Rede bei Neujahrsempfang

Diskussion um Shuttle-Busse: „Das hat mit Zerstörung des Handschuhsheimer Feldes nichts zu tun!“ 

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Oberbürgermeister Eckart Würzner spricht bei einem Neujahrsempfang über geplante Projekte.

Heidelberg - Um die angespannte Verkehrssituation im Neuenheimer Feld zu entspannen, will OB Würzner Shuttle-Busse fahren lassen. Darüber spricht er beim Stadtteilverein Handschuhsheim: 

Bei meinem Haus fahren täglich auch im 20 Minuten Takt Busse vorbei. Deshalb halte ich die Shuttle-Busse für vertretbar. Das hat mit der Zerstörung des Handschuhsheimer Feldes nichts zu tun!“, erklärt Oberbürgermeister Eckart Würzner am Sonntagnachmittag (6. Januar) beim Neujahresempfang im Carl Rottmann Saal des Handschuhsheimer Stadteilvereins. 

Der OB hat sich im Dezember für einen Shuttle-Verkehr mit Bussen durch das Handschuhsheimer Feld ausgesprochen – und stößt damit im Gemeinderat und bei Bürgern auf Gegenwehr. Die will er mit seiner Rede von seinem Vorschlag überzeugen!

Schnelle Maßnahme im Verkehrschaos

Der Gemeinderat hat derweil 5 Millionen Euro für eine Zwischenlösung für das Verkehrsproblem im Neuenheimer Feld bewilligt – jedoch nicht explizit für die Busse! Angedacht ist ein vergrößerter Park&Ride Parkplatz bei der Ausfahrt Dossenheim und eine Buslinie im 20 Minuten Takt über die verlängerte Tiergartenstraße durch das Hanschuhsheimer Feld. 

Dies würde nach neuen Informationen nur maximal drei Prozent des Verkehrs abfedern. Eine großangelegte Lösung sei jedoch noch nicht in Sicht. Ob neue Neckar-Brücke oder „Radieschentunnel“ – die Umsetzung könne erst in frühestens 10 Jahren erfolgen, so Würzner. 

Würzner spricht über Weltpolitik und Heidelberg

Tatsächlich würde das Gesamtprojekt ‚Shuttle-Busse‘ allein 3,4 Millionen Euro verschlingen. Dabei hat sich der OB in seiner Rede vor dem voll besetzten Saal anfangs versöhnlich gezeigt. Er spricht über die Weltklimapolitik und seinen Wunsch des Zusammenschlusses Europas gegen das asiatische und amerikanische Modell. 

Auch dass sich die Verkehrsströme verändern müssten und dass er ganz offen für neue Lösungen sei. Über die positive Entwicklung der Universität, die Arbeitsplätze und Vorteile für Jung und Alt brächten. Und dass es vor 15 Jahren eben noch keine zwanzigtausend Beschäftigte im Neuenheimer Feld gegeben hätte.

Vorsitzender gegen Shuttle-Busse

Der Handschuhsheimer Stadtteilvereinsvorsitzende Gerhard Genthner sieht das jedoch ganz anders: „Es gibt ein Masterplanverfahren, an dem festgehalten werden muss. Gegen einen Schnellschuss von Shuttle-Bussen spreche ich mich ganz deutlich aus! 

Die Bezirksbeiräte seien nicht mit einbezogen und es gäbe andere Bausteine, die gleich umsetzbar wären. So zum Beispiel eine direkte Buslinie vom Hauptbahnhof in das Universitätsgelände. Denn wenn wirklich eine ökologischen Denkweise die Zukunft von Heidelberg sein soll, sei der reelle Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel unerlässlich.

Zukunft des Projektes unklar

Fakt ist: Im Gemeinderat wurden zwar Gelder bewilligt, über das Projekt Shuttle-Busse ist aber noch nicht gesondert abgestimmt worden. Somit kann es noch gar nicht sofort umgesetzt werden. Auf dem Neujahrsempfang gibt es dazu auch viele kritische Stimmen: „Im Neuenheimer Feld wird schon seit Jahren immer mehr reingesetzt, aber im Verkehr hat sich nichts getan“, sagt eine Anwohnerin. 

In den nächsten Tagen finden weitere Sitzungen statt – es bleibt also spannend.

kpo

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