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Heidelberg: Ochsenkopf und Tiergartenbad ‒ Stadt gibt Flächen für Jugendliche frei

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Von: Florian Römer

Auf der Ochsenkopf-Wiese hat die Stadt Heidelberg eine nicht-kommerzielle Freifläche eingerichtet.
Auf der Ochsenkopf-Wiese hat die Stadt eine nicht-kommerzielle Freifläche eingerichtet. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg - In der Universitätsstadt mangelt es an Flächen für junge Menschen. Das soll sich kurzfristig ändern. Die Stadt gibt die Ochsenkopfwiese und Teile des Heidelgarden frei:

Mit 40,4 Jahren Durchschnittsalter ist Heidelberg die jüngste Stadt in Deutschland. Besonders in Corona-Zeiten mangelt es jungen Menschen in der Universitätsstadt aber an Alternativen zu Clubs und Kneipen, die monatelang geschlossen waren. Im Anschluss an Lockerungen der Corona-Maßnahmen war es in den vergangenen Wochen auf der Neckarwiese und in der Altstadt wiederholt zu Krawallen und Randale gekommen. Die Stadt reagierte zunächst mit einem abendlichen Aufenthaltsverbot für das Neckarvorland. Nach Kritik an der Maßnahme hob die Verwaltung das Verbot Mitte Juli aber wieder auf.

StadtHeidelberg
Bevölkerungszahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche108,84 km²
Durchschnittsalter40,4 Jahre (2019, Statista)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Das Argument der Kritiker: In Heidelberg gibt es zu wenig (auch nicht-kommerzielle) Flächen, auf denen sich junge Menschen treffen und feiern können. Das, so die Hoffnung, soll die angespannte Lage an der Neuenheimer Neckarwiese und in der Altstadt entzerren helfen. Jetzt hat die Stadt reagiert:

Heidelberg: Ochsenkopf-Wiese wird zu Freifläche, Events am Tiergartenbad

Eine Arbeitsgruppe um Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Jugendvertretern, Jugendgemeinderäte, Nachtbürgermeister Jimmy Kneipp und Heidelberg Marketing-Chef Mathias Schiemer traf sich mehrmals, um Lösungen zu finden. Dabei habe sich der Wunsch nach einer Eventfläche und einem konsumfreien Treffpunkt herauskristallisiert, heißt es aus dem Rathaus. Nach dem dritten Treffen am Mittwoch (28. Juli) steht fest: Künftig wird es in der Stadt zwei weitere Flächen geben, auf denen junge Menschen zusammenkommen können.

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Einerseits kann ab Samstag (31. August) ein Bereich des Heidelgarden am Tiergartenbad bespielt werden. Die Fläche öffnet jeweils ab 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Zudem hat die Stadt Heidelberg einen Teil der Ochsenkopf-Wiese gemäht, der fortan als nicht-kommerzielle Freifläche zur Verfügung steht. Mülleimer und eine Toilettenanlage stehen bereits. Bis Samstag soll dort noch entsprechende Beleuchtung installiert werden. Der Stadtjugendring will außerdem Palettenmöbel zusammen bauen.

Heidelberg: „feierbad 21“ öffnet mit Party ‒ DJ Boulevard Bou legt auf

Den Auftakt im „feierbad 21“ ‒ so heißt die Eventfläche am Tiergarten ‒ macht Heidelbergs Kult-DJ Boulevard Bou. Gemeinsam mit DJ Trick-E wird er das Areal am Samstag eröffnen. Passend zum Ferienbeginn startet um 19 Uhr die „School‘s Out Party“. So lange die Corona-Regeln es ermöglichen dürfen bis zu 750 Menschen auf das Gelände des „feierbad 21“. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltung wie Lust4Live kann man keine Tickets vorab buchen. Der Einlass geht nur über die Abendkasse.

Durch den engen Austausch aller Beteiligten ist es gelungen, innerhalb kurzer Zeit zwei Angebote auf die Beine zu stellen. Am Tiergartenbad konnten wir kurzfristig eine eingezäunte Fläche mit Bühne, Technik und Infrastruktur realisieren, die bei freiem Eintritt und günstigen Getränkepreisen bespielt wird“, sagt Nachtbürgermeister Kneipp. Das Programm im „feierbad 21“ wird übrigens von Jugendlichen selbst organisiert.

Der Zugangsbereich zur „Eventfläche Ochsenkopfwiese“ in Heidelberg.
Der Zugangsbereich zur „Eventfläche Ochsenkopfwiese“. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Zeitgleich stehe für junge Menschen am Ochsenkopf eine Fläche zur Verfügung auf der sich „junge Menschen zwanglos und ohne Konsumzwang treffen können“, so Kneipp weiter. Warum die „Freifläche“ komplett eingezäunt ist, erklärt Nachtbürgermeister Jimmy Kneipp auf HEIDELBERG24-Anfrage: „Die Bauzäune und die schwarzen Plastikplanen am Boden gab es vorher schon. Die sind zum Schutz der Eidechsen da, die auf der anderen Seite des Zauns auf der Ochsenkopf-Wiese leben.“ (rmx)

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