standen Menschenaffen im Fokus, seit einigen Monaten genießen auch einige Vogelarten und kleinere Affen den Computerspaß. 

Ziel dieser Beschäftigung ist es die kognitiven Fähigkeiten der verschiedenen Tierarten zu vergleichen: Wer lernt wie schnell? Wer macht die wenigsten Fehler? Wer geht wie an neue Aufgaben heran? 

Das macht den Tieren nicht nur Spaß, sondern steigert auch ihr Wohlbefinden. Die abwechslungsreiche Tierbeschäftigung nennt man übrigensEnrichment.

 Forschungsprojekt „Wie denken Tiere?“ im Zoo Heidelberg

Digitaler Spielspaß für alle Tiere?

„Das Touchscreen-System ist so konzipiert, dass verschiedenste Tierarten – vom Affen, über Raubtiere bis zu Vögeln und sogar Reptilien – sie bedienen können. Dadurch haben wir die wissenschaftlich einmalige Möglichkeit, diverse Tierarten und ihre kognitiven Fähigkeiten mit der gleichen Methode miteinander zu vergleichen.“, erklärt Dr. Vanessa Schmitt, die Leiterin des von der Klaus Tschira Stiftung finanzierten Forschungsprojektes.

 Forschungsprojekt „Wie denken Tiere?“ im Zoo Heidelberg

Große Neugierde bei den Jungtieren!

Bei den kleineren Affen, wie den Hulman-Languren und Roloway-Meerkatzen, finden vor allem die Jungtiere die Touchscreens interessant. Sie lernen schnell, die Bildschirme zu bedienen um an die Futterbelohnung zu kommen. Der "neue Kasten", kommt bei den älteren Tieren zunächst nicht ganz so gut an. Sie brauchen etwas Zeit bis sie sicher heran trauen. Doch mittlerweile hat auch die ältere Generation ihren Spaß!

Die ersten Ergebnisse der Beobachtungen lassen folgendes erkennen: Tiere spielen mehr wenn sie Zugang zu Enrichment haben. Außerdem spielen sie auch öfter miteinander. Durch die Beschäftigungsobjekte werden die Tiere aktiver und ihr Spieltrieb wird angeregt.

Auch Vögel spielen jetzt Computer

Im Teil zwei des Forschungsprojekt sollen nun die Vögel an die Computersysteme herangeführt werden. Bisher liefen die ersten Versuche sehr positiv.  

Die Keas, eine Papageienart aus Neuseeland, stellten sich als echte „Zocker“ heraus: Sie waren besonders neugierig und verstanden bereits nach kurzer Zeit denn Sinn des Spieles. Die Karakaras, eine Greifvogelart, die ursprünglich von den Falklandinseln stammt, hielt die Computer ebenfalls für spannend.

 Forschungsprojekt „Wie denken Tiere?“ im Zoo Heidelberg

Von Level zu Level

Besonders toll: wie bei Computerspielen für Menschen auch gibt es verschiedene Schwierigkeitsgarde. Je nach Individuum kann sogar gezielt das Programm gestartet werden.So wird es den Computer-Geeks nie langweilig!

jmb

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