„Ausgeklügelter Zuchtplan“

Neues Zuchthaus soll Feldhamster vor dem Aussterben retten!

Auswilderung Europäischer Feldhamster
+
Auswilderung Europäischer Feldhamster

Heidelberg-Neuenheim - Schon bald könnte der süße Feldhamster von unseren Feldern für immer verschwinden sein. Es helfen jetzt nur noch Rettungsmaßnahmen, wie die des Heidelberger Zoos:

Seit Oktober sprechen viele Experten von einem Aussterben des Feldhamsters. Grund dafür sei die Landwirtschaft, die die Nahrung und den Lebensraum der kleinen Tierchen nach und nach zerstört. Eine Umsiedlung für die Hamster, der nur in Kornfeldern leben, ist damit praktisch ausgeschlossen. 

Vom Aussterben bedroht: 40 Feldhamster werden in Mannheim freigelassen

Doch der Zoo Heidelberg setzt sich aktiv für den Artenschutz ein

Seit Freitag gibt es im Heidelberger Zoo eine neue Zuchtstation für die Feldhamster. Die Station ist Teil der Artenschutzprogramme der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg. Die Aufzucht wird fernab der Besucherströme stattfinden, da die Tiere viel Ruhe brauchen. „Mit einem ausgeklügelten Zuchtplan wird darauf geachtet, dass die genetische Vielfalt in der Hamsterpopulation erhalten bleibt“, so der Zoo Heidelberg. Jährlich sollen in der Station 170 Feldhamster gezüchtet und anschließend auf landwirtschaftlichen Flächen rund um Mannheim angesiedelt werden.  

Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann und Nicoletta Kressl, Regierungspräsidentin Karlsruhe, durchtrennen das Band zur Eröffnung

Seit 2004 beschäftigt sich der Zoo mit der Feldhamster-Zucht und möchte damit nicht nur die Hamster, sondern auch viele weitere Tiere schützen. „Der Feldhamster steht stellvertretend für die ganze Lebensgemeinschaft der vielfältigen Agrarlandschaft. Dort wo es dem Feldhamster gut geht, fühlen sich auch Feldhase, Rebhuhn und Bienen wohl“, meint Regierungspräsidentin Nicolette Kressl. 

Durch das Artenschutzprojekt sollen in Zukunft Kleintierdurchlässe unter Straßen gebaut werden, damit die Tiere gefahrlos zwischen verschiedenen landwirtschaftlichen Flächen hin- und verwechseln können.

Doch nicht alle Änderungen oder gar Neuzugänge werden mit offenen Armen empfangen: So kommt es im November 2019 zu einer Kontroverse um Schimpansen-Opa Epulu aus dem Zoo in Wuppertal. Tierschützer werfen dem Heidelberger Zoo vor, Epulu von seiner langjährigen Partnerin getrennt zu haben, um ihn in Heidelberg auszustellen. Epulu soll deshalb jetzt an einer klinischen Depression leiden und keinen Anschluss in Heidelberg finden. Der Heidelberger Zoo dementiert dies und behauptet, dass Epulu schon längst eine neue Flamme in Heidelberg gefunden hat.

Zoo Heidelberg/jol

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare