Anwalt hat neue Theorie

Getötete Julia B. (26†): Griff ihr Freund sie im Schlaf an?

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Am dritten Prozesstag im Landgericht Heidelberg, stellt der Anwalt von Julias Mutter einen überraschenden Antrag. 

Heidelberg - Am dritten Prozesstag gegen den Lebensgefährten der getöteten Julia B. werden Bekannte des Opfers befragt – als der Anwalt von Julias Mutter einen überraschenden Antrag stellt!

Nachdem Johann N. beim Prozessauftakt am 16. Februar ein Geständnis über seine Anwälte verlesen lassen hat, beginnt am Montag (26. Februar) am Heidelberger Landgericht der dritte Prozesstag um die Tötung von Julia B.. 

Mit gesenktem Blick sitzt der Lebensgefährte der getöteten Frau, Johann N., auf der Anklagebank. Am Montag werden Freunde und Bekannte von Julia B. befragt. Sie sollen den Angeklagten und die Beziehung des Paares beschreiben.

>>> So kamen die Ermittler Johann N. auf die Schliche!

Sandra H., eine Freundin der Toten, erzählt, wie sie kurz nach ihrem Verschwinden Kontakt zu Johann N. aufnahm. Vor Gericht sagt sie aus, dass sie sein Verhalten und seine Aussagen im Bezug auf seine damals noch vermisste Freundin seltsam gefunden hätte. Zum Beispiel habe er ihr in einer Sprachnachricht gesagt, dass man laut Statistik nach zwei bis drei Tagen nach dem Verschwinden einer Person von deren Tod ausgehen müsse. 

Eine klare Aussage, wenn man bedenkt, dass N. seine Freundin getötet hat!

Großangelegte Suche nach Julia B.

Er warte nur darauf, dass die Polizei ihn abholt

N. hatte einige Tage nach Julias Tod im Büro seiner Freundin angerufen und ihre Kollegin nach Julias alter Handynummer gefragt, weil es „eine letzte Möglichkeit wäre, Julia zu finden“ – wohl wissend, wo Julia zu finden ist!

Auch habe er zu dieser Kollegin gesagt, dass er nur darauf warte, bis die Polizei ihn abhole. Als Begründung soll er gesagt haben, dass in solchen Fällen immer zuerst der Lebensgefährte verdächtigt werde.

Allgemein beschreiben Bekannte N. als einen ruhigen und freundlichen Menschen. Eine Arbeitskollegin von Julia sagt sogar, dass das Opfer im Streit immer aufbrausend gewesen wäre, während N. ruhig geblieben sei. 

Auch ein ehemaliger Kollege von N. erzählt, dass der Angeklagte ihm immer bei seinen Beziehungsprobleme geholfen habe. „Er hat mir immer den Rat gegeben, ruhig zu bleiben.“ Ein Rat, den N. im richtigen Moment selbst nicht beherzigt hat?

Anwalt hat neue Theorie

Der Anwalt von Julias Mutter stellt während der Verhandlung plötzlich einen Antrag, der alles verändern könnte... 

Julia habe sich immer von ihrem Handy-Wecker wecken landen. Da Johann N. in der Mordnacht aber ihr Handy mit auf den Balkon nahm, um es zu durchsuchen, könne Julia nicht wie geplant mithilfe des Weckers um 4 Uhr aufgestanden sein. 

Die Theorie des Anwalts: Der fehlende Wecker im Schlafzimmer soll beweisen, dass N. seine Lebensgefährtin bereits im Schlaf angegriffen habe – und nicht im Streit, wie er behauptet. 

Demnach soll ein fehlender Wecker im Schlafzimmer beweisen, dass N. Julia bereits im Schlaf angegriffen haben soll - und nicht erst im Streit wie er behauptet! 

Auch die Zeugenaussage der Nachbarn stützt diese Theorie. Sie erzählen, dass sie erst um 5:20 Uhr Schreie einer Frau gehört hätten. Zu dieser Zeit hätte Julia bereits auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen sein müssen. 

Der Anwalt beantragt die erneute Vernehmung von Julias Chefin. Sie soll bestätigen, dass Julia jeden Tag von ihrem Handy geweckt wurde – und keinen Wecker besaß. Wie ihre Chefin bereits im Prozess erzählte, habe Julia während eines Telefonats am Vorabend der Tat erzählt, dass sie um 4 Uhr aufstehen müssen, um rechtzeitig am Flughafen zu sein. 

Sollte dem Antrag stattgegeben werden, wollen die Verteidiger von Johann N. beantragen, dass alle Zeugen erneut befragt werden. Wann darüber entschieden wird, konnte die zuständige Staatsanwältin am Montag noch nicht sagen.  

Der Prozess wird am 2. März fortgesetzt.

jab

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