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Kultur, Sport, Wohnen: Das sind die konkreten Pläne für das Patrick-Henry-Village

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Von: Jana Buch

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Das Patrick-Henry-Village wird seit 2015 als Ankunftszentrum für Flüchtlinge genutzt. © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Heidelberg - Das Patrick-Henry-Village ist die letzte große Konversionsfläche in der Stadt. Nun soll sie zu neuem Leben erweckt werden. Was hier geplant ist:

Update vom 8. Oktober: Wie die Stadt Heidelberg mitteilt, sollen bereits ab 2020 Pioniernutzer auf dem PHV tätig werden können. Geplant sind Zwischennutzungen im Bereich Kultur, Sport und sogar Wohnen. Der aktuelle Planungsstand zum Patrick-Henry-Village wird am Mittwoch (9. Oktober) im Konversionsausschuss vorgestellt. Die Stadt Heidelberg plant, das Patrick-Henry-Village in Etappen zu entwickeln. Oberste Priorität habe die Herstellung der Infrastruktur (Wasser, Strom, Fernwärme). Der Anfang soll im südlichen Teil gemacht werden – dort, wo im Juli noch das Metropolink-Festival stattgefunden hat. 

Patrick-Henry-Village Heidelberg: Kurzfristige Pläne 

Heidelberg Patrick-Henry-Village: Masterplan noch bis Ende 2019

Ein langfristiger Masterplan für das PHV soll bis Ende 2019 der Stadt Heidelberg vorliegen und dem Gemeinderat präsentiert werden. Auch Heidelberger sollen die Möglichkeit bekommen, sich in einer Online-Beteiligung dazu zu äußern. Die Verabschiedung des Masterplans für das Patrick-Henry-Village soll im März 2020 durch den Gemeinderat verabschiedet werden. Bis dahin erhofft sich die Stadt auch eine Aussage des Landes Baden-Württemberg, wohin das Ankunftszentrum für Flüchtlinge verlagert wird. Das befindet sich aktuell noch mitten im PHV„Dort kann sie allerdings nicht bleiben, da sie mit den Nutzungszielen für das PHV kollidiert“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Stadt Heidelberg unterzeichnet neuen Vertrag für PHV: Das soll auf dem Gelände entstehen

Erstmeldung vom 7. Oktober: Das Patrick-Henry-Village (PHV) in Heidelerg wird seit 2015 als Ankunftszentrum für Flüchtlinge genutzt – doch das soll sich bald ändern. Denn das riesige Areal soll ein neuer Stadtteil werden. Dafür hat Heidelbergs Bürgermeister Hans-Jürgen Heiß mit dem Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilien (BImA) Paul Johannes Fietz auf der internationalen Immobilienmesse „EXPO REAL“ getroffen, um die Entwicklungsvereinbarung für das Patrick-Henry-Village zu unterzeichnen. 

„Jetzt soll auf dem Gelände eine zukunftsweisende Städteplanung verwirklicht werden. Unter der Federführung der Internationalen Bauausstellung (IBA) erarbeiten internationale Planungsbüros eine Entwicklungsvision für eine ‚Wissensstadt der Zukunft“‘ die sogenannte PHVision, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Stadt Heidelberg und der BImA. Doch was bedeutet das genau?

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Heidelberg: PHV als „Modellort für innovative Wohn- und Arbeitsformen“

Die Stadt Heidelberg plant Wohnungen für rund 10.000 Menschen und Arbeitsplätze für rund 5.000 Menschen im Patrick-Henry-Village zu schaffen. Es soll ein „Modellort für innovative Wohn- und Arbeitsformen, den Einsatz digitaler Technologien, neue Mobilitätskonzepte und nachhaltige Energieversorgung“ werden. 

Das Ziel der Partnerschaft sei es, die Pläne für das rund 100 Hektar große Areal möglichst schnell voranzutreiben. Insbesondere die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum spiele bei der Planung für das ‚neue‘ Patrick-Henry-Village eine große Rolle. „Schließlich ist der Mangel, insbesondere an bezahlbaren Wohnungen in urbanen Räumen ein enormes Problem – auch bei uns in Heidelberg. Patrick-Henry-Village ist eine Fläche mit riesigem Potenzial im Herzen der Metropolregion“, so Oberbürgermeister Eckart Würzner in der Pressemitteilung.

Allerdings ist das PHV nicht an das Straßenbahnnetz angebunden. Auch hier gibt es bereits Pläne, welche Route die beste sein könnte – auch im Hinblick auf die Standortfrage für den neuen Betriebshof.

Patrick-Henry-Village: Manche Wohnungen sollen erhalten werden

Um diese Pläne zu verwirklichen, will die Stadt Heidelberg, große Bereiche des Patrick-Henry-Villages kaufen und entwickeln. Zugleich will die BImA als Eigentümerin der Liegenschaft auf dem Areal auch selbst aktiv werden. Teile des vorhandenen Wohnungsbestandes sollen erhalten, instandgesetzt und vermietet werden. Außerdem plant der Bund, selbst neue Wohnungen zu bauen. 

„Das Patrick-Henry-Village ist die letzte große Konversionsliegenschaft in Heidelberg und bietet enormes städtebauliches Potenzial. Deshalb will sich die BImA selbst stark engagieren, Teilbereiche der Fläche entwickeln und bezahlbaren Wohnraum schaffen – auch durch Neubaumaßnahmen“, sagt BImA-Vorstand Paul Johannes Fietz.

Patrick-Henry-Village: Stadt Heidelberg legt Entwicklungsziele fest

Bis vor sechs Jahren war das Patrick-Henry-Village eine der größten Wohnsiedlungen der US-Army in der Region Rhein-Neckar und ein komplett eigenständiger Stadtteil mit rund 1.500 Wohnungen, einem Einkaufszentrum, Schulen, Kindergärten, Arztpraxen, einer Kirche, Sportanlagen und einem Kino. Auch Superstar Khalid, der kürzlich einen Song mit Ed Sheeran herausbrachte, lebte rund 8 Jahre hier.

In der Vereinbarung legen die Stadt Heidelberg und die BImA nun die gemeinsamen Entwicklungsziele, die Eckpunkte der Zusammenarbeit, die Verantwortlichkeiten und die dafür erforderlichen Arbeitsstrukturen fest. Allerdings müssen die zuständigen Gremien der Vereinbarung noch zustimmen.

Noch steht nicht fest, welche Flächen im PHV die Stadt Heidelberg kaufen wird, und in welchem Umfang die BImA selbst vermarktet oder baut. BImA und Stadt sind sich aber einig, dass möglichst bald Teile der zurzeit leerstehenden Wohngebäude wieder genutzt werden sollen. Auf diese Weise wollen sie die Ziele der Wohnraumoffensive von Bund, Ländern und Kommunen unterstützen.

jab/pm

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