Prozess am Landgericht 

Getötete Julia B. (†26): So kamen die Ermittler Johann N. auf die Spur!

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Heidelberg - Am Montag wird der Prozess gegen Johann N. fortgeführt. Doch wie kam ihm die Polizei auf die Spur? Modernste Technik ist hier einer der Schlüssel. 

Beim emotionalen Prozessauftakt gegen Johann N., den Lebensgefährten von Julia B. am Freitag (16. Februar), lässt dieser von seinem Anwalt ein Statement verlesen, in dem er zugibt für den Tod von Julia verantwortlich zu sein.  

>>>„Heftig gewürgt“: So grausam kam Julia B. (†26) ums Leben

Am Montag (19. Februar) wird der Prozess fortgeführt. Geladen sind neben Nachbarn des Angeklagten auch Polizeibeamte der Ermittlungsgruppe ‚Julia B.‘.

Wie auch schon während des ersten Prozesstages schaut, der wegen Totschlags angeklagte, Johann N. während der Zeugenbefragung nur auf seine Hände und vermeidet jeglichen Augenkontakt

Licht ins Dunkel der Ermittlungen bringt unter anderem eine Kriminalbeamtin. Sie war von Anfang an in die Ermittlungen eingebunden und nahm auch die Vermisstenanzeige von Julias Arbeitgeber am 13. August auf. 

Sie habe die Anzeige sofort ernst genommen, erzählt die Beamten, da sich der Chef des Personen-Beförderungsunternehmens große Sorgen um Julia B. machte. Die Angestellte hätte am 12. August mit ihrem Dienstwagen einen Kunden am Frankfurter Flughafen abholen sollen, sei aber nicht aufgetaucht – das sei überhaupt nicht Julias Art gewesen. 

Großangelegte Suche nach Julia B.

GPS und Videokameras werden Johann N. zum Verhängnis 

Wie sich herausstellt, ist in dem Dienstwagen ein Chip verbaut, sodass man ihn orten kann. Gefunden wird das Auto in Mannheim im Quadrat K5/I5. Im Fußraum liegt die Handtasche von Julia B. – ihr Handy und der Geldbeutel jedoch fehlen. 

Ein Spürhund kann am Wagen keine Fährte der jungen Frau aufnehmen. Der Hundeführer deutet das so, dass Julia B. kurz zuvor nicht mit dem Auto gefahren sein kann. 

Schnell kann ermittelt werden, dass der Mercedes-Motor am Samstag, den 12. August um 6:24 Uhr gestartet und erst 98 Kilometer später wieder abgestellt wurde. 

Mit diesem Wissen, können die Ermittler bestimmen, wann der Fahrer das Auto in den Mannheimer Quadraten abgestellt hat. Anhand der Bänder aus einer Überwachungskamera des nahegelegenen Zentralinstituts für Seelische Gesundheit sehen die Ermittler zwar den in die Straße fahrenden Wagen, aber nicht, wer am Steuer sitzt. 

Weil sie vermuten, dass der Fahrer des Autos mit dem Zug weitergefahren sein könnte, fordern die Beamten die Überwachungsvideos vom Mannheimer Hauptbahnhof an. Und tatsächlich entdecken die Ermittler Johann N. auf den Aufnahmen.  

Der Angeklagte Johann N. wird am Morgen der Tat von mehreren Überwachungskamera am Hauptbahnhof Mannheim aufgenommen.  

Fahrzeugdaten helfen bei Suche nach Leiche 

Dank der Fahrzeugdaten können die Beamten auch Julias Leiche finden. Sie wissen ungefähr wie viele Kilometer der Angeklagte von Emmertsgrund zum Ablageort der Toten zurückgelegt hat, bis er dann nach Mannheim fuhr, um den Mercedes abzustellen. Auch können sie feststellen, dass er über die Autobahn gefahren sein muss. Beamte der Kripo finden die Leiche der Heidelbergerin am 1. September in stark verwestem Zustand in der Nähe der A5 bei Zwingenberg.

Frauenleiche auf Feldweg gefunden!

Am 26. Februar wird der Prozess fortgesetzt. 

kp

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