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Heidelberg: Zukunftspläne der Partei dieBasis nach „Zusammenbruch“ Deutschlands

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Von: Daniel Hagen

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Coronavirus - Heidelberg lockert Bundesnotbremse
Die Partei dieBasis aus Heidelberg plant für „Zusammenbruch“ Deutschlands. (Symbolfoto) © Uwe Anspach/dpa

Heidelberg - Die Basisdemokratische Partei Deutschland in Heidelberg blickt aktuell in die Zukunft – und plant bereits für die Zeit nach dem „Zusammenbruch“ der Republik.

„Wir brauchen nach dem Zusammenbruch keine Konzepte für übermorgen, sondern ad hoc umsetzbare und tragfähige Konstrukte, die auf dem aufbauen, was uns das System bereits liefert und auf denen wir aufbauen können“, schreibt Michael Malzahn, Schatzmeister des Kreisverbandes Heidelberg der Partei dieBasis. Dieser Satz ist am Donnerstag (20. Januar) auf der offiziellen Seite der Partei in einem Statement zu lesen, das den Titel „Es gibt ein Riesenproblem“ trägt. Das „Problem“ ist aber nicht die aktuelle Corona-Pandemie oder die drohende Klima-Katastrophe, sondern ein Mythos, der bereits seit vielen Jahren in der Verschwörungs-Szene herumgeistert – der völlige Zusammenbruch der Bundesrepublik Deutschland.

„Wir müssen uns Gedanken darüber machen, was dann passiert, wenn die Strukturen im Land tatsächlich zusammenbrechen. Und sie werden zusammenbrechen“, prognostiziert Malzahn. Daher brauche man jetzt schon Konzepte für den Moment, wenn Anhänger der Partei – die 2020 aus den Querdenker-Demos heraus gebildet wurde – mit ihrer „zornigen Geduld siegen werden“. Was der Schatzmeister der Basis anschließend schreibt, könnte auch das Skript eines apokalyptischen Films sein.

NameBasisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis)
Gründung4. Juli 2020
Mitglieder32.057 (Stand: 6. Dez. 2021) (Nach eigener Aussage)
Jugend­organisationArbeitsgemeinschaft „jungeBasis“

Heidelberg: Partei dieBasis plant für die Zeit nach „Deutschlands Zusammenbruch“

Sobald die Strukturen in Deutschland zusammengebrochen seien, müsse man wohl oder übel erstmal zurück zur „repräsentativen Demokratie“, bevor man eine „basisdemokratische Utopie“ erschaffen könne. Der 66-Jährige fantasiert anschließend von der Sicherstellung von Energie und Bargeld sowie Hungerkrisen, dem Zusammenbruch der Versorgungsstrukturen und dem Wegbrechen von Lieferketten. Sollte der Wandel nicht funktionieren, drohe der Rückfall ins Mittelalter oder die Steinzeit. Wegen einer ähnlichen Sorge hat eine Gruppe aus vier Männern, denen nun vor dem Landgericht Mannheim der Prozess gemacht wird, Waffen gebaut und gebunkert, um sich im Ernstfall verteidigen zu können.

Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass dieBasis Heidelberg durch die Verbreitung von Verschwörungsmythen negativ auffällt. So wurde auf deren Seite auch bereits die Corona-Pandemie geleugnet, offizielle Meldungen als Fake-News abgetan oder zu „Spaziergängen“ in der Stadt aufgerufen. Jetzt wird also auch noch vor dem baldigen „Untergang Deutschlands“ gewarnt.

Heidelberg: Umstrittene Partei mit Zukunfts-Szenario – Lehrer, Politiker und Journalisten vor Gericht

Im Falle von „Deutschlands Zusammenbruch“, so meint die Partei, können sich Lehrer, Politiker, Journalisten und Lobbyisten schon einmal warm anziehen. „Wir müssen mit den Akteuren, die uns das Desaster eingebrockt haben, aufräumen. D.h. nicht, dass wir Guillotinen bauen dürfen, aber wir müssen die Hauptakteure zur Verantwortung ziehen und einer dann hoffentlich wieder funktionsfähigen Justiz zuführen“, schreibt Malzahn. Ein großer Teil der Lehrerschaft müsse zudem „ausgetauscht“ werden. Zudem würde jede Region wohl wieder eine eigene Währung bekommen – das Jahr 1870 lässt grüßen. Zwar betont Michael Malzahn, dass es sich hierbei nur um seine eigene Meinung und nicht die der Partei handele – doch immerhin ist dieser Text auf der offiziellen Seite einer Partei veröffentlicht, die sogar an der Bundestagswahl teilgenommen hat. (dh)

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