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Straßenbahn nach PHV – Stadt prüft zwei mögliche Anbindungen

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Von: Fabienne Schimbeno

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Heidelberg - Seit 2018 werden verschiedene Varianten für eine mögliche Straßenbahnführung nach PHV untersucht. Von ursprünglich sieben Trassen sollen nun zwei weiter geprüft werden:

Es ist die größte zusammenhängende Konversionsfläche in Heidelberg: 10.000 bis 15.000 Menschen sollen künftig im Patrick-Henry-Village (PHV) wohnen und arbeiten.

Damit die „Wissensstadt der Zukunft“ auch gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist, hat die Stadt Heidelberg in der Vergangenheit zusammen mit der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) und der Heidelberger Straßen- und Bergbahn GmbH (HSB) verschiedene Varianten für eine mögliche Straßenbahnführung nach PHV untersucht. Auf Beschluss des Gemeinderats sollen nun zwei der ursprünglich sieben Trassenvarianten weiter geprüft werden:

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Straßenbahnführung nach PHV: Aussichtsreichste Variante wird nicht weiter untersucht

Bereits seit 2018 werden mögliche Straßenbahnanbindungen an PHV untersucht. Die potenziellen Strecken wurden anhand einer Nutzen-Kosten-Voruntersuchung geprüft. Die „Standardisierte Bewertung“ soll Rückschlüsse geben, ob für eine Route Fördermittel von Land und Bund möglich sind.

Die aussichtsreichste Variante mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKQ) von 0,8 von Patrick-Henry-Village über den Stadtteil Pfaffengrund und einer Neckarbrücke ins Neuenheimer Feld soll laut Informationen der Stadt Heidelberg nicht weiter untersucht werden. Hintergrund: Für eine Förderfähigkeit ist ein NKQ von 1,0 erforderlich. Die Strecke war eine der sieben geprüften Varianten zur Straßenbahnführung nach PHV.

Straßenbahn nach PHV in Heidelberg: So verlaufen die beiden zu prüfenden Varianten

Die Berechnung und Erarbeitung der bisherigen Varianten hätte bislang rund 210.000 Euro gekostet. „Weitere 40.000 Euro sind für das Jahr 2022 dafür eingeplant. Voraussichtlich werden weitere 45.000 Euro benötigt“, heißt es weiter aus dem Rathaus.

Die beiden verbliebenen Varianten verlaufen laut Informationen der Stadt über die Speyerer Straße, biegen dann in Höhe des Heidelberg Innovation Park (hip) in den Baumschulenweg zum Pfaffengrund ab und verlaufen über die Leonie-Wild-Straße an den Wild-Werken vorbei nach PHV Nord.

Variante über Neckar abgelehnt – Seilbahnlösung soll geprüft werden

Die Varianten unterschieden sich lediglich in ihrem Verlauf auf Höhe der Bahnstadt: „Eine Variante (3B) verläuft südlich des Hauptbahnhofs über die Bahnstadt in Richtung Neuenheimer Feld, die andere (3K) verläuft nördlich des Hauptbahnhofs, ebenfalls in Richtung Neuenheimer Feld“, heißt es aus dem Rathaus.

Die bisher aussichtsreichste Variante über den Neckar wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Grund dafür war eine bereits erfolgte Ablehnung im Rahmen des Masterplans Neuenheimer Feld. Bei dieser Linie sei der Gemeinderat nun geblieben, heißt es aus dem Rathaus. Stattdessen soll eine Seilbahnlösung fürs Neuenheimer Feld in Heidelberg mit untersucht werden. 

Straßenbahn nach PHV: Während Untersuchung – Busse im Einsatz

Solange die Untersuchung noch läuft und eine Straßenbahn noch nicht verwirklicht ist, soll PHV von Heidelberg aus mit Bussen angebunden werden. Das teilt die Stadt Heidelberg in einer Pressemitteilung mit. Seit Dezember 2021 fahre die Buslinie 717 in die Region Schwetzingen-Hockenheim.

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Laut Informationen der Stadt soll PHV künftig tagsüber im 30-Minuten-Takt erschlossen werden. „Der Halt in PHV soll so zügig wie möglich eingerichtet werden“, heißt es aus dem Rathaus. PHV ist eines der Projekte, die bei der Internationalen Bauausstellung (IBA) im neuen Karlstorbahnhof in Heidelberg präsentiert werden.

Ab 2027: Busse mit emissionsfreiem Antrieb in Heidelberg im Einsatz

Darüber hinaus werde es im sogenannten Straßenbahnvorlaufbetrieb auch Busse aus dem Stadtverkehr Heidelberg geben, die das Gebiet erschließen werden (gemäß Nahverkehrsplan mindestens im 20-Minuten-Takt, je nach Entwicklung bis zu 10-Minuten-Takt). Der Gemeinderat habe hierfür im Februar 2022 Mittel bewilligt, sodass die rnv entsprechende Fahrzeugkapazitäten für die Zukunft einplanen kann. 

Da die Busflotte der rnv nach und nach auf emissionsfreie Antriebe umgestellt wird, werden ab spätestens 2027 auch hier Busse fahren, die über einen alternativen Antrieb verfügen werden – voraussichtlich Wasserstoff. „Bei den weiteren Planungen im Patrick-Henry-Village werden die Flächen, die für die geplante Straßenbahntrasse benötigt werden, freigehalten“, so die Stadt. (fas/PM)

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