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Heidelberg: Prozess-Start um mutmaßlichen Bombenbauer – Tatmotiv Geld?

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Von: Eliran Kendi

Heidelberg - Wegen Anschlägen auf Lidl, Hipp und AMD Wild wird einem Elektriker der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft sieht ein klares Motiv:

Update vom 8. September: Am heutigen Mittwoch (8. September, 8:30 Uhr) beginnt am Landgericht Heidelberg der Prozess gegen einen 66-Jährigen. Dem Elektriker wird Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung vorgeworfen. Es droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Sprengstoffmasse habe der Mann hergestellt, in dem er Zündholzköpfe abgeschabt habe, heißt es. Mutmaßlich wollte der 66-Jährige mit den Sprengsätzen Geld erpressen. Zum Prozess-Auftakt bestreitet der Angeklagte die Tat. Für das Verfahren sind im Moment elf Fortsetzungstermine bis Mitte November geplant. Die Kammer hat 47 Zeugen und 3 Sachverständige geladen.

Capri Sun & Lidl: Paket- und Briefbomben verletzen mehrere Menschen

In der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild in Eppelheim (Capri Sun) war ein ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Laut Gericht erlitt er leichte Hautverletzungen sowie ein Knalltrauma und soll wegen anhaltender Beschwerden weiterhin arbeitsunfähig sein. Einen Tag später explodierte ein Brief beim Öffnen in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm im Kreis Heilbronn. Drei Menschen wurden verletzt. Ein Mitarbeiter wurde dem Gericht zufolge am linken Auge, an beiden Händen und an den Beinen verletzt. Zudem habe er ein Knalltrauma und einen starken Tinnitus erlitten. Die beiden Kollegen sollen ebenfalls mit Knalltraumata verletzt worden sein. Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die Sprengvorrichtungen selbst gebaut hat. Die drei Pakete habe er am 15. Februar in einer Postannahmestelle in Ulm aufgegeben und unter Androhung weiterer Gewalttaten gegen Mitarbeiter und/oder Kunden an die Unternehmen geschickt. Er habe in Kauf genommen, dass Menschen beim Öffnen der Pakete durch die Explosionen verletzt würden. Auf diese Weise habe der Mann Geld von den Firmen erzwingen wollen. Kurz nach den Anschlägen nahm die Polizei den Tatverdächtigen aus dem Raum Ulm fest. Er sitzt in Untersuchungshaft. Bei einer Durchsuchung seines Wohnhauses wurde laut Gericht Munition entdeckt.

Heidelberg: Prozess-Start um mutmaßlichen Bombenbauer – war das sein Motiv?

Erstmeldung vom 5. September: Für Anschläge mit selbstgebauten Sprengsätzen auf süddeutsche Lebensmittelunternehmen muss sich ein 66-Jähriger ab Mittwoch (8. September) vor dem Heidelberger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Elektriker vor, dass er Geld erpressen wollte. Mehrere Menschen waren durch die explosiven Postsendungen verletzt worden. Die Anklage lautet auf Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung. Dem Deutschen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Für das Verfahren sind nach Angaben des Gerichts elf Fortsetzungstermine bis Mitte November geplant. Die Kammer habe 47 Zeugen und 3 Sachverständige geladen.

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat Anklage gegen den Verdächtigen erhoben. (Fotomontage)
Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat Anklage gegen den Verdächtigen erhoben. (Fotomontage) © Christine Cornelius/dpa; LKA Baden-Württemberg

Heidelberg: Paketbombe bei Capri Sun-Hersteller in Eppelheim

Am 16. Februar hatte die Serie der explosiven Postsendungen in Eppelheim im Rhein-Neckar-Kreis begonnen. Dort war in der Warenannahme des Getränkeherstellers ADM Wild, wo das Fruchtsaftgetränk Capri Sun hergestellt wird, ein Mann durch eine Verpuffung verletzt worden, als er ein Paket annahm. Laut Gericht erlitt er leichte Hautverletzungen sowie ein Knalltrauma und soll wegen anhaltender Beschwerden weiterhin arbeitsunfähig sein.

Ein verdächtiges Paket bei ADM Wild in Eppelheim löst einen Großeinsatz aus.
Ein verdächtiges Paket bei ADM Wild in Eppelheim löst einen Großeinsatz aus. © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Neckarsulm: Drei Menschen in Lidl-Zentrale verletzt

Einen Tag später explodierte ein Brief beim Öffnen in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm im Kreis Heilbronn. Drei Menschen wurden verletzt. Ein Mitarbeiter wurde dem Gericht zufolge am linken Auge, an beiden Händen und an den Beinen verletzt. Zudem habe er ein Knalltrauma und einen starken Tinnitus erlitten. Die beiden Kollegen sollen ebenfalls mit Knalltraumata verletzt worden sein.

Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr stehen vor der Lidl-Zentrale in Neckarsulm.
Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr stehen vor der Lidl-Zentrale in Neckarsulm. © Simon Adomat/dpa

Ein drittes Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm adressiert war, wurde in einem Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft. Den Angaben nach soll der Mann die drei Pakete am 15. Februar in einer Postannahmestelle in Ulm aufgegeben haben.

Heidelberg: Mutmaßlicher Paketbomber soll Sprengvorrichtungen selbst gebaut haben

Der Mann soll die Sprengvorrichtungen laut Staatsanwaltschaft selbst gebaut haben. Um die Sprengstoffmasse herzustellen, schabte der Angeklagte demnach Zündholzköpfe ab. Die Post habe er unter Androhung weiterer Gewalttaten gegen Mitarbeiter und/oder Kunden an die Unternehmen geschickt.

Motiv des mutmaßlichen Paketbombers: Ging es um Geld?

„Alle drei Pakete sollen versteckte Sprengsätze enthalten haben, die so konstruiert gewesen seien, dass sie beim Öffnen der Pakete zünden und explodieren würden. Dabei soll der Angeklagte damit gerechnet haben, dass beim Öffnen der Pakete die damit befassten Personen durch die Detonation im Gesichtsbereich und an den Fingern verletzt werden würden“, so das Landgericht Heidelberg in einer Pressemitteilung.

Auf diese Weise habe der Mann Geld von den Firmen erzwingen wollen. Mehr als 100 Beamte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg ermittelten zwischenzeitlich. Kurz nach den Anschlägen nahm die Polizei den Tatverdächtigen aus dem Raum Ulm fest. Er sitzt seither in Mannheim in Untersuchungshaft. Bei einer Durchsuchung seines Wohnhauses hätten Beamte Munition entdeckt, teilte das Gericht weiter mit. (dpa/esk)

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