Mit 560 gefüllten Badewannen

Wasser marsch! Kontrollierte Überschwemmung in Hirschgasse

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Unter den kritischen Blicken der Fachleute und neugierig beäugt von Anwohnerinnen und Anwohnern startet am 5. April 2017 die Starkregen-Simulation in der Hirschgasse in Heidelberg-Neuenheim.

Heidelberg-Neuenheim - Fast 20 Grad und strahlend blauer Himmel – und dennoch rauschen am Mittwoch mehrere Tausend Liter Wasser die Hirschgasse hinunter. Was es mit der Überschwemmung auf sich hat:

„Wasser marsch!“ heißt es am Mittwochmittag in der Hirschgasse – kurz darauf rauschen 45 Kubikmeter Wasser (560 gefüllte Badewannen) die Hirschgasse hinunter.

Aber keine Sorge: Bei der Überschwemmung handelt es sich um eine von der Stadt und dem Abwasserzweckverband Heidelberg initiierte Starkregen-Simulation, um für die am 2. Mai startende Kanalbauarbeiten Erkenntnisse zu gewinnen. Außerdem soll dadurch ebenfalls eine Vorsorgekonzept für alle Hangbereiche im Stadtgebiet erarbeitet werden, um sich gegen die Gefahren durch Starkregen zu wappnen.

Hintergrund: Das Tiefdruckgebiet „Elvira“ hatte Ende Mai 2016 im Stadtwald teils massive Überschwemmungen, Unterspülungen und Hangrutsche verursacht. Die Stadt muss für die Sanierung nun tief in die Tasche greifen. 

Besonders betroffen ist unter anderem die Hirschgasse in Neuenheim. Binnen weniger Stunden waren dort rund 90 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Lage hatte sich dadurch verschärft, dass die Böden durch die feuchte Witterung in den Vorwochen bereits wassergesättigt waren. Der Großteil des Regenwassers floss deshalb talwärts, unterspülte Straßen und überschwemmte Gräben und Kanaleinläufe.

Um für künftigen Starkregen an dieser Stelle gewappnet zu sein, soll parallel zum Weg eine Entwässerungsleitung installiert werden. 

Die Funktionsweise: Bei starken Regenfällen kann das Wasser oberhalb der Engelswiesen über die Entwässerungsleitung direkt in den Kanal abfließen. Mittelfristig muss der Abwasserzweckverband den gesamten Kanal in der Hirschgasse erneuern und größer dimensionieren. Bis dahin wird das Wasser bei Überlastung des Kanals automatisch durch eine hydraulische Anhebung der Kanaldeckel auf die Straße abgeleitet. 

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Arbeiten auf 260.000 Euro, wobei ein Großteil durch Eigenleistung der Stadt Heidelberg, Regiebetrieb Straßenbau, und den Abwasserzweckverband bewerkstelligt werden kann.

Stadt Heidelberg/rob

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