Krippe und Kindergarten

,Kinderboom‘ - Stadt will mehr Betreuungsplätze schaffen!

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Plätze für Kinderbetreuung sollen ausgebaut werden (Symbolfoto)

Heidelberg - Immer mehr Kinder leben in Heidelberg. Darüber freut sich zwar die Stadt, allerdings muss sie jetzt die Frage beantworten: Gibt es ausreichende Betreuungsplätze?

Heidelberg ist eine junge Stadt, die in hohem Maße attraktiv für Familien ist. Die Zahl der Geburten ist mit 1.544 im Jahr 2016 die höchste seit der Jahrtausendwende“, meint Bürgermeister Dr. Joachim Gerner - und genau deswegen steht jetzt die Stadt vor einer großen Herausforderung. Denn die Kinder müssen natürlich auch in Kindergärten, Krippen oder Kindertagesstätten unterkommen. 

Über 8.800 Kinder im nächsten Jahr

Für das kommende Kindergartenjahr 2017/18 werden rund 4.230 Kleinkinder (fünf Prozent mehr als im Vorjahr) und etwa 4.380 Kindergartenkinder (Steigerung von drei Prozent) erwartet. Gründe für den ,Kinderboom‘ sind die Zuzüge in die Bahnstadt und in die Konversionsfläche.

Bislang galt Heidelberg für die Versorgung der Kinder immer als Spitzenreiter in Baden-Württemberg. Dafür investiert die Stadt auch im Jahr 2017 und 2018 mehr als 147 Millionen Euro. Allein die Versorgungsquote für die Kinder unter drei Jahren liegt bei knapp 51 Prozent. „Im Bereich der Kinderbetreuung können wir seit Jahren Spitzenwerte aufweisen. Die Entwicklung zeigt aber: Es wird enger. Wir müssen die Betreuungsplätze in allen Segmenten stärker ausbauen, wenn wir das Niveau halten wollen“, so Gerner.

Knapp 170 neue Plätze

Die Stadt will für das kommende Kindergartenjahr 2017/18 knapp 170 neue Plätze in Krippen und Kindergärten schaffen. Doch das wird langfristig nicht ausreichen, meint Myriam Lasso, Leiterin des Kinder- und Jugendamts der Stadt Heidelberg: „Wir brauchen in den kommenden Jahren zusätzlich mindestens 200 Kindergartenplätze und 100 Krippenplätze pro Jahr. Nur so können wir das bisherige Versorgungsniveau halten.

Wo sollen die neuen Plätze errichtet werden?

Boxberg und Emmertsgrund:

Im Stadtteil Boxberg wächst die Anzahl der Kindern unter drei Jahren, dafür braucht der Stadtteil natürlich neue Plätze. Jedoch verzögert sich das sogenannte IBA-Projekt Emmertsgrund, in dem große Hoffnung gesteckt wird. „Nach derzeitigem Stand ist dieses Projekt nicht in absehbarer Zeit umsetzbar, es ist von einer größeren zeitlichen Verzögerung auszugehen“, schreibt die Stadt Heidelberg. Deshalb werden jetzt zusätzliche Immobilien für die Kinderbetreuung gesucht.

Bahnstadt:

In den nächsten Monaten werden hier rund 140 Krippen- und 280 Kindergartenplätze entstehen. Die Einrichtungen werden dafür nach und nach eröffnet. 

Kirchheim:

Der Montessori-Verein plant eine Verlegung des Kindergartens von der Hardtstraße auf die Konversionsfläche Hospital. Der Bauarbeiten könnten hierfür allerdings erst 2018/19 beginnen. Die Kindertageseinrichtung in der Hardtstraße sei stark sanierungsbedürftig. „Die Plätze werden in Containerbauweise bereitgestellt und das Material ist in die Jahre gekommen, eine Komplettsanierung ist nicht mehr wirtschaftlich. Es gibt Überlegungen für einen Neubau auf dem vorhandenen Grundstück, verbunden mit einer Ausweitung der Einrichtung auf mindestens fünf bis sechs Gruppen“, so die Stadt in einer Pressemitteilung.

Konversionsfläche:

Der Rahmenplan für die Konversionsfläche steht bereits. Es sollen 70 bis 80 Plätze für Kleinkinder und 160 bis 180 Plätze für Kindergartenkinder geschaffen werden.

Entscheidung für die Umsetzung Ende Mai

Über eine entsprechende Umsetzung der Bedarfsplanung der Verwaltung entscheidet der Jugendhilfeausschuss am 30. Mai 2017. 

++Update++

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses geben einstimmig grünes Licht für die entsprechende Bedarfsplanung des Kinder- und Jugendamtes.

Stadt Heidelberg/jol

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