Exhibitionist hinter Gittern

1 Jahr nach Horror-Nacht: So sicher fühlen sich die Studenten jetzt im Wohnheim ,Alcatraz' 

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Das Studentenwohnheim ,Alcatraz'

Heidelberg-Pfaffengrund - Ein Mann schlich sich nachts heimlich in ein Zimmer und onanierte vor Frauen. Das Studierendenwerk versprach Sicherheitsmaßnahmen. Doch was ist daraus geworden?

Update vom 15. Februar: Was ist mit dem mutmaßlichen Täter passiert, der im Zimmer zweier Frauen onaniert hat? Wie uns die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage sagt, war der Mann am 27. August 2018 wegen Hausfriedensbruchs in zwei Fällen, in einem Fall in Tateinheit mit exhibitionistischen Handlungen und exhibitionistischen Handlungen angeklagt worden. 

Anfang September wurde der Angeklagte unter Einbeziehung einer achtmonatigen Jugendstrafe (aus einer Vorverurteilung) zu einer Jugendstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt.

Fühlen sich junge Frauen jetzt im Studentenwohnheim ‚Alcatraz‘ sicher?

Meldung vom 14. Februar: Für zwei junge Frauen war es ein wahrgewordener Alptraum: Während sie schliefen, brach ein Unbekannter in ihre Zimmer ein, beobachtete sie und fing an zu onanieren! Das Ganze geschah am 12. März 2018 im Studentenwohnheim in der Eppelheimer Straße. Danach versprach das Studierendenwerk verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Doch was ist ein Jahr später daraus geworden? Wir haben vor Ort nachgefagt. 

Auf einer der vielen Treppen treffen wir zwei junge Frauen. Die türkischstämmige Studentin Aridici, 24 Jahre und Kim, 23 Jahre, die ihren Master in Politischer Ökonomie machen, geben bereitwillig Auskunft: Wir fühlen uns viel sicherer jetzt. Wir haben uns gefreut, als die Schlösser gewechselt wurden. Bis dahin sind im Wohnheim nachts von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens ständig Wachmänner anwesend gewesen!“

Moderne Sensorschlösser verhindern einen erneuten Überfall 

Der Hausmeister des Studentenwohnheims, Mohamed T., bestätigt: „Etwa sechs Wochen nach dem schrecklichen Überfall sind moderne Sensorschlösser eingebaut worden.“ Diese Schlösser schnappen automatisch zu, wenn die Tür geschlossen wird, als ob abgeschlossen ist. 

Sie sind besonders sicher: Wenn einmal ein Schlüssel verloren geht, wird dieser ungültig, gelöscht, sobald der Hausmeister einen neuen nachmacht. Ein zusätzlicher Schnapper sorgt dafür, dass die Türe beim Zuziehen wie abgeschlossen ist. Damit kann niemand mehr ohne schweres Werkzeug eindringen.

Hausmeister Mohamed T. ist die gute Seele des Wohnheims.

Hausmeister Mohamed T. ist schon seit 13 Jahren beim Studierendenwerk angestellt. Er ist die gute Seele des Studentenwohnheims an der Eppelheimer Straße, das wegen seiner Treppenansicht auch ‚Alcatraz' genannt wird. Immer will er auf alles vorbereitet sein. Gerade erst hat er nach der letzten Krise, der Aufregung um das blaue Leitungswasser, einen Vorrat für alle gebunkert. 

Sicherheitsunternehmen vor Ort nach Exhibitionist

Das findet auch der Mechatronik-Student Marius (26) gut: „Die Sicherheit ist jetzt viel besser. Vorher gingen die Türen ganz leicht auf. Das sichere Gefühl ist aber sofort wieder da gewesen, weil nach dem Horror-Überfall gleich nachts das Sicherheitsunternehmen anwesend war."  Der Täter wurde kurze Zeit nach dem Vorfall gefasst.

Bereitwillig berichtet der gebürtige Algerier T. über weitere Maßnahmen nach den Schock-Übergriffen mitten in der Nacht auf die zwei jungen Frauen: „Nach den Schlössern in sämtlichen Wohnungen haben wir die normale Beleuchtung zu flexiblen Bewegungsmeldern gewechselt. Dazu ist das Haus jetzt abends immer abgeschlossen!“

Die Studenten fühlen sich wohl.

Auf der dritten Etage feiert eine Gruppe von acht Studierenden gerade ihre Freizeit in der Sonne. Am liebsten würden sie den schrecklichen Vorgang vom März letzten Jahres vergessen: „Darüber wollen wir am liebsten nicht mehr sprechen“, sagen zwei Studentinnen. Aber etwas Positives fällt ihnen ein: „Wir fühlen uns hier super-wohl. Das ist jetzt bestimmt das sicherste Wohnheim in ganz Heidelberg!“

„Sicherstes Wohnheim in ganz Heidelberg“

Ihren Hausmeister nennen sie den ‚Best Hausmeister ever‘, auch weil sie ein gutes Verhältnis zu ihm haben. „Er ist immer auf alles vorbereitet, an Weihnachten hat er uns sogar vorsorglich, falls etwas mit der Heizung sein sollte, Heizlüfter besorgt.“

Wermutstropfen: Das Tor steht manchmal offen.

Kleiner Wermutstropfen: Trotz aufgehängter Info-Blätter vom Studierendenwerk zur Sicherung der Fahrräder werden öfter am Fahrradständer abgestellte Drahtesel gestohlen. Zudem können die Tore und Eingangstüren nicht ständig zugezogen werden, stehen ab und zu offen. 

Studierendenwerk will den Fahrradklau verhindern.

Manchmal ist aber ein gutes Gefühl für die Studenten wichtiger als perfekter Verschluss. In den nächsten Wochen wird wieder kräftig gefeiert – mit einem Multikulti-Fest.

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kpo

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