War es ein Serientäter?

Zwei Frauen im Neuenheimer Feld angegriffen: Polizei fahndet mit Phantombild

Heidelberg: Im Neuenheimer Feld ereignen sich gleich zwei sexuelle Übergriffe innerhalb weniger Minuten. Doch wurden die beiden Frauen vom selben Täter angegriffen?

  • Am Morgen des 5. Septembers werden zwei Frauen in Heidelberg-Neuenheim angegriffen.
  • Die Polizei Heidelberg geht von einem oder mehreren Sexualstraftäter(n) aus.
  • Polizei Heidelberg fahndet mit Phantombild nach dem dringend Tatverdächtigen.

Für zwei Frauen begann der 5. September, wie ein gewöhnlicher Samstag: Früh aufstehen, Laufschuhe anziehen und im Neuenheimer Feld eine Runde Joggen gehen. Früh am morgen trifft man dort eher weniger Menschen und oftmals hat man den Waldweg ganz für sich allein. Diese Abgeschiedenheit ist zwei Frauen am Morgen des 5. Septembers zum Verhängnis geworden, als sie – unabhängig voneinander – zu Opfern von sexuellen Übergriffen wurden.

Jetzt fahndet die Polizei Heidelberg nach dem/die Täter(n). Zunächst ging die Polizei zwar nicht davon aus, dass es sich bei dem Täter um ein und denselben Mann handelt; allerdings weist die Polizei eine knappe Woche später darauf hin, dass sie es nicht ausschließen können und weiterhin in alle Richtungen ermitteln.

Heidelberg-Neuenheim: Zwei sexuelle Übergriffe am selben Morgen – Zufall oder gibt es einen Serientäter?

Die jüngere der beiden Frauen (22) ist um 7:30 Uhr im Bereich des Neuenheimer Feldes unterwegs. Die Studentin läuft gerade von einem Parkhaus in Richtung Studierendenwohnheim, als sie von einem fremden Mann angesprochen wird. Schnell wird der jungen Frau klar, was der Mann von ihr will, also dreht sie sich weg und ignoriert ihn. Doch der Mann belässt es nicht bei Worten, folgt der jungen Frau und fällt schließlich über die 22-jährige Studentin her. Doch diese wehrt sich dann so stark gegen den unbekannten Täter, dass er von ihr ablässt und die Flucht ergreift.

Knapp 15 Minuten später kommt es unweit vom ersten Tatort zu einem zweiten Übergriff: Eine 57-jährige Joggerin ist gerade auf dem Leinpfad hinter dem Zoo unterwegs, als sie eine kurze Laufpause einlegt. Schnaufend steht sie auf dem Waldweg, als sie plötzlich von einem unbekannten Mann nach dem Weg gefragt wird. Nach dem kurzen Gespräch setzt die Joggerin ihre Runde fort und auch der Mann scheint seinen Weg zu gehen. Wenige Minuten später wird die Frau dann unerwartet in den Rücken gestoßen – und zwar so stark, dass sie die Uferböschung zum Neckar hinunterstürzt.

Der Angreifer lässt nicht ab und kraxelt der Frau hinterher. Diese kann sich glücklicherweise sammeln und noch aufstehen, bevor der Täter ihr weitere Schläge verpasst. Im anschließenden Gerangel setzt sich die Frau vehement zur Wehr, bis der Mann sie mit einem kräftigen Stoß in den Neckarkanal schubst. Während die Frau wegschwimmt ergreift auch der Täter die Flucht – seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Zwei Frauen in Heidelberg-Neuenheim angegriffen: Polizei wendet sich an Öffentlichkeit

Wie aus der Pressemitteilung der Polizei Heidelberg vom 5. September ersichtlich ist, gingen die Beamten zunächst nicht von einem Zusammenhang aus. Es sei „eher unwahrscheinlich“, dass es sich um ein und demselben Täter handle, schrieben damals die Beamten. Doch ein Blick in die Karte macht stutzig, denn beide Tatorte liegen knapp 15 Gehminuten auseinander – also genau die Zeit, die zwischen den beiden Übergriffen verging.

Sexuelle Übergriffe im Neuenheimer Feld: Serientäter in Heidelberg unterwegs?

Was die Polizei dabei allerdings stutzig macht, sind die Täterbeschreibungen der beiden Frauen, die nicht miteinander übereinstimmen. Die junge Studentin beschrieb den Angreifer als 180 cm großen, jungen Mann zwischen 20 und 25 Jahren mit mittellangen, welligen Haaren. Die 57-Jährige dagegen beschrieb ihren Angreifer als Mitte Dreißigjährigen mit kurzen, glatten Haaren. Auch bei den Beschreibungen der Klamotten unterscheiden sich die Aussagen der beiden Frauen: Während der Angreifer der Studentin kurze Hosen getragen haben soll, war der Angreifer der Joggerin mit langen Hosen gekleidet.

Heidelberg: Polizei wendet sich mit Phantombild an Öffentlichkeit

Sexuelle Übergriffe im Neuenheimer Feld: Serientäter in Heidelberg unterwegs? (Archivbild)

Die Polizei ermittelt jetzt in alle Richtungen und wendet sich nun auch mit einem Phantombild an die Öffentlichkeit. Zeugen oder Personen, die Hinweise zu beiden Taten geben können oder die Person im Phantombild erkennen, werden gebeten sich bei der Polizei zu melden: 0621/174-4444. Der Täter des zweiten Angriffs wird wie folgt beschrieben:

  • 30 bis 35 Jahre
  • Über 170 cm
  • Dunkle Augen
  • Sportliche Figur
  • Schwarze, kurze, glatte haare
  • Vermutlich Dreitagebart
  • Südländische Erscheinung

Zum Tatzeitpunkt soll der Mann eine dunkle Hose, eine Langarmjacke, darunter einen braun gemusterten Strickpullover und helle Schuhe aus geflochtenem Leder getragen haben. Seit den beiden Angriffen in Heidelberg-Neuenheim wird die Gegend verstärkt von Polizisten überwacht. Wie die Polizei mitteilt, patrouillieren jetzt Beamte sowohl zu den Tages- als auch zu den Nachtzeiten in Neuenheim.

Traurigerweise wecken die beiden Angriffe Erinnerungen an einen Vorfall im März 2018. Damals war auch eine Joggerin auf dem Leinpfad am Neckar unterwegs, als sie plötzlich von einem Mann mit einem Stein attackiert wird. Nach groß angelegter Fahndung gelang es der Polizei damals den 18-jährigen Täter ausfindig zu machen. Dieser verbüßt nun eine vierjährige Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. (pol/mw)

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/PR-Video, Priebe/Polizeipräsidium Mannheim

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