Stark bedrohte Art

Schwanger! Nerzdame erwartet Nachwuchs im Zoo Heidelberg

+
Europäischer Nerz im Zoo Heidelberg (Archivfoto)

Heidelberg-Neuenheim - Im Zoo rennt seit Mai eine pummelige, kleine Nerzdame herum. Das Tolle daran: Sie ist trächtig. Warum das so wichtig ist:

Der Europäische Nerz ist das gefährdetste Säugetier Deutschlands. Darum gilt diesen Vierbeinern besonderen Schutz, den auch der Heidelberger Zoo gewährleisten will. Im Rahmen des Artenschutzprojekts von EuroNerz hat der Tierpark deshalb Mitte Mai ein braunes Nerz-Weibchen. Das Freudige daran: Die Kleine ist schwanger!

Voraussichtlich im Juni soll die Dame ihre Jungen bekommen. Sie wird diese in einer Wurfhöhle im Waschbären-Gehege vorsorgen und groß ziehen. „Das Zusammenleben bildet dabei kein Problem. Nerze können sich gut gegenüber den deutlich größeren Waschbären behaupten“, so der Zoo am Freitag (25. Mai) in einer Mitteilung. 

Mehr zum Artenschutzprojekt

Nerze sind von Natur aus Einzelgänger und sehr wählerisch bei der Partnerwahl. Um optimale Bedingungen bei der Zusammenführung der Zuchtpaare zu bieten, werden die Tiere in einer zentralen Zuchtstation in Osnabrück verpaart. Anschließend reisen die tragenden Nerzweibchen zur Geburt und Jungenaufzucht vorübergehend in andere Zoos, Tierparks oder zoologische Einrichtungen.

Durch das Zuchtprojekt möchte EuroNerz denBestand in Menschenhand erhalten und in enger Zusammenarbeit mit Zoos eine Gründerpopulation für Wiederansiedlungen in geeigneten Lebensräumen schaffen. EuroNerz kann bereits erste Erfolge verzeichnen.

Wir möchten und müssen darüber aufklären, welche große Bedrohung für unsere Tier- und Pflanzenwelt von invasiven Arten, wie zum Beispiel den Minken und den Waschbären ausgehen kann. Der Europäische Nerz ist das gefährdetste Säugetier Deutschlands. Die besten Bestände in Europa am Donaudelta sind aktuell durch die Anlage von Minkfarmen bedroht. Hauptaufgabe ist es nun, dafür Sorge zu tragen, dass die noch bestehenden Lebensräume erhalten werden, invasive Arten aus dem Freiland entfernt werden und neue sichere Lebensräume auch in Deutschland wiederbesiedelt werden. Es steht nicht weniger als der Erhalt der biologischen Vielfalt auf dem Spiel“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann.

>>> Mehr zum Zoo findest Du auf unserer Themenseite <<<

pm/jol

Kommentare