Diebsweg/Schützenstraße

Unfallschwerpunkt Diebsweg? Warum es immer wieder kracht

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Im Diebsweg kommt es immer wieder zu schweren Unfällen mit Fahrradfahrern.

Heidelberg-Pfaffengrund - Der Diebsweg ist bei Radfahrern sehr beliebt. Hier kommen die Anwohner aus Pfaffengrund leicht ins Zentrum – doch nicht immer sicher...

„Eine der fahrradfreundlichsten Städte in Baden-Württemberg“ – mit diesem Slogan wirbt die Stadt regelmäßig und Fahrradfahrer gibt es in der Studentenstadt wie Sand am Meer. 

Doch immer wieder passieren Unfälle, bei denen Radfahrer verletzt werden. Die Schuld dafür schieben sich Auto- und Fahrradfahrer gegenseitig in die Schuhe. Wir haben einenUnfallschwerpunkt in Heidelberg unter die Lupe genommen:

Am 24. Mai wird ein Fahrradfahrer bei einem Unfall im Diebsweg Ecke Schützenstraße schwer verletzt. Laut HEIDELBERG24-Informationen hat der Schwerverletzte mittlerweile mehrere Operationen hinter sich und befindet sich auf dem Weg der Genesung. Auch der Autofahrer habe ihn bereits zwei Mal im Krankenhaus besucht.

Gerade einmal zwei Stunden später kracht der nächste Autofahrer mit einem Radfahrer an der selben Stelle zusammen. Dieser wird glücklicherweise nur leicht verletzt.

Am 31. Mai wird ein Radfahrer ebenfalls bei einem Unfall im Diebsweg schwer verletzt und wird mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert.

Wir haben mit den Anwohnern vor Ort gesprochen und uns an der Unfallstelle umgesehen. Es sei nicht das erste Mal, dass es hier kracht, erklärt ein Fußgänger in der Schützenstraße. Immer wieder komme es hier zu brenzligen Situationen und Unfällen.

Warum es immer wieder im Diebsweg mit Fahrradfahrern kracht

Von Hinweisschildern keine Spur

Der Grund: Die Autofahrer, die aus der Schützenstraße kommen, sehen kein Schild, dass sie auf die Gefahr durch Radfahrer hinweist. Lediglich das Schild „Vorfahrt gewähren“ ist hier zu sehen und selbst dieses ist völlig mit Gebüsch zugewuchert und für Autofahrer erst 50 Meter vorher zu erkennen.

Das Schild "Vorfahrt gewähren" ist aus etwa 50 Meter Entfernung nicht zu sehen.

Unsere Redaktion beobachtet die Unfallstelle eine Weile Es fällt auf, dass Autofahrer sich der „Gefahr“ durch Radfahrer von rechts nicht bewusst sind: Jeder Autofahrer, der nach rechts abbiegen möchte, schaut nur nach links und wenn hier kein Auto in Sicht ist, biegt dieser ohne anzuhalten ab.

Das größte Problem: Durch die hohen Gebüsche und Bäume, die nicht nur das „Vorfahrt gewähren“-Schild verdecken, können weder Auto- noch Fahrradfahrer den jeweils anderen rechtzeitig sehen. 

Die Schützenstraße kreuzt auch der Heinrich-Menger-Weg – umganssprachlich „Rentnerweg“. Hier steht ein Schild, das auf Radfahrer hinweist, obwohl Radfahrer hier - im Gegensatz zur Diebsstraße - keine Vorfahrt haben. 

Hier stellt sich die Frage, ob nicht auch an der viel gefährlicheren Ausfahrt ein Schild sinnvoll wäre.

Doch auch die Fahrradfahrer sind sich der Gefahr nicht wirklich bewusst. Während wir die Unfallstelle beobachten, fällt auf, dass viele Radfahrer zum Überqueren des Diebswegs nicht die Fußgängerampel benutzen, sondern kurz vor der Ampel über die Straße fahren. 

Auch hier gilt: Radfahrer können ein Auto, das aus der Schützenstraße kommt und in den Diebsweg einbiegt, nicht sehen. Den Radfahrern ist ebefalls nicht bewusst, in welche Situation sie sich dabei begeben.

Noch so ein Problem...

Durch die Schützenstraße zieht sich eine gestrichelte Fahrbahnmarkierung. Diese lässt in dem Irrglauben, dass es ein Fußgänger oder Fahrradweg sei. Was diese gestrichelte Markierung zu bedeuten hat, weiß auch von den Anwohnern niemand so richtig.

Nach einer Anfrage von HEIDELBERG24 will die zuständige Behörde der Stadt Heidelberg sich an der Unfallstelle umschauen und danach Stellungnahme beziehen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt bald reagiert und den Fahrradweg für Auto- und Fahrradfahrer sicherer macht...

jab

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